Fintower: Schwedisches Fintech holt 1,5 Millionen Euro
Das Fintech-Startup Fintower aus Göteborg hat eine überzeichnete Seed-Runde mit 1,5 Millionen Euro abgeschlossen. Das schwedische Jungunternehmen entwickelt eine AI-gestützte Plattform für Finanzplanung und will manuelle Tabellenkalkulationen ablösen.
Unter den Investoren sind Chalmers Ventures, Akka, die Stena-Familie über William Olsson sowie mehrere Business Angels. Bestandsinvestoren wie Almi, Daniel Jonsson von Inet und Alexander Hars stockten auf. Die Nachfrage war so hoch, dass die Runde erweitert werden musste.
AI-Alternative zu Excel
Fintower adressiert ein Problem, das viele wachsende Unternehmen kennen: Budgets, Prognosen und Reports verteilen sich über unzählige Excel-Sheets, Analysen dauern lange, Daten sind fehleranfällig. Die Plattform konsolidiert diese Prozesse in einem System. User können per AI nachvollziehen, was den Umsatz treibt, oder die Auswirkungen verschiedener Szenarien simulieren – ohne zwischen mehreren Tools zu wechseln.
„Das Interesse an dieser Runde war hoch, und wir mussten sie erweitern. Leider konnte nicht jeder, der teilnehmen wollte, dabei sein, was zeigt, dass das, was wir aufbauen, einem echten Bedarf entspricht. Der Markt ist bereit, sich von Excel-basierter Planung zu verabschieden und verlangt nach modernen Tools für Analyse und Entscheidungsunterstützung“, so Co-Founder Salman Eskandari.
Angepasst an operative Realitäten
Gemeinsam mit Ehsan Yazdani gründete Eskandari Fintower mit dem Anspruch, die Art und Weise zu ändern, wie Unternehmen mit Finanzen arbeiten. Viele bestehende Systeme orientieren sich an buchhalterischen Strukturen, weniger an operativen Realitäten. Fintowers Ansatz ist anders: „Wir haben uns auf Produkte, Vertrieb und Personal konzentriert und verbinden Finanzen und Operations im selben System“, erklärt Yazdani. Die Plattform richtet sich an Wachstumsunternehmen mit hohen Anforderungen an Kontrolle und Transparenz – typischerweise in den Bereichen Tech, Software, Finanzdienstleistungen, Retail und Energie.
Seit der ersten Finanzierungsrunde hat Fintower Kunden in verschiedenen Branchen gewonnen. Das frische Kapital fließt in Produktentwicklung und den Aufbau eines nachhaltigen Geschäfts rund um die bestehende Lösung. Die Gründer sehen ihre Software als Teil einer größeren Transformation: Repetitive Tätigkeiten werden automatisiert, AI übernimmt Analyse und Entscheidungsunterstützung.
Nordische Expansion im Fokus
„Finanzabteilungen durchlaufen einen Wandel. Repetitive Arbeit wird zunehmend automatisiert, und AI wird zu einem Werkzeug für Analyse und Entscheidungsunterstützung. Unser Ziel ist es, dass Fintower die führende Plattform in den nordischen Ländern wird“, sagt Yazdani. Die geografische Fokussierung auf Nordeuropa ist bewusst gewählt – ein Markt mit hoher Digitalisierungsaffinität und starkem Startup-Ökosystem.
„Fintower hilft Wachstumsunternehmen, den Schritt von Excel zu intelligenter finanzieller Entscheidungsunterstützung zu machen. Mit seiner AI-basierten Plattform und einem Team, das tiefe technische Expertise mit starkem Geschäftsverständnis kombiniert, ist das Unternehmen gut positioniert, um effizient zu skalieren und langfristigen Wert zu schaffen“, so Jonas Bergman, Investment Director bei Chalmers Ventures. Ob Fintower den nordischen Markt tatsächlich dominieren kann, wird sich zeigen. Die Seed-Runde verschafft dem Startup jedenfalls Spielraum, um die nächste Wachstumsphase anzugehen.
