Faund: Wiener Offline-Dating-Plattform erhält sechsstellige Förderung
Eine neue Offline-Dating-Plattform für Wien: Mit Faund gründen Janet Kuschert und Laura Eisl einen „Social-Dating-Club“, der Menschen im echten Leben vernetzt und endloses Swipen beenden soll. Das Konzept: kuratierte Events von Partys über Sport bis zu Parlamentsführungen, bei denen Interessierte organisch zueinander finden können. Für die Weiterentwicklung hat Faund eine sechsstellige Pre-Seed-Förderung von der Austria Wirtschaftsservice (aws) und dem Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) erhalten.
Events statt Apps
Das Startup positioniert sich als klare Gegenbewegung zur Digitalisierung des Dating-Marktes und will wachsende Einsamkeit bekämpfen. Was als Hobby-Projekt mit Single-Partys begann, entwickelt sich nun zu einer skalierbaren Event- und Plattformlösung weiter.
„Wir sind überzeugt, dass Nähe und das Gefühl von Zugehörigkeit nicht erzwungen werden können, sondern durch gemeinsame Erlebnisse entstehen“, so die beiden Gründerinnen. „Die Events von Faund sind so gestaltet, dass sich Menschen auf Augenhöhe begegnen können – ohne Druck, aber mit echter Offenheit.“ Kuschert und Eisl haben Faund im Februar 2026 offiziell gestartet. Ihre Community soll bereits über 2.000 Mitglieder:innen umfassen und das in erster Linie durch Word-of-Mouth.
Wenn Dating sich nicht wie Dating anfühlt
Faund grenzt sich bewusst von gängigen Dating-Formaten ab: kein Swipen, kein Speed-Dating, keine Matching-Algorithmen, keine Massenveranstaltungen. Stattdessen setzt die Plattform auf kuratierte Events in wechselnden Locations – von Afterworks und Dinners für kreative oder politisch interessierte Singles bis zu kulturellen oder sportlichen Aktivitäten. Die Kernzielgruppe liegt derzeit bei 27 bis 45 Jahren, zusätzliche Segmente ab 20 Jahren und über 60 hinaus sind geplant. Ein:e Teilnehmer:in beschreibt das Erlebnis so: „Es fühlt sich an wie eine nette Party, ohne dass man hinter allem eine Absicht vermutet, was komisch ist, weil es eine Single Party ist, aber es fühlt sich nicht so gezwungen an.“
Der Ansatz ist nicht als Dating-Angebot im engeren Sinn gedacht, sondern als soziale Infrastruktur für Begegnungen. Im Mittelpunkt sollen gemeinsame Erlebnisse und der Community-Gedanke stehen – unabhängig davon, ob daraus romantische oder auch platonische Verbindungen entstehen.
Der zu 100 Prozent organische Aufbau der Community zeigt laut Gründerinnen, dass Bedarf für solche Offline-Formate besteht. Faund fokussiert sich auf urbane Singles mit ähnlichen Lebensrealitäten – ein Aspekt, den Teilnehmer:innen schätzen: „Faund vernetzt Menschen in der gleichen Lebensphase – da fühlt man sich nicht falsch an. Single sein hat ein Stigma, bei Faund nicht. Es sind mega coole Leute, es ist kein Mangel, Single zu sein“, berichtet ein Community-Mitglied.