KI-Modell

Emmi AI: „Digitaler Ingenieur“ soll Spritzguss 200x schneller berechnen als bisher

Team of Emmi AI. © Emmi AI
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Emmi AI, ein Startup aus Linz rund um CEO und Mitgründer Johannes Brandstetter, hat ein spezialisiertes KI-System für die Simulation von Spritzgussprozessen veröffentlicht. Das Unternehmen bezeichnet NeuralMould als seinen ersten digitalen Ingenieur und entwickelt die Software in Zusammenarbeit mit dem Simulationsunternehmen SIMCON. Die Anwendung ermöglicht Ingenieuren, verschiedene Geometrien, Materialien und Angussplatzierungen in Echtzeit zu testen, um Prozessparameter zu optimieren und eingefrorene Fließfronten zu vermeiden.

Die Simulation von Spritzgussprozessen stellt eine erhebliche technische Herausforderung dar. Multiphysik-Berechnungen modellieren dabei den transienten Fluss von viskosem Kunststoff durch dünnwandige Geometrien unter extremen Temperatur- und Druckbedingungen. Traditionelle Berechnungsprogramme benötigen für solche Analysen erhebliche Rechenzeit. Das Verfahren lässt sich mit der Herstellung von Waffeln vergleichen, wobei die Werkzeugkosten jedoch die eines Sportwagens übertreffen und die Formgestaltung zusätzliche Komplexität mit sich bringt.

Leistungsmerkmale und technische Spezifikationen

Das System erzielt nach Unternehmensangaben eine zweihundertfache Geschwindigkeitssteigerung gegenüber konventionellen Berechnungsmethoden bei einer konsistenten relativen Fehlerrate von fünf Prozent. NeuralMould verarbeitet Geometrien mit über einer Million Knoten und berücksichtigt mehr als zehn Prozessparameter. Die Software unterstützt verschiedene Materialien sowie mehrere Anspritzpunkte und erlaubt Ingenieuren, unterschiedliche Szenarien schnell durchzuspielen.

Die technische Grundlage bildet eine Transformer-basierte Architektur. Das Entwicklerteam hat das Modell mit über tausend realen Produkten aus der Industrie getestet, wobei Geometrien unter anderem von Richter Werkzeugbau zur Verfügung gestellt wurden. Das System erfasst komplexe physikalische Phänomene für unterschiedliche Einspritzbedingungen und Werkzeuggeometrien und erreicht dabei eine vergleichbare Genauigkeit wie etablierte Simulationsprogramme.

Partnerschaft und Weiterentwicklung

Die Entwicklung erfolgt in enger Kooperation zwischen Emmi AI und SIMCON. Der Geschäftsführer des Simulationsunternehmens hebt die technische Kompetenz und Umsetzungsgeschwindigkeit des Emmi-Teams hervor. Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, KI-gestützte Simulationen in reale Entwicklungsprozesse der Spritzgussindustrie zu integrieren. Das Unternehmen kündigt kontinuierliche Verbesserungen des Modells an und verweist auf die Anwendbarkeit von Skalierungsgesetzen auch im Ingenieurwesen.

Emmi AI positioniert NeuralMould als Vorschau auf die künftige Entwicklung technischer Simulationen. Das System demonstriert, wie KI-basierte Modelle physikalische Berechnungen von der Thermodynamik bis zur Strömungsmechanik transformieren. Die schnelle Prototypenerstellung und die Möglichkeit, mehrere Szenarien parallel zu evaluieren, verändern nach Einschätzung der Entwickler die Art und Weise, wie Ingenieure Konstruktionen iterieren und optimieren.

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