Zahlen

Anthropic machte 2025 Umsatz von etwa 10 Milliarden Dollar, so CEO Dario Amodei

Dario Amodei, (CEO Anthropic) and Demis Hassabis (CEO Google DeepMind) © 2026 World Economic Forum
Dario Amodei, (CEO Anthropic) and Demis Hassabis (CEO Google DeepMind) © 2026 World Economic Forum
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In einem hochkarätigen Gespräch am World Economic Forum (WEF) in Davos sind zwei Schwergewichte der KI-Branche aufeinander getroffen: Demis Hassabis, CEO von Google DeepMind, und Dario Amodei, CEO von Anthropic. Es war ihr erstes öffentliches Gespräch seit einem Jahr, und die beiden führenden KI-Forscher diskutierten über Zeitpläne, Risiken und die fundamentalen Veränderungen, die künstliche Intelligenz für die Menschheit bedeuten könnte.

Kurz zum Hintergrund: Google und Anthropic sind zwar bei KI-Modellen Konkurrenten, aber im Hintergrund eigentlich auch assoziiert – denn die Deepmind-Mutter Google ist bei Anthropic investiert und hält dort etwa 14 bis 15 Prozent. Es ist also vielleicht kein reiner Zufall, dass ausgerechnet diese beiden CEOs auf der gleichen Bühne sitzen und nicht etwa Vertreter von OpenAI oder xAI.

Wann kommt die superintelligente KI?

Beide Experten sind sich einig, dass transformative KI-Systeme näher sind als viele denken, unterscheiden sich aber in ihren Prognosen. Dario Amodei hält an seiner Vorhersage fest, dass wir bis 2026 oder 2027 Modelle haben werden, die alles können, was ein Mensch auf dem Niveau eines Nobelpreisträgers über viele Fachgebiete hinweg leisten kann. Seine Begründung: KI-Systeme werden zunehmend beim Programmieren und bei der KI-Forschung selbst eingesetzt, was eine sich selbst beschleunigende Entwicklungsschleife in Gang setzen könnte.

„Ich habe Ingenieure bei Anthropic, die sagen: Ich schreibe überhaupt keinen Code mehr. Ich lasse das Modell den Code schreiben, ich bearbeite ihn nur noch“, erklärte Amodei.

Demis Hassabis zeigt sich etwas vorsichtiger. Er sieht eine 50-prozentige Chance für Systeme mit allen kognitiven Fähigkeiten des Menschen bis zum Ende des Jahrzehnts. Hassabis betont, dass Bereiche wie Mathematik und Programmierung leichter zu automatisieren sind, weil die Ergebnisse überprüfbar sind. Naturwissenschaften seien komplexer, da experimentelle Überprüfungen Zeit benötigen.

Der aktuelle Stand des Wettlaufs

Die Machtverhältnisse im KI-Rennen haben sich im vergangenen Jahr verschoben. Während vor einem Jahr noch OpenAI als führend galt, hat Google DeepMind deutlich aufgeholt. Hassabis zeigte sich zuversichtlich, dass sein Unternehmen wieder an die Spitze der Leaderboards zurückgekehrt ist, dank der breiten Forschungsbasis und einer erneuerten Startup-Mentalität in der Organisation.

Anthropic verzeichnet unterdessen ein explosives Wachstum. Amodei berichtete von einer Verzehnfachung der Einnahmen in den letzten drei Jahren: von null auf 100 Millionen Dollar im Jahr 2023, auf eine Milliarde im Jahr 2024 und auf prognostizierte zehn Milliarden Dollar im Jahr 2025. Diese Zahlen nähern sich bereits der Größenordnung der weltweit größten Unternehmen. Zum Vergleich: OpenAI machte 2025 etwa doppelt so viel, etwa 20 Milliarden Dollar.

Die Arbeitswelt im Umbruch

Beide CEOs erwarten erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, allerdings mit unterschiedlichen Zeitrahmen. Amodei prognostiziert, dass die Hälfte der Einstiegsjobs im Bürobereich innerhalb der nächsten ein bis fünf Jahre verschwinden könnte. Er sieht bereits erste Anzeichen bei Software-Entwicklern und sogar in seinem eigenen Unternehmen.

Hassabis rechnet in den nächsten fünf Jahren mit einer normalen technologischen Entwicklung, bei der einige Jobs wegfallen, aber neue, möglicherweise wertvollere Arbeitsplätze entstehen. Sein Rat an Studierende: sich intensiv mit den neuen KI-Werkzeugen vertraut machen, was wertvoller sein könnte als traditionelle Praktika.

„Nach der Ankunft von AGI befinden wir uns in unerforschtem Territorium“, warnte Hassabis und verwies auf Fragen nach Bedeutung und Sinn, die über rein ökonomische Aspekte hinausgehen.

Geopolitische Spannungen und Chip-Verkäufe

Ein zentrales Thema war die geopolitische Dimension der KI-Entwicklung, insbesondere das Verhältnis zwischen den USA und China. Amodei äußerte sich kritisch zur aktuellen US-Politik, hochleistungsfähige NVIDIA-Chips an China zu verkaufen. Er verglich dies provokant mit dem Verkauf von Atomwaffen an Nordkorea und argumentierte, dass der Verzicht auf Chip-Verkäufe mehr Zeit verschaffen würde, um die Technologie verantwortungsvoll zu handhaben.

Seine Logik: Ohne geopolitische Konkurrenz wäre der Wettlauf nicht zwischen Nationen, sondern zwischen Unternehmen wie Google DeepMind und Anthropic, was sich seiner Ansicht nach besser koordinieren ließe.

Risiken: Von Bioterrorismus bis zu unkontrollierbarer KI

Amodei kündigte einen neuen Essay über KI-Risiken an, der sich mit mehreren Gefahrenbereichen befasst:

  • Kontrolle hochautonomer Systeme, die intelligenter sind als Menschen
  • Missbrauch durch Einzelpersonen, etwa im Bereich Bioterrorismus
  • Missbrauch durch autoritäre Staaten
  • Wirtschaftliche Auswirkungen und Arbeitsplatzverlagerung
  • Unvorhergesehene Konsequenzen

Beide CEOs distanzierten sich vom extremen „Doomerismus“, der Untergang für unvermeidlich hält. Stattdessen betonten sie, dass die Risiken durch wissenschaftliche Arbeit und Zusammenarbeit beherrschbar seien. Amodei verwies auf die Forschung zur „mechanistischen Interpretierbarkeit“, bei der man ins Innere der KI-Modelle schaut, um zu verstehen, warum sie tun, was sie tun.

Die entscheidende Frage: Schließt sich die Schleife?

Beide Experten identifizierten die selbstverbessernde KI als den entscheidenden Faktor für die kommenden Jahre. Wenn KI-Systeme in der Lage sind, eigenständig bessere KI-Systeme zu entwickeln, könnte sich die Entwicklung exponentiell beschleunigen. Hassabis nannte zusätzliche Forschungsgebiete wie Weltmodelle und kontinuierliches Lernen als mögliche Durchbrüche, falls die Selbstverbesserung allein nicht ausreicht.

Interessanterweise äußerten beide am Ende des Gesprächs, dass sie es eigentlich bevorzugen würden, wenn die Entwicklung etwas langsamer verlaufen würde. Dies würde der Gesellschaft mehr Zeit geben, sich auf die fundamentalen Veränderungen vorzubereiten, die mit superintelligenter KI einhergehen.

Ausblick: Was sich bis zum nächsten Jahr ändern wird

Auf die Frage, was sich bis zu ihrem nächsten Treffen ändern werde, waren sich beide einig: Der Fortschritt bei KI-Systemen, die KI-Systeme bauen, wird der entscheidende Indikator sein. Hassabis ergänzte, dass auch Robotik ihren Durchbruch erleben könnte.

Das Gespräch machte deutlich: Die führenden KI-Forscher sehen sowohl enormes Potenzial als auch erhebliche Risiken. Ihre Botschaft an Politik und Gesellschaft ist klar: Die Zeit zum Handeln und zur Vorbereitung auf diese Transformation wird knapp. Ob die Menschheit ihre „technologische Adoleszenz“ ohne Selbstzerstörung übersteht, wie Amodei es formulierte, hängt davon ab, wie die nächsten Jahre genutzt werden.

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