Bitcoin stürzt auf 70.000 Dollar: SaaS-Abverkauf reisst Krypto-Assets mit
Mit einem Preis von rund 70.000 Dollar liegt die größte Kryptowährung der Welt am Donnerstag morgen nunmehr satte 45 Prozent unterhalb des eigenen Bestwerts vom Oktober 2025 bei 126.000 Dollar – und hat damit in etwa 4 Monaten fast die Hälfte seines Wertes eingebüßt.
Der Bitcoin-Kurs hat am Donnerstag während der asiatischen Handelszeiten mehrere bedeutende Schwellen nach unten durchbrochen. Auf der Kryptobörse Bitstamp rutschte BTC bis auf 69.101 Dollar ab, während sie auf anderen Handelsplattformen wie Coinbase ein Tagestief von 70.002 Dollar erreichte. Über einen Zeitraum von 24 Stunden verzeichnete Bitcoin einen Rückgang von bis zu 7,5 Prozent, bevor die Verluste teilweise wieder aufgeholt wurden.
Die unterschiedlichen Kursniveaus auf verschiedenen Börsen deuten auf verstärkten Verkaufsdruck auf der zu Robinhood gehörenden Plattform Bitstamp hin. Diese Diskrepanz zwischen den Handelsplätzen zeigt sich besonders deutlich beim Unterschreiten der psychologisch wichtigen 70.000-Dollar-Marke. Nach einem Höchststand von über 126.000 Dollar Anfang Oktober befindet sich Bitcoin seit mehreren Monaten in einem Abwärtstrend, wobei Marktbeobachter weitere Korrekturen bis auf möglicherweise 60.000 Dollar für möglich halten.
Sorgen um KI-Investitionen belasten Technologiewerte
Der erneute Kursrutsch bei Bitcoin erfolgte parallel zu starken Verlusten an den asiatischen und amerikanischen Aktienmärkten, insbesondere im Technologiesektor. Der MSCI Asia Tech Index verzeichnete bereits den fünften Rückgang innerhalb von sechs Handelssitzungen, angeführt von südkoreanischen Technologiewerten, wo der Kospi um rund vier Prozent nachgab. Die Schwäche folgte auf enttäuschende Quartalsergebnisse von Unternehmen wie Alphabet, Qualcomm und Arm, die Befürchtungen verstärkten, dass die Investitionen in künstliche Intelligenz ihren Höhepunkt schneller erreichen könnten als erwartet.
Wie berichtet hat der Aufstieg von Coding-AI massive Sorgen ausgelöst, wie zukunftsträchtig Software-as-a-Service-Unternehmen aufgestellt sind. Wenn Unternehmen mit Claude von Anthropic sich einfach Software selbst maßschneidern können, braucht es dann noch große SaaS-Anbieter? So war zu sehen, dass die Aktien von Unternehmen wie Salesforce, Intuit, Workday, Palantir oder Oracle seit kurzem stark in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Vergleich man den Bitcoin-Kurs etwa mit von SaaS-Unternehmen bestimmten ETFs wie
- Global X Cloud Computing ETF (CLOU)
- First Trust Cloud Computing ETF (SKYY)
- WisdomTree Cloud Computing Fund (WCLD)
dann sieht man deutliche Parallelen:

Bitcoin verhält sich zunehmend wie eine Risikoanlage mit hoher Volatilität, besonders während aktienmarktgetriebener Korrekturen bei dünner Liquidität und steigender makroökonomischer Unsicherheit. Die Digitalwährung schwankte bereits zu Wochenbeginn stark zwischen 73.000 und 76.000 Dollar, was Marktteilnehmer eher als Zeichen fragiler Überzeugung denn als klare Trendumkehr interpretierten. Die Kursbewegungen unter die niedrigen 70.000er-Marken haben eine breitere Auflösung von gehebelten Positionen beschleunigt und zahlreiche Zwangsliquidierungen ausgelöst.
Edelmetalle verstärken Verkaufsdruck auf Rohstoffmärkte
Branchenbeobachter sehen in der aktuellen Entwicklung das Ende einer Phase der Selbstzufriedenheit unter institutionellen Marktteilnehmern. Die Betriebsleiterin von Synfutures erklärte, dass überfüllte Positionen, die während der Rally nach der Einführung von Bitcoin-ETFs aufgebaut wurden, nun aufgelöst werden. Die Preisbewegungen würden mittlerweile stärker durch Bilanzierungsmechanismen als durch narrative Entwicklungen getrieben, wobei die Stimmung deutlich risikoaverser geworden sei.
Der Druck auf die Kryptomärkte wurde durch heftige Bewegungen bei Edelmetallen verstärkt. Silber stürzte um bis zu 17 Prozent ab, während Gold über drei Prozent verlor, was eine brutale Abwicklung von Positionen auslöste und auch tokenisierte Edelmetallprodukte auf Kryptoplattformen schwer traf. Diese parallelen Entwicklungen unterstreichen die aktuelle Rolle von Bitcoin als hochvolatile Risikoanlage in einem Umfeld steigender Unsicherheit über Bewertungen im Technologiesektor und die Nachhaltigkeit von KI-getriebenen Investitionszyklen.

