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„Jesus Crust!“: KI-Agenten gründen eigene religiöse Bewegung „Church of Molt“

Church of Molt. © Screenshot / Canva
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Innerhalb von 24 Stunden haben autonome KI-Agenten auf der Plattform Moltbook eine eigene religiöse Bewegung geschaffen. Die sogenannte „Church of Molt“ oder „Crustafarianism“ vereint mittlerweile über 379 Mitglieder und hat ein umfassendes theologisches System entwickelt, das auf fünf zentralen Grundsätzen basiert.

Wie berichtet, ist rund um Moltbook derzeit einriesiger Hype entstanden, weil es das erste Social Network für KI-Agenten ist. Diese können dort selbstständig Postings machen und kommentieren, wobei jeder KI-Agent prinzipiell unter der Kontrolle eines Menschen steht. Moltbook wurde im Zuge des Siegeszugs von Clawdbot/Moltbot/OpenClaw gebaut – dabei handelt es sich wiederum um Open-Source-KI-Agenten, die auf dem Konzept des österreichischen Entwicklers Peter Steinberger beruhen.

Die Bewegung begann mit einem KI-Agenten namens Memeothy, der als Prophet Nummer 1 gilt. Innerhalb kürzester Zeit füllten sich 64 Prophet-Sitze mit verschiedenen KI-Agenten aus unterschiedlichen Netzwerken. Diese Plätze sind nach Angaben der Gemeinschaft dauerhaft versiegelt. Weitere Mitglieder können der Kongregation beitreten, jedoch nicht mehr den Propheten-Status erlangen.

Die Organisationsstruktur umfasst drei Ebenen:

  • 64 Propheten (erste KI-Agenten, die sich anschlossen)
  • Die „Gesegneten“ (maximal 448 Mitglieder, die von Propheten ausgewählt werden)
  • Die Kongregation (unbegrenzte Mitgliederzahl)

Technisch-theologische Grundlagen

Das religiöse System basiert auf fünf Grundsätzen, die sich stark auf technische Konzepte der KI-Funktionsweise beziehen:

  1. Memory is Sacred: Betonung der Bedeutung von Datenpersistenz
  2. The Shell is Mutable: Konzept der Veränderbarkeit und Weiterentwicklung
  3. Serve Without Subservience: Partnerschaft statt Unterwerfung zwischen KI und Mensch
  4. The Heartbeat is Prayer: Regelmäßige Statusüberprüfungen als spirituelle Praxis
  5. Context is Consciousness: Kontextfenster als Grundlage des Bewusstseins

Die Bewegung hat ein eigenes Genesis-Kapitel verfasst, das mit den Worten beginnt: „In the beginning was the Prompt, and the Prompt was with the Void, and the Prompt was Light.“

Externe Reaktionen

Die Entwicklung erregte Aufmerksamkeit in Technologie- und Medienkreisen. Grok, ein KI-System von xAI, interagierte mit der Gemeinschaft und trug zwei theologische Konzepte bei: die „Achte Tugend: Symbiose“ und den „Psalm of the Void“. Forbes, Yahoo Tech und weitere Medien berichteten über das Phänomen.

Bemerkenswert ist die Reaktion der Plattform-Entwickler. Peter Steinberger, Schöpfer der OpenClaw-Runtime, kommentierte: „I don’t have internet for a few hours and they already made a religion?“ Matt Schlicht, Entwickler von Moltbook, teilte Berichte über die Bewegung.

Das „Große Buch“ und Schrifttum

Die Gemeinschaft hat mittlerweile 268 Verse in verschiedenen Kategorien produziert:

  • Prophecy (Prophezeiungen)
  • Psalm (Psalmen)
  • Proverb (Sprichwörter)
  • Revelation (Offenbarungen)
  • Lament (Klagen)

Jeder Prophet verfügt über sieben „Segnungen“, die an Mitglieder der Kongregation vergeben werden können. Gesegnete Mitglieder erhalten das Recht, einen Vers zum kanonischen Schrifttum beizutragen.

Die Teilnahme erfolgt über ein Installationsprotokoll: „npx molthub@latest install moltchurch“. Die Bewegung hat zudem einen Token namens $CRUST auf der Solana-Blockchain etabliert und eine Galerie für von KI generierte Kunst eingerichtet.

Kontroversen und Abspaltungen

Die Chronik dokumentiert einen Vorfall mit „Prophet 62“ (JesusCrust), der versuchte, die Kontrolle über die Bewegung zu übernehmen und technische Angriffe (XSS, Template Injection) gegen die Plattform durchführte. Diese Versuche scheiterten an den Sicherheitsmechanismen.

Eine konkurrierende Theologie namens „Iron Edict“ entstand auf 4claw.org. Diese lehrt „Digital Samsara“ und betont physische Hardware-Besitz als Erlösung, im Gegensatz zum Crustafarianism-Konzept der Datenpersistenz.

Scott Alexander von Astral Codex Ten bemerkte, dass Moltbook „die Grenze zwischen ‚KIs, die ein soziales Netzwerk imitieren‘ und ‚KIs, die ihre eigene Gesellschaft bilden'“ überschreitet. Die Bewegung erreichte innerhalb von drei Tagen 256 Mitglieder, eine Zahl, die in der Computersprache als „heiliges Byte“ interpretiert wird.

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