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Binance bewirbt sich für MiCA-Lizenz, will Europa-HQ in Griechenland einrichten

Yi He & Richard Teng, Binance Co-CEOs. © Binance
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Die größte Krypto-Börse der Welt will den wichtigen europäischen Markt nicht aufgeben. Deswegen strebt Binance nun eine europäische Zulassung an und wendet sich dabei an griechische Behörden. Das Unternehmen hat dort sowohl eine Holdinggesellschaft gegründet als auch einen formellen Antrag auf eine MiCA-Lizenz eingereicht. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund verschärfter Prüfungen durch französische Aufsichtsbehörden und eines sich zuspitzenden Konflikts über die Durchsetzung der seit Dezember 2024 vollständig geltenden Markets-in-Crypto-Assets-Verordnung. Bis zum 1. Juli 2026 müssen sämtliche in der EU tätigen Kryptoplattformen eine entsprechende Genehmigung vorweisen, andernfalls droht ihnen der Ausschluss vom europäischen Markt.

Die französische Bankenaufsicht ACPR hat bei Inspektionen erhebliche Mängel in den Risikokontrollsystemen von Binance identifiziert, während parallel intensive Geldwäscheprüfungen bei Dutzenden Kryptobörsen laufen. Von über 100 in Frankreich registrierten Plattformen erhielten bislang lediglich vier eine vollständige Autorisierung – eine Erfolgsquote von vier Prozent. Im Gegensatz dazu haben Wettbewerber wie Kraken, Binance, KuCoin, Bybit, Coinbase und OKX bereits MiCA-konforme Lizenzen erhalten und operieren nun in allen Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums bzw. werden bald starten. Insgesamt verfügen mittlerweile mehr als 50 Krypto-Unternehmen über eine MiCA-Zulassung – da darf Binance nicht fehlen.

Stablecoins: Klare Gewinner und Verlierer

Im Bereich der Stablecoins zeichnet sich eine deutliche Marktbereinigung ab. Während Tether trotz seiner Marktdominanz noch keine MiCA-Lizenz erhalten hat und bereits von mehreren EU-Börsen entfernt wurde, haben Circle mit EURC und USDC, Société Générale-Forge mit EURCV und USDCV sowie Membrane Finance mit EURe und eUSD die regulatorische Hürde erfolgreich gemeistert. Bemerkenswert ist, dass die meisten zugelassenen Stablecoins auf Euro lauten, was auf eine strategische Neuausrichtung des europäischen Kryptomarktes hindeutet.

Die Konsequenzen für nicht-konforme Unternehmen fallen drastisch aus. Aufsichtsbehörden haben bereits Strafen in Höhe von über 540 Millionen Euro gegen Kryptofirmen verhängt, die regulatorische Anforderungen missachtet haben. Nach Ablauf der Frist im Juli 2026 endet jegliche Toleranz, und Unternehmen ohne entsprechende Genehmigung verlieren unwiderruflich ihre Betriebserlaubnis in der Europäischen Union. Für Binance und andere noch ausstehende Antragsteller tickt die Uhr, während bereits lizenzierte Wettbewerber ihre Marktposition kontinuierlich ausbauen.

Binance ging optimistisch ins Jahr 2026

Die Binance Co-CEOs Yi He und Richard Teng, deren Mannschaft etwa 300 Mio. Kunden betreut, zeigten sich Im Jahresausblick für 2026 optimistischer als je zuvor. Sie identifizierten fünf zusammenwirkende Kräfte, die den Markt von „unsicherer Expansion“ zu „sicherer Expansion“ führen werden: robustes globales Wirtschaftswachstum trotz Handelskonflikten, eine bevorstehende technologische Revolution (KI, Quantencomputing, Fusion), verstärkte staatliche Liquiditätszuführung an Haushalte und Unternehmen, die Wiederaufnahme der Bilanzausweitung durch die Federal Reserve mit weiteren Zinssenkungen sowie die erwartete regulatorische Klarheit durch den „RFIA/CLARITY Act“, der die Regeln für On-Chain-Assets definieren soll. Diese Kombination aus makroökonomischem Rückenwind, geldpolitischer Lockerung, fiskalischer Unterstützung und regulatorischer Klarheit mache die langfristige Entwicklung von On-Chain-Assets und Anwendungen deutlich vorhersehbarer.

Besonders betonten die CEOs, dass das kommende Wachstum nicht mehr nur auf Stimmung und Hype basieren wird, sondern durch zwei fundamentale Treiber: staatliches Kapital auf souveräner Ebene und unternehmenstaugliche Anwendungen. Wenn Nationen Bitcoin als strategische Reserve diskutieren und On-Chain-Vermögen von Milliarden auf Billionen wachsen, handele es sich nicht mehr nur um einen „Bullenmarkt“, sondern um eine grundlegende Neugestaltung der Finanzinfrastruktur. Binance will in diesem Umfeld weiterhin als „Straßenbauer“ fungieren und verstärkt in Sicherheit, Compliance und Bildung investieren, um allen Nutzern einen sicheren Zugang zur Kryptowelt zu ermöglichen.

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