Event-Bericht

OpenClaw in Wien: „Wir sind alle hier, um unseren Jungen zu feiern“

Peter Steinberger (OpenClaw) celebrated in Vienna. © A. Klinger
Peter Steinberger (OpenClaw) celebrated in Vienna. © A. Klinger
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Die Klaue hat zugeschlagen – und die Tech-Community Österreichs endlich wieder Grund zum Feiern nach einer viel zu langen Durststrecke. Während Österreich zuletzt mit enorm niedrigen Finanzierungszahlen (2025 um 56% eingebrochen) und einer sehr schlechten Platzierung unter Europas Startup-Hubs (Platz 143) aufgefallen ist, hat Peter Steinberger (Ex-PSPDFKit) mit OpenClaw (Ex Clawdbot/Moltbot) einen Überraschungserfolg abgeliefert. Und das in einer Branche, die vorwiegend von Schwergewichten wie OpenAI, Anthropic und xAI dominiert wird.

Und so kamen etwa 500 Gäste im Startup House nahe Wiener Prater zusammen, um Steinberger live über OpenClaw, den Open Source KI-Agenten, sprechen zu sehen. Eigentlich ist Steinberger im Zuge des OpenClaw-Hypes bereits nach San Francisco gegangen, um dort weiter zu bauen, kam für den Event aber kurzerhand in seine Heimatstadt zurück. Startup-Vertreter aus Österreich ließ es sich nicht nehmen, mit dabei zu sein. Andreas Klinger (Prototype) war ebenso da wie Felix Krause (ContextSDK), Peter Lasinger (3VC), Andrei Podlesnyi (Hans(wo)men Group), Markus Raunig (AustrianStartups), Georg Molzer (Shadowmap), Christian Trummer (Bitpanda) oder Alexander Maitz (CTO von newsrooms).

Enormer Andrang im Startup House

Der Andrang war riesig. „Wir mussten einen zusätzlichen Veranstaltungsort für die gemeinsame Übertragung eröffnen, da dieser Veranstaltungsort komplett ausgebucht war“, so Mitorganisator Klinger, der ebenfalls extra für den Event einflog. „Wir sind alle hier, um unseren Jungen zu feiern.“ Der Event unter dem Titel ClawCon brachte inhaltlich in Bezug auf OpenClaw nichts Neues, bot dann aber vor allem der Community selbst, um ihre selbstgebauten Tools und Integrationen für OpenClaw zu zeigen.

Kurz für alle, die OpenClaw noch nicht kennen: Dabei handelt es sich um eine Software von Steinberger, mit der man sich quasi seinen eigenen KI-Agenten zusammenbauen kann. Man kann OpenClaw Zugriff auf seinen kompletten Computer und den darauf befindlichen Daten geben (z.B. Mails, aber auch den Browser), sein KI-Modell der Wahl (z.B. Claude von Anthropic, Grok von xAI, GPT-5 von OpenAI, aber auch selbst gehostete Open Source LLMs) anbinden und dann mit dem KI-Agenten über einen Kanal wie WhatsApp oder Telegram kommunizieren.

Plattform, an der immer mehr andocken wollen

Das wirklich Besondere von OpenClaw im Unterschied etwa zu „Computer Use“ von Anthropic ist, dass die KI durchgehend läuft und nicht auf Anweisungen wartet, um eine Aufgabe zu erledigen, sondern etwa auch über Nacht tätig sein kann. Das andere – und für viele Sicherheitsbedachte erschreckende – ist, dass offenbar viele User einfach Zugriff auf ihren gesamten Computer geben und die KI mit all diesen Daten arbeiten lässt (siehe weiter unten).

Derzeit gibt es Anzeichen dafür, dass aus OpenClaw eine neuartige Plattform werden könnte, an der immer mehr Services andocken. Wie berichtet will das Unternehmen Lovense aus Singapur seine Vibratoren via OpenClaw durch KI steuern lassen. In Wien präsentierten eine Reihe von Entwicklern ihre OpenClaw-Schöpfungen, von einer OpenClaw-gemanagten Mini-Brauerei, über eine Memebattle-Plattform al a Moltbook bis hin zu voller Heimautomatisierung.

Erschreckende Sicherheitsprobleme

Dass das Thema Sicherheit bei all der Aufbruchstimmung weitgehend ungelöst bleibt, zeigte sich an vielen Stellen. Die meisten Teilnehmer schienen sich wenig um Datenschutz zu scheren – im Gegenteil: Ein besonders eindrückliches Beispiel lieferte ein Nutzer, der seinen gesamten E-Mail-Posteingang in sein OpenClaw-System geladen hatte. Die KI erstellte daraufhin unaufgefordert ein persönliches Gesundheits-Dashboard – komplett mit einer Visualisierung seiner Zahngesundheit, abgeleitet aus Zahnarzt-Korrespondenzen, sowie einer Übersicht seiner Blutwerte.

Was als beeindruckende Demonstration proaktiver KI-Fähigkeiten durchging, offenbarte gleichzeitig ein fundamentales Problem: Wenn ein System eigenständig intimste Gesundheitsdaten aus privaten E-Mails extrahiert und aufbereitet, stellt sich die Frage, wer sonst noch Zugriff auf diese Informationen hat – und was passiert, wenn solche Systeme in falsche Hände geraten. Wie berichtet, unternimmt Steinberger aktuell einiges, um die Sicherheitslücken bei OpenClaw zu schließen (mehr dazu hier).

Community, nicht bloß Code

Peter Steinberger bringt jedenfalls viel Erfahrung in sein neues Projekt mit, hat er doch das Startup-Game schon einmal durchgespielt – nur endete es nicht mit dem erhofften Happy End. Nach dem mehrheitlichen Verkauf seiner Firma PSPDFKit für über 100 Millionen an Insight Partners fiel er in ein Loch. Es folgte, was er selbst als „typisch Post-Exit“ beschreibt: Feiern, Reisen, Therapie, Experimente mit Ayahuasca. Drei Jahre dauerte die Sinnsuche, bis er zu dem zurückkehrte, was er wirklich liebt: Coden. Was folgte, war ein fast manisches Experimentieren – 43 Projekte tüftelte er durch, bevor er schließlich den großen Hit landete.

Jetzt hat Steinberger die Chance, eine neuartige globale KI-Bewegung zu kreieren – das Schalentier im Logo und die Klauenhand als Erkennungszeichen sind schon Memes geworden. „Er hat nicht nur Software entwickelt“, sagt Mario Zechner, Software-Entwickler und Business Angel. „Er hat eine weltweite Gemeinschaft liebenswerter, kreativer Menschen aufgebaut, die die Zukunft gestalten wollen. Das ist so viel mehr wert als ein Stück Code.“

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