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Gmail wird um Gemini-KI aufgefettet, soll E-Mails vorschreiben und Posteingang filtern

Gmail gets Gemini 3 integration. © Google
Gmail gets Gemini 3 integration. © Google
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Ähnlich wie Microsoft mit den GPT-Modellen von OpenAI, hat nun auch Google im vergangenen halben Jahr damit begonnen, seine Gemini-KI in immer mehr seiner bestehenden Services zu integrieren. Nach Search, dem Chrome-Browser, Android oder Google Sheets ist nun der größte E-Mail-Dienst der Welt, Gmail, an der Reihe.

Mit Gemini 3 als technologischer Basis verwandelt sich der E-Mail-Dienst von einem passiven Postfach in einen proaktiven digitalen Assistenten. Die Neuerungen betreffen sowohl kostenlose Nutzer als auch zahlende Abonnenten der Google AI Pro- und Ultra-Tarife.

Eine zentrale Innovation sind KI-Übersichten, die Informationen direkt in Antworten umwandeln. Gmail fasst lange Konversationen automatisch zusammen und hebt die wichtigsten Punkte hervor. Nutzer können ihrem Posteingang in natürlicher Sprache Fragen stellen – etwa nach dem Klempner, der vor einem Jahr ein Angebot für die Badezimmer-Renovierung geschickt hat. Das System durchsucht dann sämtliche E-Mails und liefert die relevanten Details in kompakter Form.

Während Konversations-Zusammenfassungen für alle Nutzer kostenfrei ausrollen, bleibt die Frage-Antwort-Funktion den kostenpflichtigen Abonnenten vorbehalten. Blake Barnes, Vice President of Product bei Google, erklärte in einem Briefing, dass „Gmail damit proaktiv den Rücken freihält und zeigt, was wann erledigt werden muss“.

Help Me Write wird frei – Korrektur-Feature fordert Grammarly heraus

Google weitet den Zugang zu Schreibhilfen deutlich aus. Die Funktion Help Me Write, die E-Mails von Grund auf formuliert oder bestehende Texte überarbeitet, steht nun allen Nutzern zur Verfügung – bisher war sie zahlenden Kunden vorbehalten. Auch die Antwortvorschläge wurden weiterentwickelt: Sie analysieren den Kontext der Konversation und schlagen Antworten vor, die Ton und Stil des Nutzers treffen. Wer etwa eine Familienfeier koordiniert und gefragt wird, ob die Tante statt Kuchen lieber Torte mitbringen soll, erhält sofort passende Entwürfe.

Das neue Korrektur-Feature für Abonnenten prüft Grammatik, Tonalität und Stil – und positioniert sich damit direkt gegen etablierte Tools wie Grammarly. Google dürfte darauf setzen, dass Nutzer künftig weniger häufig zu Drittanbieter-Diensten oder ChatGPT greifen, um ihre E-Mails zu optimieren.

KI-Posteingang soll Wichtiges von Unwichtigem trennen

Der neue KI-Posteingang soll die Informationsflut strukturieren und Prioritäten setzen. In zwei Bereichen – Aufgaben und Themen-Updates – zeigt Gmail an, was Aufmerksamkeit erfordert. Fällige Rechnungen, Arzttermin-Erinnerungen oder andere zeitkritische Nachrichten landen oben. Das System identifiziert VIPs anhand von Signalen wie E-Mail-Häufigkeit, Kontaktlisten-Einträgen und Beziehungen, die es aus dem Nachrichteninhalt ableitet.

Updates zu Bestellungen, Retouren oder Finanzberichten werden thematisch gruppiert und zusammengefasst. Diese Analyse erfolgt laut Google mit strikten Datenschutz-Garantien in isolierten Umgebungen. Der KI-Posteingang läuft zunächst bei ausgewählten Testern, bevor er in den kommenden Monaten breiter verfügbar wird. Die traditionelle Posteingangs-Ansicht bleibt parallel bestehen.

Start zunächst in den USA

Der Rollout der Features beginnt in den USA und zunächst auf Englisch. Viele Funktionen starten heute für alle Gmail-Nutzer sowie für Google AI Pro- und Ultra-Abonnenten. In den kommenden Monaten plant Google die Ausweitung auf weitere Sprachen und Regionen. Die Verfügbarkeit ist gestaffelt: Während Konversations-Zusammenfassungen, Help Me Write und Antwortvorschläge kostenfrei nutzbar sind, bleiben das Korrektur-Feature und die erweiterten KI-Übersichten den zahlenden Nutzern vorbehalten.

Google betont, dass alle KI-Features optional bleiben und persönliche Inhalte nicht zum Training der grundlegenden Modelle verwendet werden. Mit diesem Ansatz versucht das Unternehmen, Datenschutz-Bedenken zu begegnen und gleichzeitig die Attraktivität der kostenpflichtigen Abonnements zu steigern. Die breite Öffnung bisher exklusiver Features für alle Nutzer zeigt, dass Google den Wettbewerbsdruck im KI-gestützten Produktivitäts-Segment spürt.

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