Strategie

Appl’s Siri soll bereits im Februar um Google’s Gemini aufgefettet werden

iPhone 4S führte 2011 Siri ein. © J. Steinschaden
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Es war im Oktober 2011, als Apple mit „Siri“ (kurz für „Speech Interpretation and Recognition Interface“) einen damals doch ziemlich revolutionären intelligenten Assistenten, „der dabei hilft Dinge zu erledigen indem man einfach danach fragt“, auf dem iPhone 4S einzuführen. Seither ist viel Wasser die Donau hinunter geflossen, und die Zeiten haben sich dramatisch geändert. Nachdem Apple versuchte, mit Hilfe von ChatGPT ab 2024 Siri ins KI-Zeitalter zu holen, folgt nun bald der nächste Schritt: Googles Gemini soll letztendlich dafür sorgen, dass der Siri-Assistent auf iPhone und Co auch wirklich so funktioniert, wie man es sich 2026 erwarten würde.

Und das dürfte rascher passieren als viele dachten. Denn Apple will die erste Version von Siri auf Basis von Googles Gemini-Technologie bereits im Februar präsentieren, also in wenigen Wochen. Damit reagiert der Konzern überraschend schnell auf den wachsenden Druck, seinen Sprachassistenten deutlich leistungsfähiger zu machen. Der Plan, auf hauseigene Sprachmodelle zu setzen, ist damit endgültig aufgegeben. Laut dem Bloomberg-Insider Mark Gurman markiert dieser Schritt eine signifikante strategische Kehrtwende für Apple.

Ursprünglich hatte Apple an einem internen Projekt namens „World Knowledge Answers“ gearbeitet, das direkt mit ChatGPT und Perplexity konkurrieren sollte. Dieses Projekt wurde jedoch zugunsten einer tieferen Partnerschaft mit Google zurückgefahren. Anstatt Siri lediglich als separaten Chatbot bereitzustellen, soll die Gemini-basierte Version tief in die Kernanwendungen von iOS integriert werden. Nutzer können demnach eine deutlich smartere Interaktion in Apps wie Mail, Nachrichten, Kalender und Safari erwarten. Ziel ist es, dass Siri komplexe Aufgaben innerhalb dieser Anwendungen eigenständig ausführen kann, anstatt nur einfache Web-Anfragen zu beantworten.

Zeitdruck und strategische Neuausrichtung

Der überraschende Februar-Termin macht deutlich, dass Apple unter erheblichem Zeitdruck steht. Während Mitbewerber wie Microsoft und Google ihre KI-Assistenten bereits fest in ihre Betriebssysteme integriert haben, wirkte Siri in den letzten Jahren zunehmend rückständig. Die Entscheidung für Gemini folgt zudem auf personelle Veränderungen in Apples KI-Abteilung, darunter der Abgang von John Giannandrea als Senior Vice President of Machine Learning, was den Weg für eine neue technologische Ausrichtung geebnet haben könnte.

Andere ambitionierte Projekte wurden vorerst zurückgestellt. Eine komplett KI-gestützte Überarbeitung des Safari-Browsers oder spezielle KI-Gesundheitsfunktionen hat Apple laut Gurmans Quellen auf Eis gelegt, um den Fokus voll und ganz auf die neue Siri-Erfahrung zu legen. Dies zeigt, wie stark der Konzern die Prioritäten verschoben hat, um im Wettbewerb um KI-basierte Assistenten nicht weiter zurückzufallen.

Obwohl die offizielle Vorstellung bereits im Februar erfolgen soll, ist noch unklar, wann die ersten Nutzer das Update auf ihren Geräten installieren können. Es wird spekuliert, dass Apple die neue Siri im Rahmen eines speziellen Events oder einer Vorab-Version von iOS 27 präsentiert. Mit der Integration von Gemini geht Apple ein Wagnis ein: Einerseits holt man sich eine der leistungsstärksten KIs auf das iPhone, andererseits macht man sich in einem Kernbereich von einem Konkurrenten abhängig.

Da Apple und Google jedoch auf mehreren Ebenen wirtschaftlich eng verwoben sind – Google zahlt Milliarden für die Standard-Suchmaschinenposition in Safari – wird die Siri-Kooperation im Idealfall ohne nennenswerte Probleme umgesetzt werden können. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Apple mit dieser Strategie den Rückstand im Bereich der KI-Assistenten aufholen kann und ob Nutzer die tiefe Integration eines Google-Produkts in das iOS-Ökosystem akzeptieren werden.

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