Startup Interviewer

RacePace: „Bleibt nah an den Nutzer:innen!“

RacePace-CEO Ido Dassa © RacePace
RacePace-CEO Ido Dassa © RacePace
Startup Interviewer: Gib uns dein erstes AI Interview Startup Interviewer: Gib uns dein erstes AI Interview

Das Wiener Startup RacePace hat es sich zum Ziel gemacht, Trailrunner mit Künstlicher Intelligenz bei der Planung, Strategieentwicklung und Optimierung ihrer Läufe zu unterstützen. Ido Dassa, der Mitgründer und CEO der Jungfirma, hat sich unserem Startup Interviewer für ein Gespräch zur Verfügung gestellt.

Kannst du uns dein Startup vorstellen? Was macht ihr genau?

Ido Dassa: RacePace ist eine Wiener Plattform, die Ihre Trainingsdaten und eine bestimmte Trail-Rennstrecke in einen übersichtlichen, personalisierten Plan umsetzt – sowohl für die Vorbereitung als auch für den Renntag. Wir analysieren Fitnesssignale von Wearables zusammen mit dem Streckenprofil – Anstiege, Abfahrten, Geländeveränderungen und zu erwartende Bedingungen – und wandeln sie in eine segmentbasierte Strategie um.

Dazu gehören Tempo- oder Belastungsziele, Herzfrequenz-Richtwerte und spezifische Empfehlungen für die Flüssigkeits- und Energiezufuhr. Unser Ziel ist es, Trailrunning planbarer und sicherer zu machen, indem wir typische Fehler reduzieren, die zu Einbrüchen, Verletzungen oder Rennabbruch führen.

Wer gehört zum Gründungsteam?

Das Gründungsteam besteht aus drei Personen: Guillermo Alaman Requena, Lee Barad und mir, Ido Dassa. Ich bin der CEO. Ich bin ein Elite-Ultra-Trailrunner, israelischer 100-km-Meister und Rekordhalter, laufe in der nationalen Trail-Mannschaft und bin Athlet bei The North Face. Vor RacePace war ich auch der erste Mitarbeiter in einem Sporttech-Startup, sodass ich Wettkampfsport und Markteinführung miteinander verbinde.

Lee ist unsere CPO. Sie war professionelle Judoka und ist Marathonläuferin. Sie hat eine sehr gründliche Validierung mit über 300 Interviews mit Läufern durchgeführt, die das MVP und die Produktrichtung stark geprägt hat. Darüber hinaus bringt sie aus ihrer Zeit bei Emarsys (von SAP übernommen) mit. Guillermo ist unser CTO. Er hat einen MSc in Data Science und ist AI/ML-Ingenieur. Er hat unsere geländebezogenen Pacing-Modelle sowie die Integration der wichtigsten Wearables entwickelt. Er ist ebenfalls Marathonläufer und war früher professioneller Futsal-Spieler.

Was ist die Geschichte hinter deinem Startup? Wie und warum hast du angefangen?

Die Idee zu RacePace kam mir 2023 während eines Ultra-Trail-Rennens in Italien. Ich musste anhalten und wurde medizinisch versorgt, vor allem weil ich unterschätzt hatte, wie hart die Strecke und die Bedingungen an diesem Tag wirklich sein würden. Diese Erfahrung hat mir sehr deutlich gezeigt: Beim Trailrunning scheitern viele nicht aufgrund mangelnden Trainings, sondern weil sie die Anstrengung, das Tempo, die Energiezufuhr und die Bedingungen auf einer komplexen Strecke falsch einschätzen. Ich habe auch als Trainer gearbeitet und das Problem aus dieser Perspektive genauso gespürt.

Die Erstellung einer wirklich streckenspezifischen Strategie war extrem zeitaufwändig und beruhte oft mehr auf Bauchgefühl und persönlicher Erfahrung als auf etwas, das konsistent gemessen und wiederholt werden konnte. Deshalb haben wir zu Beginn bewusst mit Trailrunner:innen gesprochen und die Community gefragt, ob dies nur mein Problem oder ein allgemeines Problem ist.

Schnell wurde klar: Ich bin nicht allein. Mehr als 50 Prozent der Läufer:innen geben an, dass sie sich jedes Jahr verletzen, und Trail-Rennen haben eine DNF-Rate (Did Not Finish) von über 30 Prozent. Für uns war dies das Signal, dass Sportler:innen eine bessere und systematischere Lösung brauchen. Genau so entstand RacePace: ein datenbasierter Ansatz, der das aktuelle Fitnesslevel mit einer bestimmten Strecke verbindet und es Segment für Segment in eine umsetzbare Strategie umwandelt.

Was unterscheidet dein Startup von der Konkurrenz? Was macht euch einzigartig – was ist euer USP?

Was RacePace von der Konkurrenz unterscheidet: Wir beginnen nicht mit einem allgemeinen Trainingsplan, sondern mit der spezifischen Strecke, die Sie wirklich laufen möchten – und leiten daraus sowohl das Training als auch die Strategie für den Wettkampftag ab. Trailrunning ist extrem streckenabhängig, daher kombinieren wir zwei Dinge, die viele Tools separat behandeln: Ihre aktuelle Fitness und die tatsächlichen Anforderungen der Strecke, Abschnitt für Abschnitt.

Das Ergebnis ist eine umsetzbare Trainings- und Rennstrategie, nicht nur Diagramme oder allgemeine Tipps. Unser Alleinstellungsmerkmal ist diese streckenbezogene Personalisierung, die durch unsere proprietäre KI-Engine und kontinuierliches Feedback von Athleten ermöglicht wird. Wir arbeiten nicht mit allgemeinen Standardannahmen oder groben Durchschnittswerten. Wir übersetzen GPS- und Wearable-Daten sowie das Streckenprofil in präzise Empfehlungen pro Abschnitt – Anstrengungs- oder Tempoziele, Herzfrequenzgrenzen sowie Flüssigkeits- und Energiezufuhr – und passen diese an die zu erwartenden Bedingungen wie das Wetter an. Auf diese Weise helfen wir Läufern, typische Fehler zu vermeiden, die zu Einbrüchen, Verletzungen oder DNFs führen.

Welche Technologien verwendet ihr und welche hauseigenen Technologien habt ihr entwickelt?

Wir nutzen eine Mischung aus Data Engineering, Machine Learning und sportwissenschaftlicher Modellierung. Auf der Input-Seite arbeiten wir mit GPS- und Wearable-Trainingsdaten plus der Routendatei, meistens GPX, damit wir Höhenprofil, Steigungen und den Verlauf der Strecke wirklich verstehen. Zusätzlich binden wir mehrere externe APIs an, um ein klares, nahezu in Echtzeit aktualisiertes Bild von Umgebung und Topografie entlang der Strecke zu bekommen, und passen die Planung mit diesem Kontext an.

Was wir in-house entwickelt haben, ist unsere proprietäre KI-Engine, die diese Inputs in eine personalisierte Strategie übersetzt. Dazu gehören unsere eigene Segmentierung der Strecke und Feature-Extraktion, terrain-aware Modelle für Pace und Anstrengung sowie eine Planungsschicht, die Segment-für-Segment-Empfehlungen für Training und Renntag erzeugt. Außerdem haben wir die Integrationsschicht gebaut, um uns mit Wearable-Ökosystemen zu verbinden, und wir verbessern das System laufend auf Basis von Athlet:innen-Feedback und realen Ergebnissen, nicht nur auf Basis generischer Durchschnittswerte.

Wer ist eure Zielgruppe und wie erreicht ihr sie?

Unsere Zielgruppe sind Trailrunner:innen aller Erfahrungsstufen, von ambitionierten Einsteiger:innen bis zu erfahrenen Athlet:innen, die für komplexe Strecken eine klare Strategie wollen. Im Fokus sind Menschen, die ihre Strecke besser verstehen, gezielter trainieren und typische Risiken wie Überlastung, Verletzungen oder Rennabbrüche reduzieren möchten. Wir erreichen sie über eine Mischung aus Product-led Growth und Partnerschaften.

Wir arbeiten mit einem Freemium-Modell, bei dem die Basisfunktionen zur Rennplanung kostenlos sind, damit Läufer:innen RacePace unkompliziert ausprobieren können. Parallel kooperieren wir mit Veranstaltern, die RacePace als offizielles Planungstool für ihre Rennen empfehlen, und wir entwickeln das Produkt stark über kontinuierliches Nutzerfeedback mit einer engagierten Beta-Gruppe weiter.

Diese Kombination schafft Vertrauen, beschleunigt unsere Produktentwicklung und trägt uns in die Community hinein. Langfristig wollen wir die Technologie über Trailrunning hinaus erweitern und auf weitere Outdoor-Aktivitäten entlang von Trails übertragen, die ebenfalls komplexe Bedingungen haben, zum Beispiel Wandern, Skibergsteigen, Mountainbiken oder Adventure Racing.

Was hat es mit bisherigen Finanzierungen auf sich? Gibt es schon Investoren?

Bisher werden wir von einer Gruppe an Angel-Investor:innen unterstützt, und zusätzlich haben wir nicht-verwässernde Förderungen erhalten, unter anderem von aws und der FFG. Diese Kombination hat es uns ermöglicht, das Produkt aufzubauen, eine aktive Beta mit kontinuierlichem Athlet:innen-Feedback zu betreiben und erste Partnerschaften mit Events und Communities umzusetzen. Aktuell bereiten wir die nächste Finanzierungsrunde vor, um die nächsten Wachstumsschritte zu beschleunigen.

Kannst du uns dein Geschäftsmodell erklären? Wie generiert dein Startup Einnahmen?

Es ist ganz einfach: Wir haben ein Abo-Modell. Nutzer:innen können zwischen einem Monats- und einem Jahresabo wählen, und das Abo schaltet unsere Premium-Funktionen frei.

Was sind die nächsten Schritte für dein Startup? Habt ihr spezifische Ziele für die Zukunft?

Unsere nächsten Schritte drehen sich um Wachstum und Umsetzung. Aktuell fokussieren wir uns darauf, unser Development-Team zu erweitern, damit wir schneller liefern und stärkere Integrationen bauen können. Parallel arbeiten wir an größeren Partnerschaften – sowohl mit einigen der größten Trail-Rennen der Welt als auch mit Technologiepartnern – damit RacePace ein fester Teil der Vorbereitung für große Events wird.

Produktseitig setzen wir weiterhin stark auf kontinuierliches Nutzerfeedback und regelmäßige Updates, die Genauigkeit und Nutzerfreundlichkeit verbessern. Das übergeordnete Ziel dahinter ist, Trails zugänglicher zu machen, indem wir Läufer:innen einen klareren und sichereren Weg geben, um zu trainieren und Rennen zu laufen.

Hast du Tipps für andere Gründer:innen?

Mein größter Tipp ist Konsequenz. Es ist sehr ähnlich wie im Leistungssport: Fortschritt kommt davon, jeden Tag aufzutauchen, auch wenn es chaotisch ist oder sich langsam anfühlt. Manche Tage sind hart und man hinterfragt alles, aber wenn man dranbleibt, wirkt der Zinseszinseffekt wirklich. Und: Bleibt nah an den Nutzer:innen – sprecht ständig mit ihnen und baut auf Basis dessen, was sie wirklich tun, nicht auf Basis von Annahmen.

Diese Story ist mit dem Startup Interviewer, einem AI-Tool von Trending Topics entstanden. Willst du ebenfalls zu deinem Startup von unserer AI interviewt werden, dann klicke hier. Weitere Startup-Interviews findest du hier.

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