Finanzierung

Cancilico holt sich 2,5 Millionen Euro für KI-Diagnostik bei Blutkrebs

Das Team von Cancilico. © Cancilico
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Das HealthTech-Startup Cancilico aus Dresden hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 2,5 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird das Konsortium vom High-Tech Gründerfonds (HTGF), dem TGFS Technologiegründerfonds Sachsen, der GEDAD GmbH und der ROI Verwaltungsgesellschaft von Roland Oetker. Mit dem Kapital will das 2023 gegründete Unternehmen seine KI-basierte Diagnosesoftware MyeloAID zur Marktreife bringen.

MyeloAID analysiert Knochenmarkproben mittels künstlicher Intelligenz und ermöglicht so schnellere und präzisere Diagnosen bei hämatologischen Erkrankungen. Das Datenmodell basiert auf einem validierten Datensatz verschiedener Blutkrebsarten sowie Daten gesunder Individuen.

Ein Alleinstellungsmerkmal ist das plattformunabhängige Design: Die Software funktioniert auf jedem gängigen bildgebenden Mikroskop oder Scanner, ohne dass Labore ihre bestehende Hardware-Infrastruktur ersetzen müssen. Als Research-Use-Only-Variante ist MyeloAID bereits über die PathoZoom® Scan & LiveView Suite von Smart In Media verfügbar und im Einsatz.

Globaler Fachkräftemangel treibt Bedarf

„Wir stehen vor einem weltweiten Mangel an hämatologischen Fachkräften, während die Komplexität und Zahl der diagnostischen Fälle steigt“, erklärt Markus Badstübner, CEO und Mitgründer von Cancilico. Das Ziel sei es, Diagnostik auf Expertenniveau breit zugänglich zu machen und die Patientenergebnisse ohne hohe Investitionskosten zu verbessern. CMO und Mitgründer Dr. Moritz Middeke ergänzt: „Die Knochenmarkanalyse ist eine der komplexesten und zeitintensivsten Disziplinen in der Hämatologie“. Die KI agiere als hochqualifizierter digitaler Kollege.

„Wir sind davon überzeugt, in ein herausragendes Team und eine überlegene Technologie zu investieren, die mit ihren ‚Research Use Only‘-Datenmodellen bereits kommerzielle Erfolge zeigt“, so Dr. Jörg Traub, Principal beim HTGF. Das KI-Modell nutze Trainingsdaten sowohl von erkrankten Patient:innen als auch von Gesunden, was eine bessere und schnellere Klassifizierung ermögliche.

Sächsisches Life-Science-Ökosystem als Basis

Das multidisziplinäre Team besteht aus CEO Markus Badstübner, CMO Dr. Moritz Middeke, Tim Schmittmann, Sebastian Riechert, Dr. Jan Eckardt, Dr. Karsten Wendt und Angel-Investor Prof. Gerhard Ehninger. Die Gründer vereinen Expertise aus Data Science und klinischer Hämatologie.

Cancilico ist tief im sächsischen Life-Science-Ökosystem verankert und arbeitet eng mit dem Biotech-Netzwerk Biosaxony zusammen. Das Startup trägt zu den Clusters4Future-Initiativen SaxoCell und SEMECO bei, die schnelle Translationswege zwischen Forschung und Markt ermöglichen. Mit der frischen Finanzierung konzentriert sich Cancilico nun darauf, die regulatorischen Zulassungen zu erreichen und MyeloAID als Routinewerkzeug in hämatologischen Laboren weltweit zu etablieren.

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