Meta knüpft Mitarbeiter-Boni an AI-Nutzung
Meta führt laut heise ein neues Performance-Tracking-Tool ein, das misst, wie intensiv Mitarbeitende KI-Anwendungen nutzen. Der Konzern hatte bereits im November angekündigt, Beschäftigte zu belohnen, die ihre Effizienz durch den Einsatz von KI steigern. Nun konkretisiert das Unternehmen diese Pläne mit einem System namens „Checkpoint“, das KI-Nutzung direkt mit Leistungsbewertungen und Boni verknüpft.
Checkpoint analysiert bei Softwareentwicklern etwa, wie viele Codezeilen „vibegecodet“ wurden – also unter Zuhilfenahme von KI entstanden sind. Das Tool wertet über 200 Datenpunkte aus, darunter die Anzahl von Fehlern im Code und die Menge an Code, die ohne KI entstanden ist. Meta-Führungskräfte erklärten bei einer unternehmensweiten Versammlung, dass Checkpoint vor allem bereits aggregierte Daten nutzt, beispielsweise aus Google Workspace-Anwendungen. Ein Personalleiter betonte, das Tool sei kein dedizierter Aktivitätstracker, sondern ein Instrument zur Erfassung der Wirksamkeit.
Bis zu 200 Prozent Bonus für Top-Performer
Das neue Bewertungssystem koppelt Meta an ein überarbeitetes Bonusprogramm. Mitarbeitende, die innerhalb von vier Leistungskategorien Spitzenbewertungen erzielen, können mit Boni von bis zu 200 Prozent rechnen.
Um die KI-gestützte Produktivität zu fördern, öffnet Meta seinen Beschäftigten den Zugang zu Konkurrenz-Modellen. Neben den eigenen Llama-LLMs können Mitarbeitende nun auch Googles Gemini 3 Pro und OpenAIs GPT-5 nutzen. CEO Mark Zuckerberg spekuliert Berichten zufolge darauf, dass Projekte, die früher große Teams erforderten, künftig von einzelnen, hoch qualifizierten Mitarbeitenden bearbeitet werden können.
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Personalabbau als Begleiterscheinung
Parallel zur KI-Offensive hat Meta begonnen, Teile der Belegschaft zu entlassen. Anfang des vergangenen Jahres kündigte der Konzern an, sogenannte „Low Performer“ – Mitarbeitende mit vermeintlich geringer Leistung – zu kündigen. Auch in der KI-Abteilung und der Metaverse-Sparte gab es zuletzt massiven Personalabbau.
Ob KI tatsächlich die erhoffte Effizienzsteigerung bringt, bleibt umstritten. Eine Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC unter Spitzenmanagern zeigt: In Deutschland liefert der Einsatz von künstlicher Intelligenz bislang kaum messbare Mehrwerte in der Unternehmensproduktivität – trotz erheblicher Investitionen.

