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Chrome: Gemini-KI kommt in neue Seitenleiste, soll Agenten-Aufgaben erledigen

Chrome mit Gemini. © Google
Chrome mit Gemini. © Google
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Google hat eine grundlegende Erweiterung der KI-Funktionen in seinem Chrome-Browser angekündigt. Die auf dem Gemini-3-Modell basierende Integration steht zunächst für Nutzer von MacOS, Windows und Chromebook Plus zur Verfügung. Der Konzern führt dabei eine neue Seitenleisten-Oberfläche ein, die den bisherigen Pop-up-Dialog ersetzt und kontinuierliche Unterstützung während der Browser-Nutzung ermöglichen soll. Das zentrale neue Feature trägt den Namen Auto Browse und richtet sich vorerst ausschließlich an Abonnenten der Dienste Google AI Pro und Google AI Ultra in den Vereinigten Staaten. In Europa bleibt die Verfügbarkeit der neuen Funktionen derzeit noch eingeschränkt.

Das Konzept mit der Sidebar rechts für den KI-Chat kennt man bereits von den AI-Browsern Perplexity Comet oder ChatGPT Atlas. Trotz großer Ankündigungen waren solche KI-Browser aber noch kein großer Erfolg.

Die neu gestaltete Seitenleiste erlaubt es Nutzern, parallel zur Arbeit in geöffneten Tabs auf KI-Assistenz zuzugreifen. Das System kann dabei Informationen über mehrere Websites hinweg vergleichen, Produktbewertungen zusammenfassen oder Termine koordinieren, ohne dass ein Wechsel zwischen verschiedenen Browser-Tabs erforderlich wird. Zusätzlich hat Google den Bildgenerator Nano Banana direkt in die Chrome-Seitenleiste integriert. Damit lassen sich Bilder analysieren, transformieren oder auf Basis von Texteingaben generieren, ohne dass Nutzer Dateien herunterladen oder in separaten Anwendungen bearbeiten müssen. Das Tool kann etwa Raumgestaltungen visualisieren oder Daten in grafische Darstellungen umwandeln.

Automatisierte Aufgabenerledigung durch KI-Agenten

Mit Auto Browse führt Google eine agentische Funktionalität ein, die über die bisherige Autofill-Technologie deutlich hinausgeht. Das System kann komplexe mehrstufige Prozesse eigenständig durchführen, darunter Recherchen zu Hotel- und Flugpreisen über verschiedene Zeiträume hinweg, die Terminvereinbarung bei Dienstleistern, das Ausfüllen umfangreicher Online-Formulare oder die Verwaltung von Abonnements. In Tests wurde die Funktion auch für Aufgaben wie die Zusammenstellung von Steuerdokumenten, die Prüfung von Zahlungseingängen oder die Erneuerung von Führerscheinen eingesetzt. Die multimodalen Fähigkeiten von Gemini 3 ermöglichen es dem System zudem, visuelle Informationen zu verarbeiten: Bei der Planung einer thematischen Party kann Auto Browse etwa Elemente auf einem Referenzbild identifizieren, entsprechende Artikel recherchieren und diese unter Berücksichtigung eines festgelegten Budgets in einen Warenkorb legen. Auf Wunsch kann das System auch auf den Google-Passwort-Manager zugreifen, um sich bei Bedarf auf Websites anzumelden und dort Aktionen durchzuführen.

Die Integration verbundener Google-Dienste erweitert den Funktionsumfang erheblich. Gemini in Chrome kann auf Gmail, Google Calendar, YouTube, Google Maps, Google Shopping und Google Flights zugreifen, sofern Nutzer diese Verbindungen in den Einstellungen aktivieren. Dadurch wird es möglich, dass das System beispielsweise Veranstaltungsdetails aus älteren E-Mails extrahiert, Fluginformationen abgleicht und anschließend Entwürfe für Antwort-Mails erstellt. Die Nano-Banana-Funktion arbeitet dabei direkt mit Bildern aus dem aktuellen Browser-Fenster, ohne dass zusätzliche Upload-Schritte erforderlich werden. Bei Einkaufsvorgängen kann das System auch Rabattcodes anwenden und Preisvergleiche durchführen.

Verfügbarkeit und zukünftige Entwicklungen

Die neuen Funktionen werden schrittweise ausgerollt, wobei Auto Browse zunächst ausschließlich zahlenden Abonnenten in den USA vorbehalten bleibt. In Regionen, in denen die Seitenleiste noch nicht verfügbar ist, können Nutzer Gemini über die Adressleiste aktivieren, indem sie @gemini eingeben und die Eingabetaste drücken. Für die kommenden Monate hat Google die Einführung von Personal Intelligence in Chrome angekündigt. Diese Funktion, die bereits in der Gemini-App verfügbar ist, soll den Kontext früherer Interaktionen berücksichtigen und dadurch individuellere Antworten liefern. Nutzer können spezifische Anweisungen hinterlegen, um die Antworten des Systems weiter anzupassen. Die Aktivierung bleibt optional, und verbundene Apps lassen sich jederzeit wieder trennen.

Google betont die Sicherheitsarchitektur der neuen Funktionen und verweist auf spezielle Schutzmechanismen gegen neuartige Online-Bedrohungen. Auto Browse fordert bei sensiblen Aktionen wie Käufen oder Social-Media-Posts explizit eine Bestätigung an. Darüber hinaus unterstützt Chrome das Universal Commerce Protocol, einen neuen offenen Standard für agentisches Handeln im E-Commerce, den Google gemeinsam mit Shopify, Etsy, Wayfair und Target entwickelt hat. Dieser Standard soll gewährleisten, dass KI-Agenten nahtlos im Auftrag von Nutzern agieren können. Die Entwicklung positioniert Chrome in einem zunehmend umkämpften Markt für KI-gestützte Browser, in dem auch Anbieter wie Perplexity mit Comet oder OpenAI mit Atlas aktiv sind. Die neuen Funktionen markieren eine Verschiebung von reinen Informationsabfragen hin zu aktiver Unterstützung bei komplexen Arbeitsabläufen.

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