OpenAI zahlte Mitarbeitern 2025 im Schnitt 1,5 Millionen Dollar in Aktien
OpenAI setzt neue Maßstäbe bei der Mitarbeitervergütung: Die durchschnittliche aktienbasierte Kompensation erreicht 2025 rund 1,5 Millionen Dollar pro Mitarbeiter. Das Wall Street Journal berichtet, dass dieser Betrag mehr als siebenmal höher liegt als die aktienbasierte Vergütung, die Google 2003 vor seinem Börsengang 2004 offenlegte. Die 1,5 Millionen Dollar entsprechen etwa dem 34-fachen der durchschnittlichen Mitarbeitervergütung von 18 anderen großen Tech-Unternehmen im Jahr vor ihrem IPO.
Der Hintergrund: Im Sommer hat sich der Wettbewerb um KI-Talente massiv verschärft. Meta-CEO Mark Zuckerberg startete eine aggressive Recruiting-Offensive und bot Top-Executives und Forschern bei Konkurrenzunternehmen Pakete im Wert von hunderten Millionen Dollar an – in seltenen Fällen sogar eine Milliarde Dollar. Diese Strategie zeigte Wirkung: Mehr als 20 OpenAI-Mitarbeiter wechselten zu Meta, darunter ChatGPT-Miterfinder Shengjia Zhao.
Milliarden-Investition in Talente
OpenAI reagierte im August mit einmaligen Boni für Research- und Engineering-Teams. Einige Mitarbeiter erhielten Zahlungen in Millionenhöhe. Die Finanzdaten, die das Unternehmen im Sommer mit Investoren teilte, zeigen eine geplante Steigerung der aktienbasierten Vergütung um etwa 3 Milliarden Dollar jährlich bis 2030. Zusätzlich hat OpenAI kürzlich eine Policy abgeschafft, die eine sechsmonatige Mindestbeschäftigungsdauer vor dem Vesting der Aktienpakete vorsah – eine Änderung, die zu weiteren Vergütungserhöhungen führen könnte.
Die massiven Aktienpakete für Top-Researcher und Engineers machen OpenAI-Mitarbeiter zu einigen der bestbezahlten Angestellten im Silicon Valley. Gleichzeitig treiben die Equity Awards die ohnehin hohen operativen Verluste des Unternehmens weiter nach oben und verwässern bestehende Aktionäre in rasantem Tempo.
Einzigartig hoher Anteil am Umsatz
Besonders auffällig: OpenAIs Vergütungskosten als Prozentsatz des Umsatzes erreichen 2025 voraussichtlich 46 Prozent – der höchste Wert aller analysierten Unternehmen mit Ausnahme von Rivian, das im Jahr vor seinem IPO noch keine Umsätze generierte. Zum Vergleich: Palantirs aktienbasierte Vergütung machte im Jahr vor dem Börsengang 2020 rund 33 Prozent des Umsatzes aus, bei Google waren es 15 Prozent, bei Facebook nur 6 Prozent.
Die Analyse der Equilar-Daten zeigt: Im Durchschnitt machte die aktienbasierte Vergütung bei den 18 untersuchten Tech-Companies im Jahr vor ihrem IPO etwa 6 Prozent des Umsatzes aus. OpenAI liegt damit um den Faktor acht über diesem Durchschnitt – ein deutliches Signal dafür, wie intensiv der Kampf um führende KI-Talente geworden ist.
Aktienoptionen sind keine leichte Sache
Stock Based Compensation (SBC) ist eine Vergütungsform, bei der Unternehmen ihre Mitarbeiter nicht nur mit Bargeld, sondern mit Anteilen am Unternehmen bezahlen, um sie langfristig zu binden und direkt am Unternehmenserfolg teilhaben zu lassen. Diese Anteile gehören dem Mitarbeiter jedoch meist nicht sofort, sondern werden über einen Zeitraum von mehreren Jahren schrittweise „freigeschaltet“ (Vesting). Um schließlich an Dollar (oder Euro) zu gelangen, muss der Mitarbeiter aktiv werden: Sobald die Anteile „vested“ (also verfügbar) sind, verkauft er sie über einen Broker an der Börse.
Bei nicht börsennotierten Unternehmen wie OpenAI ist das Vermögen aus Mitarbeiterbeteiligungen meist illiquide („gefangen“), da es keinen öffentlichen Handelsplatz gibt; Mitarbeiter müssen daher in der Regel geduldig auf ein Exit-Ereignis (wie einen Börsengang oder Firmenverkauf) warten, um ihre Anteile in Geld umzuwandeln. Die einzigen Ausnahmen, um früher an Liquidität zu gelangen, sind von der Firma organisierte Rückkaufprogramme (Tender Offers) oder der Verkauf an private Investoren über Sekundärmärkte (Secondaries), wobei letzteres oft strengen Genehmigungen und Restriktionen seitens des Unternehmens unterliegt.

