MiniMax: Das nächste chinesische AI-Startup mit Open Source macht IPO, nimmt 619 Millionen US-Dollar ein
Kurz nach dem erfolgreichen Börsengang von Zhipu AI (mehr dazu hier) ist nun auch einer seiner chinesischen Mitbewerber, nämlich MiniMax, in Hongkong erfolgreich an die Börse gegangen. Das Unternehmen hat dabei 4,82 Milliarden Hongkong-Dollar eingenommen, umgerechnet rund 619 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen platzierte 29,2 Millionen Aktien zum Preis von 165 HK-Dollar pro Stück – am oberen Ende der angepeilten Preisspanne. Ursprünglich waren lediglich 25,4 Millionen Anteile zur Zeichnung vorgesehen, die Nachfrage übertraf jedoch die Erwartungen deutlich.
MiniMax reiht sich damit in eine Serie chinesischer AI- und Chip-Firmen ein, die in den vergangenen Wochen an die Hongkonger Börse drängten. Die Aktien dieser Unternehmen hielten sich nach dem Debüt über ihren Ausgabepreisen, was den starken Appetit internationaler Investoren auf chinesische Tech-Player unterstreicht. Peking forciert den Aufbau heimischer Technologie-Champions als Reaktion auf US-Sanktionen im Halbleiter- und AI-Sektor. Zu den Großinvestoren bei MiniMax zählen die Abu Dhabi Investment Authority und Mirae Asset Securities.
Multimodale KI-Plattform mit globalem Anspruch
MiniMax wurde Anfang 2022 von Yan Junjie gegründet, einem ehemaligen Manager des chinesischen AI-Konzerns SenseTime. Das Startup entwickelt multimodale KI-Modelle, die Text, Audio, Bilder, Video und Musik verarbeiten und generieren können. Die Produktpalette umfasst unter anderem MiniMax M2, Hailuo 2.3, Speech 2.6 und Music 2.0 – Modelle mit Coding-Fähigkeiten und der Fähigkeit, extrem lange Kontexte zu verarbeiten. Darauf aufbauend betreibt das Unternehmen mehrere AI-native Produkte wie MiniMax Agent, Hailuo AI, MiniMax Audio, Talkie und eine API-Plattform für Entwickler.
Die Reichweite der Plattform ist beachtlich: Über 212 Millionen Einzelnutzer in mehr als 200 Ländern haben die Modelle und Produkte bereits genutzt. Auf Unternehmensseite verzeichnet MiniMax mehr als 100.000 Firmenkunden und Entwickler in über 100 Ländern. Das Unternehmen positioniert sich damit als globaler Player im Foundation-Model-Segment und verfolgt langfristig das Ziel, mit seinen Technologien zur Entwicklung von AGI beizutragen.
Ähnlich wie Zhipu AI oder DeepSeek aus China setzt MiniMax auf Open Source-Modelle, um den proprietären KI-Modellen aus den USA etwas entgegen zu stellen und größere Verbreitung zu finden. Das chinesische Startup Moonshot AI mit seinen Kimi-Modellen hingegen ist proprietär unterwegs und auch aktuell nicht an einem Börsengang interessiert.
Hongkong erlebt stärkstes IPO-Jahr seit 2021
Der Börsengang von MiniMax startete am 31. Dezember und markierte den Auftakt einer Reihe von Listings in Hongkong. Der Handelsstart an der Hong Kong Stock Exchange erfolgte am darauffolgenden Freitag. Hongkong verzeichnete 2025 das stärkste IPO-Jahr seit 2021: Insgesamt sammelten 114 Unternehmen 36,5 Milliarden Dollar ein. Chinesische Tech-Firmen dominieren dabei zunehmend, da sie im Inland mit regulatorischen Hürden konfrontiert sind und der US-Kapitalmarkt für sie schwerer zugänglich wird.
MiniMax plant, den Großteil der IPO-Erlöse in Forschung und Entwicklung zu investieren – verteilt über die kommenden fünf Jahre. Der Fokus liegt auf der Weiterentwicklung der multimodalen Modelle und dem Ausbau der Produktpalette. Das Unternehmen setzt damit auf organisches Wachstum in einem Markt, der von intensivem Wettbewerb und rasanten technologischen Fortschritten geprägt ist.

