100 Milliarden Dollar: OpenAI verhandelt Rekord-Investment mit Amazon, Nvidia, Microsoft
Das KI-Unternehmen OpenAI steht in Verhandlungen über eine historische Finanzierungsrunde mit einem Gesamtvolumen von bis zu 100 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 750 Milliarden Dollar. Das berichten aktuell übereinstimmend die Financial Times und The Information.
Rund 40 Milliarden Dollar dieser Summe sollen von drei seiner wichtigsten Infrastruktur-Lieferanten kommen: Nvidia, Microsoft und Amazon. Die Mittel benötigt das von Sam Altman geführte Start-up für seinen weiteren Ausbau, der enorme Mengen an teurer Rechenzentrums-Kapazität erfordert.
Nvidia erwägt eine Investition von bis zu 20 Milliarden Dollar in den ChatGPT-Entwickler. Amazon hat über eine Beteiligung von mindestens 10 Milliarden Dollar gesprochen, während Microsoft, das bereits einen Anteil von 27 Prozent an OpenAI hält, mehrere Milliarden Dollar zusätzlich investieren könnte. Diese Beträge würden Teil der neuen Finanzierungsrunde sein, in der OpenAI insgesamt die 100-Milliarden-Marke anstrebt. Weiteres Geld – etwa 30 Milliarden Dollar – sollen von Bestandsinvestor Softbank kommen (mehr dazu hier).
Bedenken wegen zirkulärer Finanzstrukturen
Die umfangreichen Investitionen derselben Tech-Konzerne, die OpenAI gleichzeitig die Chips und Rechenzentrums-Kapazität verkaufen, die das Unternehmen zum Trainieren und Betreiben seiner KI-Modelle benötigt, verstärken die Sorgen einiger Analysten über die zirkulären Finanzvereinbarungen des defizitären Start-ups. OpenAI trainiert seine Modelle auf Nvidia-Hardware und nutzt Cloud-Infrastruktur von Amazon und Microsoft, während diese Unternehmen nun auch als Großinvestoren auftreten.
Neben den drei Infrastruktur-Anbietern steht Altman kurz davor, weitere 30 Milliarden Dollar von SoftBank für die neue Finanzierungsrunde zu sichern. Der japanische Milliardär Masayoshi Son erhöht damit seine Wette auf den führenden KI-Modell-Entwickler. OpenAI führt zudem Gespräche mit Staatsfonds wie der Abu Dhabi Investment Authority und MGX. Allerdings bleibt unklar, ob alle potenziellen Investoren tatsächlich einsteigen werden und ob das Start-up sein 100-Milliarden-Ziel erreicht.
Bestehende Geschäftsbeziehungen und neue Vereinbarungen
Nvidia hat im vergangenen Jahr eine mehrjährige Vereinbarung mit OpenAI über Investitionen von 100 Milliarden Dollar in Tranchen von jeweils 10 Milliarden Dollar getroffen, während das Startup schrittweise Rechenzentrums-Kapazität in Betrieb nimmt. Dieser Deal ist jedoch noch nicht besiegelt. Ein 20-Milliarden-Scheck von Nvidia für die aktuelle Finanzierungsrunde könnte zusätzlich zu der 100-Milliarden-Vereinbarung erfolgen oder dazu führen, dass beide Unternehmen die Konditionen anpassen.
OpenAI unterhält bereits einen 38-Milliarden-Dollar-Vertrag über sieben Jahre mit Amazon zur Nutzung der AWS-Cloud-Infrastruktur. Die neue Investition könnte Teil einer umfassenderen Vereinbarung mit Amazon werden, die dem Konzern Zugang zu OpenAIs Technologie verschafft. Microsoft gehört zu den frühen Unterstützern von OpenAI und ist nach einer Umstrukturierung ihrer Beziehung im vergangenen Jahr der größte Anteilseigner am gewinnorientierten Geschäftsbereich der KI-Gruppe.

