KI-Modelle

Gerüchte zu Gemini 4 verdichten sich: Google muss zur Konkurrenz aufholen

Collage zu Gemini 4 mit Rechenzentrum, Chip und Google-Logo
© GPT-6

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Google braucht dringend einen großen Wurf, und der soll schneller kommen als gedacht. Gemini 4, das nächste Flaggschiff-Modell, befindet sich bereits im Post-Training und soll „viel früher als Ende des Jahres“ erscheinen, sagte Koray Kavukcuoglu, Chef von Google DeepMind, beim AI Agenda Live Summit von The Information. Parallel tauchen immer mehr Leaks zu Testversionen und Fähigkeiten auf.

Was Google offiziell sagt

Viel hat Google bisher nicht bestätigt, die Eckdaten sind aber klar:

  • Das Training: Im Juli startete Google DeepMind den nach eigenen Angaben „bisher ambitioniertesten Pre-Training-Lauf“ für Gemini 4.
  • Der Fokus: Google-Chef Sundar Pichai beschreibt Gemini 4 als „deutlich größeres“ Frontier-Modell mit Schwerpunkt auf Coding und autonomen KI-Agenten.
  • Der Zeitplan: Laut Kavukcuoglu wird das Modell derzeit auf Sicherheit und Zuverlässigkeit feinjustiert. Google wolle eine frühe Version „so schnell wie möglich“ veröffentlichen und danach rasch nachbessern, berichtet Android Headlines.

Der Druck ist hausgemacht. Das eigentlich für die Entwickler:innenkonferenz Google I/O im Mai angekündigte Gemini 3.5 Pro erschien nie, laut Berichten wegen enttäuschender Coding-Leistungen. Stattdessen brachte Google eine Reihe günstiger Flash-Modelle, zuletzt Gemini 3.7 Flash im August und Gemini 3.8 Flash Anfang September. Das letzte echte Flaggschiff, Gemini 3 Pro, stammt vom November 2025.

Was die Leaks verraten

Deutlich mehr verraten inoffizielle Quellen, wobei Vorsicht angebracht ist, denn viele Angaben widersprechen sich. Am glaubwürdigsten wirken die Beobachtungen von TestingCatalog: Demnach testet Google seit Mitte September Checkpoints von Gemini 4 Pro unter dem Codenamen „Argon“. Die Leaks im Überblick:

  • Längere Antworten: Argon soll bis zu 256.000 Tokens am Stück ausgeben können, viermal so viel wie bisher. Im höchsten Denkmodus brauchte das Modell laut Tester:innen zwischen 2,4 und 20 Minuten pro Antwort.
  • Besseres Design: Entwickler:innen loben auf X vor allem Websites und SVG-Grafiken, die das Modell erzeugt. Die Designschwächen früherer Gemini-Modelle seien „endlich gelöst“.
  • Riesiges Kontextfenster: Hier gehen die Angaben weit auseinander, von 1,5 über 2 bis zu mehr als 10 Millionen Tokens. Belege gibt es für keine der Zahlen.
  • Mysteriöse Arena-Sichtung: Auf der Testplattform LMArena tauchte Mitte September ein unbekanntes Modell mit der Bezeichnung „gemini-3.8-flash“ auf, das manche für einen getarnten Gemini-4-Ableger halten.
  • Vorbereitung in der App: Laut TestingCatalog wird auch die Gemini-Desktop-App bereits für Gemini 4 umgebaut, unter anderem mit Avataren, Plugins sowie Widgets für Gmail und Kalender.

Beim Starttermin kursiert auf X der Oktober, Beobachter:innen wie TestingCatalog tippen auf Grundlage von Spuren im App-Code eher auf November oder Dezember.

Google hat Aufholbedarf

Wie groß der Druck ist, zeigt ein Blick auf das unabhängige Ranking von Artificial Analysis. Dessen Intelligence Index fasst die Ergebnisse zahlreicher Benchmarks in einer Zahl zusammen. Googles bestes Modell ist dort aktuell Gemini 3.8 Flash mit 41 Punkten, das ältere Gemini 3.1 Pro kommt nur noch auf 30 Punkte.

Gleich sechs Anbieter liegen mit ihren Topmodellen davor:

  • Anthropic: Claude Opus 5.5 führt das Ranking mit 58 Punkten an.
  • OpenAI: GPT-6 Astra kommt auf 53 Punkte.
  • Meta: Muse Spark 1.3 erreicht 48 Punkte.
  • xAI: Grok 4.7 liegt bei 46 Punkten.
  • Alibaba und Zhipu: Qwen3.8 Max und GLM-5.3 kommen jeweils auf 45 Punkte.

Google liegt damit hinter den großen US-Rivalen und hinter zwei chinesischen Anbietern. Der Abstand zur Spitze beträgt 17 Punkte. Zwar tritt Google mit einem günstigen Flash-Modell gegen die teuren Flaggschiffe der Konkurrenz an, doch genau das ist das Problem: Ein aktuelles Topmodell hat Google schlicht nicht im Rennen.

Das Rennen wird enger

Gelingt Gemini 4 der erhoffte Sprung, hätte Google gute Karten. Mit der Gemini-App, die mehr als eine Milliarde Nutzer:innen erreicht, sowie Android, Chrome und der Google-Suche verfügt der Konzern über eine Reichweite, von der die Konkurrenz nur träumen kann. Dazu kommen eigene KI-Chips, die das Training und den Betrieb großer Modelle günstiger machen.

Die Konkurrenz schläft allerdings nicht. OpenAI hat erst kürzlich GPT-6 Sol und Luna zum halben Preis gebracht, Anthropic und Meta haben ihre Modelle ebenfalls mehrfach aktualisiert. Kavukcuoglu gibt sich dennoch selbstbewusst: Google werde „immer an der technologischen Grenze arbeiten“.

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