Davos

EU Inc: EU-Kommissionspräsidentin kündigt Online-Gründung in 48 Stunden an

Ursula von der Leyen. © EU Commission
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EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos eine neue Unternehmensstruktur namens „EU Inc“ angekündigt, die das Wirtschaften innerhalb der Europäischen Union grundlegend vereinfachen soll.

Die vorgestellte Initiative sieht vor, ein einheitliches Regelwerk für alle 27 EU-Mitgliedstaaten zu schaffen. Konkret sollen Unternehmen künftig:

  • Innerhalb von 48 Stunden vollständig online ein Unternehmen in jedem Mitgliedstaat gründen können
  • EU-weit einheitliche Kapitalregelungen nutzen
  • Ohne zusätzliche nationale Vorschriften grenzüberschreitend tätig sein können

Von der Leyen bezeichnete dies als „28. Regime“ – eine zusätzliche, übergeordnete Unternehmensstruktur neben den bestehenden nationalen Systemen.

Begründung und Kontext

Die Kommissionspräsidentin begründete die Initiative mit der aktuellen Situation europäischer Unternehmen: Obwohl ihnen theoretisch ein Markt von 450 Millionen Menschen offenstehe, müssten sie in der Praxis bei jeder Expansion in einen anderen Mitgliedstaat neue Vorschriften beachten. Dies wirke als „Bremsklotz“ für Wachstum und Gewinnpotenzial.

Das Ziel sei es, Bedingungen zu schaffen, die mit einheitlichen Märkten wie den USA oder China vergleichbar sind, um sowohl europäischen Unternehmen das Wachstum zu erleichtern als auch internationale Investitionen anzuziehen.

Zeitplan und Umsetzung

Konkrete Zeitpläne für die Implementierung von EU Inc nannte von der Leyen in ihrer Rede nicht. Die Initiative erfordert die Zustimmung der Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments.

Die Idee und Kampagne zur EU Inc wird und wurde maßgeblich von den Österreicher:innen Andreas Klinger und Susanne Knoll vorangetrieben – sie konnten tausende davon überzeugen, die Sache zu unterstützen.

Der Jubel über von der Leyens Ansage in der europäischen Startup-Szene war entsprechend groß. Abzuwarten bleibt, wie die EU Ind letztendlich ausgestaltet wird. Wie berichtet, forderten die Initiatoren bereits Ende 2024, dass man eine solche Firmen ohne Mindestkapital und Notar gründen können sollte (mehr dazu hier). Bekannt ist mittlerweile auch, dass unter anderem die österreichische Notariatskammer bereits ihre Lobbyisten in Brüssel eingeschaltet hat, um sich dem Thema zu widmen.

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