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Bitcoin stürzt auf 76.000 Dollar, 40% unter seinen eigenen Höchstwert

Bitcoin & Ethereum. © Jakub Żerdzicki auf Unsplash
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Bitcoin liegt nach dem jüngsten Crash am Wochenende hinunter auf 76.000 Dollar nunmehr 40 Prozent unter seinem Allzeithoch von 126.000 Dollar, das es im Oktober 2025 erreicht hat.

Besonders bemerkenswert zeigt sich die Tatsache, dass der Januar mit einem Minus von nahezu 11 Prozent den vierten Verlustmonat in Folge markierte – die längste Negativserie seit 2018. Anders als bei früheren Kurseinbrüchen fehlt diesmal ein erkennbarer Auslöser wie Panikverkäufe oder systemische Schocks. Stattdessen prägt eine schleichende Erosion das Marktgeschehen, getrieben von schwindendem Kaufinteresse und nachlassender Liquidität. Börsengehandelte Bitcoin-Fonds verzeichnen kontinuierliche Abflüsse, was auf eine geschwächte Überzeugung bei institutionellen Anlegern hindeutet, von denen viele mittlerweile Verluste auf ihre Positionen ausweisen.

DeFi hin oder her, Bitcoin sagt wo es lang geht

Der aktuelle Absturz legt eine schmerzhafte Wahrheit über den Kryptomarkt offen: Trotz tausender alternativer digitaler Währungen und zunehmender institutioneller Akzeptanz bewegen sich die Märkte im Jahr 2026 weiterhin nahezu synchron mit Bitcoin. Die Vorstellung einer echten Diversifikation innerhalb des Kryptosektors erweist sich als Illusion. Sechzehn verschiedene Marktindizes, die unterschiedliche Segmente abbilden, weisen für das laufende Jahr Verluste zwischen 15 und 19 Prozent auf.

Besonders hart trifft es Indizes für dezentrale Finanzprotokolle und Smart-Contract-Plattformen mit Einbußen von 20 bis 25 Prozent. Selbst Token von Protokollen, die tatsächliche Einnahmen generieren und damit traditionellen defensiven Sektoren ähneln, sind zusammen mit Bitcoin gefallen. Der Token des Kreditprotokolls Aave verlor 26 Prozent, während Hyperliquid mit einem Plus von 20 Prozent eine seltene Ausnahme darstellt. Analysten führen diese mangelnde Differenzierung darauf zurück, dass Bitcoin konstant über 50 Prozent des gesamten Marktwerts digitaler Assets ausmacht und Stablecoins als bevorzugte defensive Allokation dienen, was Kapitalrotationen in andere Kryptowährungen verhindert.

Geopolitische Spannungen und Zwangsliquidierungen

Das Wochenende brachte eine dramatische Zuspitzung, als Bitcoin auf 76.000 Dollar abstürzte. Seit dem Oktober-Höchststand sind damit rund 800 Milliarden Dollar an Marktwert vernichtet worden. Innerhalb von 24 Stunden wurden gehebelte Long-Positionen im Wert von 2,5 Milliarden Dollar zwangsliquidiert, wobei nahezu 200.000 Händler ihre Konten verloren. Der unmittelbare Auslöser war eine Eskalation der militärischen Spannungen zwischen den USA und Iran, die das Risikoappetit abrupt einfrieren ließ. Anders als erhofft fungierte Bitcoin nicht als sicherer Hafen, sondern diente als Liquiditätsquelle für Notverkäufe.

Verschärft wurde die Situation durch die Nominierung von Kevin Warsh für die Federal Reserve, die einen starken Anstieg des US-Dollar auslöste. Dieser Dollar-Anstieg setzte auch traditionelle Wertspeicher unter Druck: Gold stürzte am Freitag um 9 Prozent auf unter 4.900 Dollar, Silber brach um 26 Prozent auf 85,30 Dollar ein. Die dünne Liquidität am Wochenende verstärkte die Abwärtsbewegung zusätzlich, da automatisierte Verkaufsorders eine Kettenreaktion auslösten.

Michael Saylor’s Strategy im Fokus

Die Marktdaten offenbaren eine gespaltene Investorenlandschaft. Kleinanleger mit Beständen unter 10 Bitcoin verkaufen seit über einem Monat kontinuierlich ihre Positionen und kapitulieren angesichts des 35-prozentigen Rückgangs vom Allzeithoch. Gleichzeitig akkumulieren Großinvestoren mit Beständen von über 1.000 Bitcoin leise weitere Einheiten und erreichen Niveaus, die zuletzt Ende 2024 verzeichnet wurden.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Situation von Michael Saylors Unternehmen Strategy, dessen durchschnittlicher Einstiegspreis bei etwa 76.037 Dollar liegt. Als Bitcoin darunter fiel, entstanden Spekulationen über mögliche Zwangsverkäufe, die sich jedoch als unbegründet erwiesen, da keine Coins als Sicherheiten hinterlegt sind. Dennoch beeinträchtigt die Situation Saylors Fähigkeit, günstiges Kapital für weitere Bitcoin-Käufe aufzunehmen, was den Markt eines wichtigen Käufers berauben könnte.

Ansteckungseffekte und historische Parallelen

Die Turbulenzen beschränken sich nicht auf den Kryptomarkt. US-Aktienfutures eröffneten am Sonntagabend mit Verlusten, wobei der Nasdaq um 1 Prozent und der S&P 500 um 0,6 Prozent nachgaben. Der Fear & Greed Index für Kryptowährungen signalisiert extreme Angst. Stablecoins haben sich als bevorzugte defensive Position etabliert, was eine fundamentale Veränderung gegenüber traditionellen Aktienmärkten darstellt. Während Aktienkapital typischerweise investiert bleiben muss, ermöglichen Stablecoins einen schnellen Wechsel von bullischen zu neutralen Positionen.

Diese Dynamik erschwert die Entwicklung echter defensiver Kryptosektoren, da Kapital bei Unsicherheit direkt in Dollar-gebundene Token fließt statt in umsatzgenerierende Protokolle. Analysten fordern, dass die Branche ähnlich wie traditionelle Märkte bestimmte Sektoren wie DeFi-Plattformen als krisenresistent etablieren müsse, damit diese während Abschwüngen tatsächlich Kapital anziehen können.

Kommt der nächste Krypto-Winter

Die Parallelen zum Kryptowinter von 2022 werden zunehmend diskutiert. Damals führte eine Kombination aus übermäßiger Spekulation und spektakulären Zusammenbrüchen zu einem 80-prozentigen Rückgang von Bitcoin. Ein ähnlicher Absturz vom aktuellen Zyklushoch würde Bitcoin auf etwa 25.000 Dollar bringen – eine Vorstellung, die viele Marktteilnehmer erschreckt, die Analysten jedoch als möglicherweise notwendige Bereinigung betrachten.

Der Boden des letzten Bärenmarktes bildete sich kurz nach dem Zusammenbruch der Börse FTX. Ob im aktuellen Zyklus ähnliche Ereignisse bevorstehen, bleibt abzuwarten. Die institutionelle Adoption durch Vermögensverwalter und regulatorische Fortschritte unterscheiden diesen Zyklus von früheren Phasen, doch das menschliche Verhalten und die Boom-Bust-Dynamik scheinen sich zu wiederholen. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob der Markt eine Stabilisierung findet oder ob weitere spekulative Exzesse ausgewaschen werden müssen, bevor eine nachhaltige Erholung einsetzen kann.

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