KuCoin geht mit sehr niedrigen Gebühren in der EU ins Krypto-Rennen
Zuerst die Pressekonferenz im berühmten Hotel Sacher, dann ein Gala-Dinner für geladene Gäste in der Spanischen Hofreitschule, und schließlich noch den „Ronaldo des Radrennfahrens“ Tadej Pogačar aus Slowenien als Testimonial: Die chinesische Krypto-Börse KuCoin, derzeit nach Handelsvolumen auf Platz 8 weltweit, lässt sich den Launch ihres Krypto-Angebots in der EU einiges kosten.
Denn KuCoin hat sich wie eine Reihe weiterer international agierender Krypto-Unternehmen eine MiCA-Lizenz bei der österreichischen FMA geholt, und ist nun als Crypto-Asset Service Provider (CASP) berechtigt, Krypto-Assets und was dazugehört EU-Bürgern anzubieten. Es sei ein “wichtiger Meilenstein” erreicht, sagte BC Wong, KuCoin CEO, bei der Pressekonferenz. Den riesigen EU-Markt will man sich wie viele andere nicht entgehen lassen – aber um ihn zu erobern, ist eine MiCA-Lizenz verpflichtend, sonst drot mit Mitte 2026 das Aus.
„Der Regulator ist sehr freundlich hier“
Das Wien zum Standort für KuCoin und viele weitere Krypto-Börsen wie auch Bybit oder Bitget ausgewählt wurde, hat einiges mit Bitpanda und der Finanzmarktaufsicht (FMA) zu tun. Bitpanda, mit einem Marktanteil von etwa 60 Prozent der unangefochtene Platzhirsch am österreichischen Krypto-Markt, hat vieles geebnet, und die FMA hat sich einen Ruf als guter Partner in Sachen MiCA-Lizenz erwiesen. Dem Vernehmen nach wollen sich bald auch weitere Krypto-Börsen via MiCA-Lizenz bei der FMA in Wien mit einem Hauptquartier für ihr EU-Geschäft niederlassen. „Der Regulator ist sehr freundlich hier“, sagt auch BC Wong.
Wie will KuCoin nun den europäischen Markt, der von immer mehr Playern besetzt wird, erobern? Am Mittwoch Nachmittag ging das regulierte Angebot für europäische Kunden von KuCoin bereits live; zum Start steht ein abgespecktes Angebot zur Verfügung, es gibt etwas mehr als 50 Krypto-Assets zum Kaufen und Verkaufen. Wohlgemerkt: KuCoin ist zum Start keine Exchange, sondern ein Broker, bedeutet: Coins und Tokens werden wie bei Bitpanda direkt mit KuCoin gehandelt, und nicht wie bei einer Exchange zwischen den Usern.
Maximal 0,1 Prozent Handelsgebühren
Trotzdem ist eines bemerkenswert: Die Gebührenstruktur. Zum Start geht KuCoin in Europa mit sehr niedrigen Gebühren an den Start, sie liegen bei maximal 0,1 Prozent Taker- als auch Maker-Fee. Je nach Volumen können Krypto-Trader bei KuCoin aber auch noch niedrigere Tarife bekommen, abhängig davon, wie viel sie pro Monat an Volumen via KuCoin kaufen. Zum Vergleich: Bei Bitpanda liegen die Gebühren bei 0,99 % für die meisten Coins (wie Bitcoin), bis zu 2,49 % für bestimmte Altcoins. Die Salzburger Online-Bank Dadat, die kürzlich ebenfalls mit Krypto-Handel startete, verlangt 0,75%. Bybit, das 2025 als neuer Player in den EU-Markt startete, ging ebenfalls mit sehr niedrigen Handelsgebühren ins Rennen.
Noch ist das Angebot von KuCoin überschaubar, doch das soll sich in den nächsten Wochen und Monaten schnell ändern. Die Teams in Wien sowie in Hongkong und Shenzhen, wo die meisten Entwickler sitzen, arbeiten emsig daran, etwa die KuCoin-Karte zum Bezahlen an den Start zu bringen oder das Angebot der Tokens zu erweitern; immerhin ist KuCoin für sein international sehr breites Angebot an Krypto-Assets bekannt.
Was noch fehlt, ist die breitere Bekanntheit in Europa, wo viele User bei Bitpanda, Coinbase oder Binance (diese wollen sich die MiCA-Lizenz via Griechenland holen) sind. KuCoin will deswegen stark ins Marketing investieren. Neben der Partnerschaft mit Tadej Pogačar, der extra nach Wien anreiste, will man die neue Marke groß auf dem Tomorrowland-Festival in Belgien kommunizieren; dort gibt es immerhin erwartete 400.000 Besucher.
