Gründer Mojmir Horvath schafft es mit AI-Agent-Startup PothAI zu Y Combinator
Ein österreichischer Tech-Gründer schafft den Sprung ins Silicon Valley – und zwar mitten in sein Herz hinein. Nach seinem Abschluss an der Phillips Academy Andover nahe Boston im Mai startet Mojmir Horvath mit seinem Startup PothAI im Juni bei Y Combinator, dem weltweit renommiertesten Startup-Accelerator. Seine Wurzeln liegen in Wien, genauer: in der HTL Spengergasse in Wien.
Der Werdegang beginnt in der HTL Spengergasse im Fachbereich Informatik, wo Horvath Teil der Hochbegabtenförderung war. Mehrere Wettbewerbserfolge folgten: den 1. Platz beim Österreichischen Bundeswettbewerb für KI holte er sich ebenso wie den 1. Platz beim European Defence Hackathon. Diese Erfolge brachten ihm die Auszeichnung als Kemper Scholar ein – und damit ein Abschlussjahr an der Phillips Academy Andover in den USA.
Die Rutsche von der Spengergasse ins Silicon Valley etabliert sich. So haben die beiden Alumni Eric Steinberger und Sebastian De Ro mit Magic eines der wertvollsten AI-Coding-Startups im Silicon Valley gebaut, und zuletzt schaffte es auch SF Tensor der Koska-Brüder in den Startup-Inkubator Y Combinator (Trending Topics berichtete).
Von der Spengergasse ins Silicon Valley: SF Tensor ist Österreichs jüngster AI-Export
PothAI: Wenn Daten und Feedback verschmelzen
Sein Startup PothAI greift ein Problem auf, das Großunternehmen kennen. „Großunternehmen haben riesige Mengen an qualitativem Feedback (z.B. in SurveyMonkey) und harte operative Daten, aber diese Welten sind getrennt“, erklärt Horvath. Unternehmen sehen in den Daten oft, dass ein Problem existiert – etwa sinkende Registrierungen –, verstehen aber ohne den Kontext des Feedbacks nicht das Warum. Handlungsempfehlungen bleiben aus.
Die Lösung: „Poth ist eine Agentic Platform, die Feedback-Erfassung und Datenanalyse verbindet“, sagt Horvath. Statt statischer Umfragen setzt das Startup auf KI-Agenten, die Unternehmensdaten analysieren, Hypothesen aufstellen und diese autonom durch adaptive Umfragen validieren. Das Ergebnis sind keine Dashboards, sondern konkrete Handlungsempfehlungen.
Y Combinator: Das Harvard der Startup-Welt
Y Combinator gilt als die Eliteschmiede unter den Startup-Acceleratoren. Seit 2005 hat das kalifornische Programm Unternehmen wie Airbnb, Dropbox, Stripe, Coinbase und Reddit in ihrer Frühphase unterstützt. Die Aufnahmequote liegt unter zwei Prozent – selektiver als Harvard oder Stanford.
Startups erhalten Startkapital, intensives Mentoring und Zugang zu einem einzigartigen Netzwerk aus Investoren und erfolgreichen Gründern. Ein YC-Batch zu durchlaufen, gilt in der Tech-Welt als Ritterschlag und öffnet Türen zu den größten Venture-Capital-Firmen der Welt.
Die Rolle der HTL Spengergasse
Die Aufnahme bei Y Combinator gelang nicht durch Vision allein. „YC sucht nach Gründern und nicht nur Ideen“, betont Horvath. Die Kombination aus tiefer technischer Expertise und dem Verständnis für Enterprise-Probleme – gewonnen durch Erfahrungen bei Startups und Palantir – war ausschlaggebend. Das Team löst ein Problem, das es aus erster Hand kennt.
Auf die Frage nach der Bedeutung seiner Wiener Schule antwortet der Gründer klar: „Die Spengergasse war absolut entscheidend. Das Hochbegabtenprogramm hat mir den Freiraum gegeben, an echten Projekten statt nur an Schulaufgaben zu arbeiten“, sagt Horvath. Im YC-Interview sei eine essenzielle Frage gewesen, was man bereits erstellt hat – und dank des Freiraums der Spengergasse konnte er bereits in jungen Jahren viel vorzeigen.
Visum als nächste Hürde
Als Europäer mit F1-Studentenvisum steht nun die Visa-Frage an. Der Prozess war schon immer komplex, aber bewältigbar. Horvath befindet sich gerade im Prozess, ein O1-Visum zu erhalten – die Kategorie für außergewöhnliche Fähigkeiten. „Es war bekanntlich schon immer schwierig in die USA einzureisen und dort zu arbeiten, aber es ist ein Prozess der bewältigt werden kann und ich befinde mich gerade im Prozess an ein O1 Visum zu kommen“, sagt der Gründer.
Der Start bei Y Combinator im Juni rückt näher, und damit beginnt für den jungen Österreicher das nächste Kapitel einer bemerkenswerten Karriere, die in einer Wiener Schule ihren Anfang nahm.

