314 Millionen Euro Umsatz: SPAR verkauft Sporthandelskette Hervis an Snipes-Gründer Sven Voth
Die SPAR Österreichische Warenhandels-AG hat die Sporthandelskette Hervis an den Snipes-Gründer Sven Voth und Udo Schloemer, Gründer der Factory Berlin, verkauft. Signing und Closing des Deals fanden am 23. Januar 2026 statt. Die neuen Eigentümer übernehmen alle 134 Hervis-Standorte in Österreich, Slowenien, Kroatien und Bayern sowie sämtliche Mitarbeiter. Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Hervis war über 50 Jahre lang Teil der SPAR Österreich-Gruppe und zählt heute zu einer der bekanntesten Marken im Sporthandel.
SPAR begründet den Verkauf mit der strategischen Fokussierung auf das Kerngeschäft Lebensmittelhandel, wo das Unternehmen in fünf Ländern tätig ist, sowie auf den Shoppingcenter- und Immobilienbereich. Mit den neuen Eigentümern hat SPAR nach eigenen Angaben erfolgreiche Unternehmer gefunden, die Hervis weiter voranbringen wollen.
Neupositionierung als Antwort auf veränderte Kundenbedürfnisse
Die neuen Eigentümer planen eine strategische Neuausrichtung von Hervis. Das Marktumfeld hat sich deutlich verändert: Klassische Sportarten verlieren an Zuspruch, während neue Sport- und Bewegungsformen in den vergangenen Jahren spürbar an Bedeutung gewonnen haben. Gleichzeitig eröffnen ein wachsendes Bewusstsein für gesundes Leben und der Longevity-Trend Chancen für eine Neupositionierung.
Wir werden Hervis im ersten Schritt ins Jahr 2026 führen und das Geschäftsmodell im Sporthandel neu positionieren. Nur so können wir die Chancen von heute und morgen erfolgreich nutzen. Ziel ist es, das Angebot an die geänderten Kundenbedürfnisse der heutigen Zeit anzupassen und Hervis damit wieder erfolgreich zu machen“, erklärt Sven Voth den bevorstehenden Change-Prozess.
Gemeinsam mit dem Management und den Mitarbeitenden wollen die neuen Eigentümer das Geschäftsmodell zukunftsfähig weiterentwickeln. Im Fokus stehen dabei die Zukunft des Sporthandels, die konsequente Nutzung von Digitalisierungspotenzialen sowie die Relevanz künftiger Sortimente und Sportarten für die Konsumenten. Die Ergebnisse der Evaluierung und daraus abgeleitete Maßnahmen werden in den kommenden Monaten vorliegen und transparent kommuniziert.
Kontinuität für Kunden und erfolgreiche Historie
Für Kunden ändert sich zunächst nichts: Der Geschäftsbetrieb wird vollständig übernommen. Hervis-Gutscheine behalten ihre Gültigkeit, Online-Bestellungen und laufende Abwicklungen werden wie gewohnt erfüllt. Service- und Gewährleistungsfälle werden im Rahmen der bestehenden Prozesse weiterbearbeitet.
SPAR übernahm 1970 Geschäfte des deutschen Modekaufmanns Hermann Visser und baute daraus erfolgreich ein Sportfachmarkt-Konzept auf. Hervis expandierte kräftig und war neben Österreich auch lange in sechs weiteren Ländern tätig. Ende 2025 betrieb Hervis in Österreich 91 Filialen und weitere 43 in Slowenien, Kroatien und Bayern und erwirtschaftete 2025 einen Verkaufsumsatz von 314 Millionen Euro. Damit zählt Hervis heute zu den größten Sportfachmärkten in Mitteleuropa.

