Lieferdrohnen

„Fliegende Rasenmäher“: Amazons Lieferdrohnen nerven eine ganze Stadt

Amazon-Lieferdrohne MK30 im Flug über Bäumen
© Amazon

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Die Zukunft der Paketzustellung klingt offenbar wie ein Rasenmäher, und das den ganzen Tag. In Richardson, einem Vorort von Dallas in Texas, wehren sich Anwohner:innen gegen den Lärm der Lieferdrohnen von Amazon. Eine Hausbesitzerin zählte an einem einzigen Tag 52 Überflüge über ihrem Grundstück, berichtet GeekWire. „Es ist ständig so, wie ein Bienenstock direkt über unserem Haus“, sagt eine Anwohnerin.

Fliegende Rasenmäher im Garten

Amazon liefert in Richardson mit seinem Dienst Prime Air Pakete per Drohne aus, zwischen 7 und 20 Uhr, jeden Tag. Die Drohnen wiegen rund 38 Kilogramm und tragen mehrere Kameras. Die Beschwerden der Anwohner:innen im Überblick:

  • Der Lärm: Viele vergleichen die Drohnen mit „fliegenden Rasenmähern“. Das Summen sei selbst drinnen bei laufendem Fernseher zu hören, der eigene Garten sei zur Flugschneise geworden.
  • Die Privatsphäre: Die Drohnen sind mit Kameras ausgestattet, und niemand weiß genau, was mit den Aufnahmen passiert. „Man hat diese Augen auf sich“, sagt eine Anwohnerin gegenüber KERA News.
  • Die Uhrzeiten: Einige fordern zumindest kürzere Betriebszeiten, um wieder Ruhe im Freien zu haben.

Inzwischen haben sich Betroffene als selbsternannte „Drone Warriors“ organisiert. Sie protokollieren die Flüge und machen Druck auf die Lokalpolitik.

Die Stadt kann nichts tun

Das Problem: Rechtlich sind den Anwohner:innen und der Stadt weitgehend die Hände gebunden. Der Luftraum in den USA fällt ausschließlich in die Zuständigkeit der Luftfahrtbehörde FAA, Städte können weder Flugrouten noch Lärmgrenzen oder Mindestflughöhen vorschreiben. In Richardson kommt laut KERA News hinzu, dass Amazon eine verbindliche Vereinbarung mit der Stadt hat.

Amazon selbst sieht kein großes Problem. Weniger als ein Prozent der Anfragen in diesem Jahr hätten den Lärm betroffen, das Geräusch sei vergleichbar mit gewöhnlichen Haushaltsgeräten. Gleichzeitig plant der Konzern, Prime Air massiv auszubauen, auf bis zu 500 weitere Standorte in den USA.

Der Kampf um den Himmel

Amazon ist nicht der einzige Anbieter, der im Großraum Dallas Pakete per Drohne verschickt. Auch Walmart, die Google-Schwester Wing und der Lieferdienst DoorDash bauen dort ihre Drohnenflotten aus, was den Verkehr am Himmel weiter verdichten dürfte.

In Europa ist die Lieferdrohne noch eher die Ausnahme. Amazon hat Drohnenlieferungen in Großbritannien und Italien angekündigt, und in Irland liefert das Startup Manna rund um Dublin bereits Essen und Pakete per Drohne aus, auch dort gab es Beschwerden über Lärm. Die Erfahrungen aus Texas zeigen, worüber Städte und Anwohner:innen reden sollten, bevor die Drohnen kommen.

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