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Elon Musk: „Leider sind in den USA die Zölle für Solarmodule extrem hoch“

Elon Musk in Davos. © WEF
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Der Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk, seines Zeichens übrigens auch CTO des kontroversen KI-Startups xAI,  hat am Weltwirtschaftsforum in Davos weitreichende Prognosen zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz abgegeben und dabei auch die globalen Energieherausforderungen thematisiert. Im Gespräch mit BlackRock-CEO Larry Fink skizzierte Musk eine Zukunft, in der KI und Robotik zu beispiellosem Wohlstand führen könnten, warnte aber zugleich vor den Risiken dieser Technologien.

KI-Entwicklung: Superintelligenz in fünf Jahren

Musk prognostizierte, dass Künstliche Intelligenz bereits Ende 2025, spätestens jedoch 2026, intelligenter sein werde als jeder einzelne Mensch. Noch drastischer fiel seine Einschätzung für die mittelfristige Zukunft aus: Bis 2030 oder 2031 werde KI intelligenter sein als die gesamte Menschheit zusammengenommen.

„Die Kosten für KI sinken bereits jetzt sehr schnell und verändern sich fast von Monat zu Monat“, erklärte Musk. Open-Source-Modelle lägen nur etwa ein Jahr hinter proprietären Systemen zurück.

Der Unternehmer betonte, dass KI-Unternehmen naturgemäß so viele Kunden wie möglich erreichen wollten, was zu einer breiten Verfügbarkeit der Technologie führen werde. Die Kosten für KI würden dabei kontinuierlich fallen.

Energie als entscheidender Engpass

Als größten limitierenden Faktor für die KI-Entwicklung identifizierte Musk die Verfügbarkeit elektrischer Energie. Während die Produktion von KI-Chips exponentiell wachse, steige die Stromproduktion weltweit nur um drei bis vier Prozent jährlich. „Der limitierende Faktor für den Einsatz von KI ist im Grunde genommen die elektrische Energie“, so Musk.

Musks zentrale These: Noch in diesem Jahr oder spätestens 2026 werde die Chip-Produktion die verfügbare Energie übersteigen. Mit einer bedeutenden Ausnahme: China.

China als Energie-Vorreiter

Musk hob Chinas massive Investitionen in erneuerbare Energien hervor und nannte beeindruckende Zahlen:

  • China baut derzeit 100 Gigawatt Atomkraft
  • Die Produktionskapazität für Solarenergie beträgt 1.500 Gigawatt pro Jahr
  • Tatsächlich installiert werden über 1.000 Gigawatt Solarenergie jährlich
  • Dies entspricht etwa 250 Gigawatt kontinuierlicher Leistung (in Kombination mit Batteriespeichern)

Zum Vergleich: Die durchschnittliche Stromnutzung der USA liegt bei 500 Gigawatt. China könnte allein mit Solarenergie die Hälfte des US-Strombedarfs decken.

„Solar ist bei weitem die größte Energiequelle“, betonte Musk. „Die Sonne macht 99,8 Prozent der Masse des Sonnensystems aus. Selbst wenn man drei weitere Jupiter-Planeten in unser Sonnensystem teleportieren und in Fusionsreaktoren verbrennen würde, würde die Energie der Sonne immer noch auf 100 Prozent aufrunden.“

Solarenergie: Potenzial für USA und Europa

Musk erläuterte das enorme, aber ungenutzte Potenzial der Solarenergie in westlichen Ländern. Eine Fläche von nur 100 mal 100 Meilen (etwa 160 mal 160 Kilometer) würde ausreichen, um den gesamten Strombedarf der USA zu decken. Dies entspreche einem kleinen Teil von Bundesstaaten wie Utah, Nevada oder New Mexico.

Für Europa gelte Ähnliches: Relativ dünn besiedelte Gebiete in Spanien oder Sizilien könnten den gesamten europäischen Strombedarf decken.

Als Haupthindernis für die USA nannte Musk extrem hohe Zölle auf Solarpanels. Da China fast alle Solarpanels herstelle, würden diese Handelsbarrieren die Wirtschaftlichkeit von Solarenergie künstlich verschlechtern.

„Leider sind in den USA die Zölle für Solarmodule extrem hoch“, so Musk. Musk kündigte an, dass sowohl SpaceX als auch Tesla unabhängig voneinander an großflächiger Solarproduktion in den USA arbeiten. Beide Unternehmen planen, innerhalb von etwa drei Jahren eine Produktionskapazität von jeweils 100 Gigawatt pro Jahr aufzubauen.

Weltraum als ultimativer Standort für KI-Rechenzentren

Eine besonders zukunftsweisende Ankündigung betraf die Kombination von Raumfahrt, Solarenergie und KI. Musk erklärte, dass SpaceX innerhalb weniger Jahre solar-betriebene KI-Satelliten ins All bringen werde.

Die Vorteile seien erheblich:

  • Solarenergie im Weltraum ist fünfmal effektiver als auf der Erde
  • Keine Tag-Nacht-Zyklen, keine Jahreszeiten, kein Wetter
  • 30 Prozent mehr Leistung durch fehlende atmosphärische Dämpfung
  • Extrem effiziente Kühlung durch die Kälte des Weltraums (3 Kelvin im Schatten)
  • Unbegrenzter Platz ohne Landnutzungskonflikte

„Innerhalb von zwei, spätestens drei Jahren wird der kostengünstigste Ort für KI-Rechenzentren der Weltraum sein“, prognostizierte Musk. Wie immer bei Musk muss man erwähnen, dass seine Prognosen und Versprechen selten eintreffen, vor allem was Timing angeht.

Voraussetzung dafür sei die vollständige Wiederverwendbarkeit von Raketen, die SpaceX noch in diesem Jahr mit dem Starship-Programm erreichen will. Dies würde die Kosten für den Zugang zum Weltraum um den Faktor 100 senken, auf unter 100 Dollar pro Pfund Nutzlast.

Vision einer Zukunft des Überflusses

Trotz seiner Warnungen vor den Risiken von KI und Robotik zeigte sich Musk grundsätzlich optimistisch. Er prognostizierte eine Zukunft, in der humanoide Roboter zahlreicher sein werden als Menschen und in der Güter und Dienstleistungen im Überfluss vorhanden sind.

Bereits Ende 2025 sollen Tesla-Roboter komplexere Aufgaben in Fabriken übernehmen. Ende 2026 rechnet Musk mit dem Verkauf humanoider Roboter an die Öffentlichkeit, sobald Sicherheit und Funktionsumfang ausreichend hoch sind.

Seine abschließende Botschaft an das Publikum in Davos: „Ich würde jeden ermutigen, optimistisch und begeistert über die Zukunft zu sein. Für die Lebensqualität ist es tatsächlich besser, ein Optimist zu sein und falsch zu liegen, als ein Pessimist zu sein und recht zu haben.“

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