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Bitcoin fällt unter 90.000 Dollar: „Sell America“ und Ausverkauf bei japanischen Staatsanleihen

Bitcoin & Ethereum. © Jakub Żerdzicki auf Unsplash
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Die Geopolitik kriselt derzeit ordentlich wegen des Grönland-Konflikts zwischen den USA und Europa – und das spürt auch der Krypto-Markt sehr deutlich. Der Sektor hat einen heftigen Rückschlag erlitten, als Bitcoin unter die Marke von 90.000 Dollar rutschte und dabei eine Welle von Zwangsliquidationen auslöste. Über 183.000 Trader verloren ihre gehebelten Positionen, wobei das Gesamtvolumen der Liquidationen nach Daten von CoinGlass rund 1,09 Milliarden Dollar erreichte.

Der Preisverfall ereignete sich inmitten einer breiten Risikoaversion an den globalen Finanzmärkten, die sowohl Kryptowährungen als auch traditionelle Anlageklassen erfasste. Bitcoin notierte am späten Dienstagabend bei 88.746 Dollar, nachdem die digitale Leitwährung zuvor noch bei 92.500 Dollar gehandelt worden war. Am Mittwoch morgen steht sie bei 89.500 Dollar.

Massive Hebelwirkung trifft auf Marktumkehr

Die Liquidationsdaten offenbaren das Ausmaß der spekulativen Positionierung vor dem Kursrutsch: Nahezu 92 Prozent der zwangsweise geschlossenen Positionen entfielen auf Long-Wetten, was zeigt, wie stark Händler auf weitere Kursgewinne gesetzt hatten. Die größte Einzelliquidation betraf eine BTCUSDT-Position im Wert von 13,52 Millionen Dollar auf der Börse Bitget. Eine Liquidation tritt ein, wenn eine Handelsplattform die gehebelte Position eines Traders zwangsweise schließt, weil dieser die erforderliche Sicherheitsleistung nicht mehr aufbringen kann. Solche Liquidationskaskaden signalisieren häufig Marktextreme, bei denen die Stimmung in eine Richtung überreizt ist und eine Kursumkehr bevorstehen könnte.

Der Kryptomarkt-Ausverkauf spiegelt sich in scharfen Verlusten bei US-Aktien wider, wobei der S&P 500 und der Nasdaq Composite beide um mehr als zwei Prozent fielen – die schlechteste Handelssitzung seit Oktober für alle drei großen US-Indizes (nimmt man den Dow Jones dazu).

Auch kryptobezogene Aktien gerieten unter Druck: Die Handelsplattform Coinbase verlor 5,6 Prozent, der Stablecoin-Emittent Circle gab 7,5 Prozent nach, während Strategy als größter institutioneller Bitcoin-Halter 7,8 Prozent einbüßte. BitMine Immersion, das Unternehmen mit den weltweit größten Ethereum-Beständen, verzeichnete einen Rückgang von 9,4 Prozent.

Japanische Anleihenkrise erschüttert globale Märkte

Das Epizentrum der Marktturbulenzen lag nach Einschätzung von Analysten nicht in den Vereinigten Staaten, sondern in Japan. Ein massiver Ausverkauf bei japanischen Staatsanleihen trieb die Renditen zehnjähriger Papiere um 19 Basispunkte nach oben – der stärkste Anstieg seit 2022 –, während die Renditen 30-jähriger Anleihen den größten Tagessprung seit 2003 verzeichneten.

Vincent Liu, Chief Investment Officer bei Kronos Research, führte den Kursrückgang auf ein risikoscheues makroökonomisches Umfeld und eine Liquidierung von Hebelwirkungen zurück, die kaskadierende Zwangsliquidationen auslöste. Zusätzlich belasteten erneute Zolldrohungen von Präsident Donald Trump gegenüber europäischen Nationen die Stimmung, während die Schwäche am japanischen Anleihenmarkt und reduzierte Pensionsfonds-Engagements in US-Staatsanleihen auf globale Risikoanlagen drückten. Chung beobachtete einen umfassenden „Sell America“-Handel mit fallenden Aktien, Staatsanleihen, Dollar und Bitcoin, während Gold zulegte.

Händler beobachten nun genau die Unterstützungszone zwischen 87.000 und 88.000 Dollar. Ein Durchbruch nach unten könnte den Weg für einen weiteren Rückgang in Richtung 85.000 Dollar öffnen. Die weitere Entwicklung könnte maßgeblich von Japans vorgezogener Wahl am 8. Februar abhängen, die entweder zu fiskalischer Dominanz führen und die Bank of Japan zurück zu quantitativer Lockerung zwingen könnte – ein Szenario, das auf der Prognoseplattform Polymarket derzeit mit 91 Prozent Wahrscheinlichkeit gehandelt wird. Investoren achten zudem auf Zollschlagzeilen, makroökonomische Signale der US-Notenbank sowie institutionelle Kapitalflüsse in Krypto-ETFs als mögliche Stabilisierungsfaktoren.

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