Wien

Pioneers-Veranstalter laden kontroverses Startup Hussy.io wieder aus

Hussy.io zeigt Logo des Projekts und halbnackte Frau. © Jakob Steinschaden
Hussy.io zeigt Logo des Projekts und halbnackte Frau. © Jakob Steinschaden

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Rund 500 Startups sind derzeit auf der Pioneers-Konferenz in der Wiener Hofburg, um dort um die Gunst von Investoren zu buhlen und Kontakte zu potenziellen Auftraggebern zu knüpfen. Das in Estland gemeldete Startup Hussy.io, dass mit Blockchain-Technologie eine App für die Vermittlung von Sexarbeiterinnen bauen will, darf nun nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Zuerst war es unter den 500 Startups gelistet, die kostenlos an dem Event teilnehmen, nun findet sich die Jungfirma rund um den TU-Studenten Peter Tulala nicht mehr auf der Teilnehmerliste.

Hussy.io war Gegenstand einer heftigen Diskussion in der Startup-Szene und erntete auch seitens Sexarbeitern schwere Kritik in Bezug auf das Geschäftsmodell. Dass das Startup bei Startup Live einen Preis gewann, brachte das Fass zum Überlaufen. „Wer Sexarbeiterinnen vermittelt, macht sich der Zuhälterei schuldig“, sagte etwa Christian Knappik von sexworker.at zu Trending Topics. Auch die Bewerbung des geplanten Dienstes, die Art des Auftretens der Gründer auf Social Media und das Pitchdeck, das offenbar urheberrechtlich geschütztes Bildmaterial enthielt, wurden stark kritisiert.

Die Hussy.io-Kontroverse: „Wer Sexarbeiterinnen vermittelt, macht sich der Zuhälterei schuldig“

„Irreführende Angaben“

Die Pioneers-Veranstalter haben Hussy.io wieder ausgeladen, nachdem sie sich über deren Geschäftsmodell, ihre Teilnahme an dem Pitch-Event und ihre Kommunikation auf Social Media informiert haben. „Im Zuge dieser Nachforschungen mussten wir feststellen, dass sie leider nicht besonders genau und sorgfältig mit einiger ihrer Angaben waren und sich fragwürdiger Methoden bedient haben, um ihre Position zu verbessern. Auch in Zusammenhang mit der Teilnahme an unserem Event haben sie irreführende Angaben gemacht“, heißt es seitens Pioneers. Die Nicht-Teilnahme sei in beiderseitigem Einvernehmen erfolgt.

Für viele andere Startups am Pioneers besteht derweil die Chance, den Sieg bei der Startup Challenge davonzutragen. 50 Jungfirmen haben es ins Semifinale geschafft (davon 12 österreichische), 8 werden heute Abend im Finale um den Titel „Pioneers Startup of the Year“ ringen. Die JFDI GmbH, die hinter der Marke Pioneers steht, wurde kürzlich vom Business-Angel-Netzwerk startup300 übernommen.

Millionenübernahme: Linzer startup300 kauft Wiener Pioneers

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