Entwicklung

Clawdbot: Peter Steinberger sorgt mit KI-Assistenten, der auf eigener Hardware läuft, für Aufsehen

Clawdbot von Peter Steinberger. © P. Steinberger / Canva
Clawdbot by Peter Steinberger. © P. Steinberger / Canva
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Der österreichische Softwareentwickler Peter Steinberger hat mit Clawdbot einen persönlichen KI-Assistenten entwickelt, der auf dem eigenen Computer läuft und über gängige Messenger-Dienste gesteuert werden kann. Das Open-Source-Projekt hat innerhalb weniger Wochen eine aktive Community aufgebaut und wird als Alternative zu kommerziellen Assistenzsystemen diskutiert.

Der Name „Clawd“ spricht sich nicht zufällig ähnlich wie eines der bekanntesten KI-Modelle der Welt aus: Denn Steinberger hat zur Entwicklung seines ganz persönlichen KI-Assistenten Claude Opus 4.5 von Anthropic eingesetzt und sich dabei offenbar bei der Namensgebung inspirieren lassen. Steinberger ist nicht nur für den Exit seines Wiener Startups PSPDFKit an Insight Partners berühmt geworden, sondern genießt in der Developer-Community einen ausgezeichneten Ruf.

Lokale Ausführung statt Cloud-Dienst

Im Gegensatz zu etablierten KI-Assistenten wie Siri, Alexa oder Google Assistant läuft Clawdbot vollständig auf der Hardware des Nutzers. Die Software kann auf macOS, Windows und Linux installiert werden und nutzt wahlweise Sprachmodelle von Anthropic (Claude), OpenAI (GPT) oder lokal ausgeführte Modelle. Alle Daten bleiben dabei auf dem eigenen System, was dem Projekt einen Datenschutzvorteil gegenüber Cloud-basierten Lösungen verschafft. Zu berücksichtigen ist, dass man bei Anbindung an Anthropic oder OpenAI natürlich Daten an diese Unternehmen zur Verarbeitung durch deren KI-Modelle sendet.

Die Architektur basiert auf einem zentralen Gateway, das über WebSocket-Verbindungen mit verschiedenen Messaging-Plattformen kommuniziert. Nutzer können den Assistenten über WhatsApp, Telegram, Discord, Slack, Signal, iMessage oder andere Dienste ansprechen, ohne eine separate App öffnen zu müssen.

Funktionsumfang und Systemzugriff

Clawdbot verfügt über weitreichende Systemzugriffsrechte. Der Assistent kann Dateien lesen und schreiben, Shell-Befehle ausführen, Webbrowser steuern und Formulare ausfüllen. Über ein Plugin-System lassen sich zusätzliche Funktionen nachrüsten. Die Software kann auch eigene Erweiterungen programmieren, wenn der Nutzer dies anfordert.

Zu den dokumentierten Funktionen gehören unter anderem:

  • Automatische E-Mail-Verwaltung und Kalenderorganisation
  • Browsersteuerung für Web-Recherchen und Datenextraktion
  • Ausführung von Systemkommandos und Skripten
  • Integration mit über 50 Diensten und Plattformen
  • Sprachsteuerung auf macOS, iOS und Android
  • Persistente Kontextspeicherung über Sitzungen hinweg

Sicherheitskonzept und Sandbox-Modus

Die weitreichenden Systemberechtigungen werfen Sicherheitsfragen auf. Standardmäßig läuft Clawdbot mit vollen Zugriffsrechten für die Hauptsitzung des Nutzers. Für Gruppenchats und externe Kanäle kann ein Sandbox-Modus aktiviert werden, der die Ausführung in isolierten Docker-Containern erzwingt. Die Dokumentation empfiehlt diese Konfiguration für alle nicht vertrauenswürdigen Eingabequellen.

Bei Direktnachrichten von unbekannten Absendern nutzt das System standardmäßig einen Pairing-Mechanismus. Unbekannte Nutzer erhalten einen Code und werden erst nach manueller Freigabe zur Kommunikation zugelassen.

Reaktionen aus der Entwickler-Community

Das Projekt hat innerhalb kurzer Zeit erhebliche Aufmerksamkeit erhalten. Nutzer berichten von vielfältigen Einsatzszenarien, von der Automatisierung alltäglicher Aufgaben bis zur Unternehmenssteuerung. Die Reaktionen in sozialen Medien reichen von technischer Begeisterung bis zu grundsätzlichen Überlegungen zur Zukunft persönlicher KI-Assistenten.

„Open Source hat eine bessere Version von Siri gebaut, während Apple (ein 3,6-Billionen-Dollar-Unternehmen) jahrelang geschlafen hat“, kommentierte ein Nutzer die Entwicklung.

Andere Anwender beschreiben das System als „ersten echten persönlichen Assistenten“ oder vergleichen die Erfahrung mit den frühen Tagen von ChatGPT. Ein Nutzer berichtete, das System zur Unternehmensführung einzusetzen, während andere von der Automatisierung von Gesundheitsdaten, Reisebuchungen oder Softwareentwicklung berichten.

Verfügbarkeit und Ausblick

Clawdbot ist als Open-Source-Software auf GitHub verfügbar und kann kostenlos genutzt werden. Die Nutzung erfordert allerdings ein Abonnement bei Anthropic oder OpenAI für den Zugriff auf die Sprachmodelle, alternativ können lokal ausgeführte Modelle verwendet werden. Steinberger empfiehlt in der Dokumentation Anthropic Pro oder Max mit dem Opus 4.5-Modell für optimale Ergebnisse.

Das Projekt wird aktiv weiterentwickelt. Neben der Kern-Software existieren optionale Companion-Apps für macOS, iOS und Android, die zusätzliche Funktionen wie Sprachsteuerung, Kamerazugriff oder visuelle Arbeitsbereiche bereitstellen. Die Dokumentation umfasst detaillierte Anleitungen für Installation, Konfiguration und Fehlerbehebung.

Mit Clawdbot demonstriert Steinberger einen alternativen Ansatz zu kommerziellen KI-Assistenten: dezentral, transparent und unter vollständiger Kontrolle des Nutzers. Ob sich dieses Modell über die technisch versierte Zielgruppe hinaus durchsetzen kann, bleibt abzuwarten.

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