Positron: KI-Chip-Startup sichert sich 230 Millionen Dollar und tritt gegen Nvidia an
Das Halbleiter-Startup Positron hat sich in einer Series-B-Runde 230 Millionen Dollar gesichert, wie TechCrunch berichtet. Das in Reno ansässige Unternehmen will mit dem frischen Kapital die Markteinführung seiner Hochgeschwindigkeits-Speicherchips beschleunigen. Dabei handelt es sich um eine kritische Komponente für AI-Workloads.
Die Finanzierung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Hyperscaler und AI-Firmen ihre Abhängigkeit vom Marktführer Nvidia reduzieren wollen. Selbst OpenAI, einer der größten und wichtigsten Kunden von Nvidia, sucht Berichten zufolge seit vergangenem Jahr nach Alternativen, weil das Unternehmen hinter ChatGPT mit einigen der neuesten KI-Chips des Marktführers unzufrieden sein soll.
Zu den Investoren zählt die Qatar Investment Authority (QIA), der Staatsfonds des Golfstaats, der seinen Fokus immer mehr auf den Aufbau von KI-Infrastruktur legt.
Fokus auf Inferenz statt Training
Mit der aktuellen Runde hat Positron insgesamt etwas über 300 Millionen US-Dollar eingesammelt. Im vergangenen Jahr hatte das 2023 gegründete Startup bereits 75 Millionen Dollar von Investoren wie Valor Equity Partners, Atreides Management, DFJ Growth, Flume Ventures und Resilience Reserve erhalten. Der erste Chip des Unternehmens, Atlas, wird in Arizona produziert und soll die Performance von Nvidias H100-GPUs bei weniger als einem Drittel des Stromverbrauchs erreichen.
Positron setzt seinen Fokus auf Inferenz – also die Rechenleistung, die nötig ist, damit KI-Modelle tatsächlich in der Praxis laufen, anstatt sie nur zu trainieren. Immer mehr Unternehmen wollen ihre großen Modelle nicht nur bauen, sondern sie skalierbar einsetzen. Die Chips von Positron sollen dabei nicht nur durch hohe Speicherleistung überzeugen, sondern auch bei High-Frequency- und Video-Processing-Aufgaben besonders schnell sein – also ideal für Anwendungen, die in Echtzeit arbeiten müssen.
Katars KI-Strategie nimmt Fahrt auf
Katar treibt über die QIA eine breite Offensive in Richtung souveräner KI-Infrastruktur voran. Das Land sieht Rechenkapazität als entscheidend an, um auf der globalen Wirtschaftsbühne wettbewerbsfähig zu bleiben, und positioniert sich als führender Hub für AI-Services im Nahen Osten. Im September kündigte die QIA etwa ein Joint Venture mit Brookfield Asset Management über 20 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur an.
