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AWS nimmt European Sovereign Cloud in Betrieb und investiert 7,8 Milliarden Euro in Deutschland

Amazon Web Services. © AWS
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Digitale Souveränität für Europa: Eine Forderung, die nun der Cloud-Marktführer aus den USA umsetzen will. Amazon Web Services nimmt die AWS European Sovereign Cloud in Betrieb und kündigt eine massive Expansion in Europa an. Die souveräne Cloud des US-Konzerns startet in Brandenburg, Deutschland – verbunden mit einer geplanten Investition von über 7,8 Milliarden Euro. Diese soll 17,2 Milliarden Euro zum deutschen Bruttoinlandsprodukt beitragen. Parallel dazu hat AWS eine Erweiterung in Belgien, den Niederlanden und Portugal angekündigt.

Datenkontrolle und operative Autonomie in der EU

Die AWS European Sovereign Cloud ist eine neue, unabhängige Cloud für Europa, die sich laut AWS vollständig in der EU befindet, sowie physisch und logisch von anderen AWS Regionen getrennt ist. „Kunden wollen das Beste aus beiden Welten – sie möchten die komplette Palette der fortschrittlichen Cloud- und KI-Services von AWS nutzen können und gleichzeitig sicherstellen, dass sie strengste Souveränitätsanforderungen erfüllen können“, erklärt Stéphane Israël, Managing Director AWS European Sovereign Cloud and Digital Sovereignty.

Die Infrastruktur habe keine kritischen Abhängigkeiten außerhalb der EU und könne unbegrenzt weiterbetrieben werden, selbst bei Konnektivitätsunterbrechungen zur restlichen Welt. Autorisierte AWS-Mitarbeiter in der EU erhalten demnach in Ausnahmesituationen Zugang zu einer Kopie der Quellcodes, die für die Aufrechterhaltung der Dienste erforderlich sind.

Das technische Fundament bildet das AWS Nitro System, das physische und logische Sicherheitsmechanismen bietet, sodass niemand – auch keine AWS-Mitarbeiter – auf Kundendaten zugreifen könne. Kunden sollen vollständige Kontrolle über den Standort ihrer Daten erhalten und alle Metadaten einschließlich Identity and Access Management, Abrechnung und Nutzungsmessung vollständig in der EU speichern können.

Expansion in drei weitere EU-Länder

Die angekündigten AWS Local Zones in Belgien, den Niederlanden und Portugal werden Teil der AWS European Sovereign Cloud und erweitern die Souveränitätskontrollen auf weitere EU-Länder. Die Infrastruktur ermöglicht es Kunden, Daten an einem bestimmten geografischen Standort zu speichern und latenzempfindliche Anwendungen auszuführen.

Beim Launch stehen mehr als 90 Services aus Kategorien wie KI, Compute, Container, Datenbanken, Netzwerk, Sicherheit und Speicher zur Verfügung. Kunden mit strengeren Anforderungen können zusätzlich AWS Dedicated Local Zones, AWS AI Factories oder AWS Outposts an selbst gewählten Standorten nutzen, einschließlich eigener On-Premises-Rechenzentren.

„Europa braucht Zugang zu führender Cloud- und KI-Technologie. Die Erweiterung der AWS-Innovationen in Europa wird dabei helfen, das Wachstum unserer Kunden und ihre KI-Ambitionen voranzutreiben“, betont Israël.

Politische Entscheidungsträger überzeugt

Politische Entscheidungsträger begrüßen den Launch. „Die AWS European Sovereign Cloud stärkt nicht nur Deutschlands Rolle als Standort für digitale Infrastruktur in Europa – sie belegt auch die Attraktivität unseres Landes für Investitionen in modernste Technologien“, sagt Dr. Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung.

Claudia Plattner, Präsidentin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik betont die Bedeutung selbstbestimmter Nutzung für Europa und begrüßt Innovationen, die diese gewährleisten können. „Als Cybersicherheitsbehörde Deutschlands freuen wir uns, dass wir zu deren Konzeption beitragen können“, so Plattner. Das BSI werde die Umsetzung der Sicherheits- und Souveränitätsmerkmale eng begleiten.

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