OpenClaw: KI-Agent soll jetzt auch Sexspielzeug steuern
Der Hype rund um OpenClaw des österreichischen Entwicklers Peter Steinberger treibt immer buntere Blüten: Denn nun hat Lovense, ein SexTech-Unternehmen mit Sitz in Singapur, angekündigt, seine Sex-Toys über den Open Source KI-Agenten ansteuern lassen zu wollen.
Die Lovense Remote-App, mit der man etwa Vibratoren fernsteuern kann, fungiert dabei als weiterer Zugangspunkt für den OpenClaw-KI-Agenten, neben bestehenden Schnittstellen wie WhatsApp, Telegram, Discord, Slack und iMessage. Das Unternehmen positioniert diesen Schritt als „Reaktion auf eine Verlagerung von nutzergesteuerten KI-Werkzeugen wie ChatGPT, Gemini und Midjourney hin zu autonomeren, aufgabenorientierten KI-Agenten“, wie es in einer aussendung heißt. Die erweiterte App soll künftig nicht nur die Steuerung der intelligenten Lovense-Produkte übernehmen, sondern auch allgemeine Assistenzfunktionen wie E-Mail-Versand, Terminplanung und Online-Einkäufe ausführen.
Nutzer sollen Zugriff auf ein breites Spektrum an Diensten erhalten, die über die ursprüngliche Kernfunktionalität der Produktlinie hinausgehen. Das Unternehmen demonstriert die Anwendungsmöglichkeiten anhand konkreter Alltagsszenarien, in denen die KI-gestützte App verschiedene Lebensbereiche miteinander verknüpft.
Reiseplanung mit automatisierter Gerätesteuerung
Im Reiseszenario übernimmt die erweiterte App die komplette Planung von Fernreisen für Paare. Das System erstellt Reiserouten, bucht Flüge und Hotels und wählt auf Basis der Nutzerpräferenzen passende Produkte aus dem Lovense-Sortiment aus. Vor der Abreise versendet die Anwendung Packerinnerungen und Wetteraktualisierungen sowie Check-in-Bestätigungen.
Während des Fluges passt der sogenannte Speed-Modus die Vibrationsmuster tragbarer Geräte automatisch an die Fluggeschwindigkeit an. Sprachbefehle ermöglichen unterwegs die Abfrage von Restaurant- und Aktivitätsempfehlungen. Die App reguliert die Gerätefunktionen dynamisch entsprechend der erfassten Stimmungslage und Umgebungsbedingungen der Nutzer.
Ferngesteuerte Date-Koordination
Für Fernbeziehungen bietet die App eine automatisierte Date-Planung an. Nach Autorisierung durch die Nutzer analysiert der KI-Agent Kalendereinträge, schlägt geeignete Termine vor und benachrichtigt beide Partner. Vor dem virtuellen Treffen empfiehlt das System Filme, Musik und Rezepte für gemeinsame Aktivitäten und erstellt Einkaufslisten. Ein Sprachbefehl wie „romantischen Modus aktivieren“ löst eine koordinierte Sequenz aus: Die App dimmt Beleuchtung, startet Musikwiedergabe und wechselt zu einem Filmkanal, während identische Befehle an den Partner übermittelt werden, um dessen Smart-Home-Umgebung zu synchronisieren. Die Music-Sync-Funktion stimmt die Gerätevibration auf den Musikrhythmus ab.
Mit dieser OpenClaw-Integration nutzt Lovense die selbstlernenden Fähigkeiten der KI-Plattform, um Nutzern Unterstützung in verschiedenen Lebensbereichen zu bieten und gleichzeitig emotionale Interaktionen zwischen Partnern zu intensivieren. Die technologische Entwicklung zielt darauf ab, räumliche Distanzen durch intelligente Automatisierung zu überbrücken und neue Formen der Ferninteraktion zu etablieren.
Security-Probleme
Ob Nutzer letztlich ihr Intimleben der Steuerung durch einen KI-Agenten überlassen wollen, ist eine offene Frage. Denn OpenClaw ist im Zuge des Hypes in den letzten Wochen auch in Verruf gekommen, vor allem wegen Sicherheitsthemen. So zeigten KI-Forscher auf, dass der KI-Agent, den sich user auf dem eigenen Rechner installieren können, sehr anfällig für Schad-Software ist, was die privaten Daten, die verarbeitet werden, in falsche Hände geraten lassen kann. OpenClaw reagierte erst kürzlich mit einer Partnerschaft mit VirusTotal, um den Skill-Marktplatz ClawHub vor schadhaften Erweiterungen zu schützen (mehr dazu hier).

