Revolut führt KI-gestützte Zahlungen mit Google-Protokoll ein
Die britische Neobank Revolut hat seine Bezahllösung Revolut Pay als eine der ersten europäischen Zahlungsmethoden in Googles Agent Payments Protocol (AP2) integriert. Die am Montag angekündigte Zusammenarbeit zielt darauf ab, Zahlungsprozesse für KI-gestützte Einkaufssysteme zu standardisieren.
AP2 wurde im September 2025 als Ergänzung zu den anderen KI-Protokollen Agent2Agent (A2A) und Model Context Protocol (MCP) vorgestellt. Partner sind neben Revolut auch Adyen, American Express, Ant International, Coinbase, Etsy, Forter, Intuit, JCB, Mastercard, Mysten Labs, Paypal, Salesforce, ServiceNow, UnionPay International und Worldpay.
Integration in das AP2-Protokoll
Mit der Implementierung von AP2 positioniert sich Revolut für den sogenannten „Agentic Commerce“ – ein Handelsmodell, bei dem KI-Assistenten automatisiert Einkäufe im Auftrag von Nutzern durchführen. Das von Google entwickelte offene Protokoll soll plattformübergreifend sichere Zahlungstransaktionen ermöglichen und wurde gemeinsam mit verschiedenen Zahlungs- und Technologieunternehmen konzipiert.
Nach eigenen Angaben hat Revolut nicht nur das Protokoll implementiert, sondern auch aktiv an dessen Weiterentwicklung mitgewirkt, insbesondere bei der Gestaltung von Zahlungsprozessen zwischen Konten.
„Die Zukunft des Einkaufens ist keine Website, sondern ein Dialog“, erklärte Alex Codina, General Manager Acquiring bei Revolut. Das Unternehmen wolle über klassische One-Click-Zahlungen hinausgehen und KI-Assistenten ermöglichen, Bezahlvorgänge für Nutzer zu übernehmen.
Tara Brady, President Google Cloud EMEA, bezeichnete die Partnerschaft als wichtigen Schritt zur Transformation des digitalen Handels in Europa und Großbritannien.
Verfügbarkeit und Sicherheitsaspekte
Die Lösung steht Nutzern in Großbritannien und dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zur Verfügung. Alle Transaktionen laufen über die bestehende Infrastruktur von Revolut mit Echtzeit-Benachrichtigungen und integrierter Betrugsüberwachung.
Für Händler, die die Business-Plattform von Revolut nutzen, soll die Integration vor allem strategische Vorteile bieten: Sie ermöglicht Unternehmen, sich frühzeitig auf neue Vertriebskanäle im KI-gestützten Handel vorzubereiten.
Unterschied zum Universal Commerce Protocol (UCP)
Das Agent Payments Protocol (AP2) von Google ist nicht mit dem kürzlich vorgestellten Universal Commerce Protocol (UCP, Trending Topics berichtete) zu verwechseln. Beide verfolgen unterschiedliche Ansätze für den digitalen Handel:
Agent Payments Protocol (AP2):
- Fokussiert primär auf die Zahlungsabwicklung in KI-gesteuerten Systemen
- Entwickelt von Google in Zusammenarbeit mit Zahlungsdienstleistern
- Ziel ist die Standardisierung von Transaktionen zwischen KI-Agenten, Nutzern und Händlern
- Konzentriert sich auf sichere, plattformübergreifende Bezahlprozesse
- Zahlungsartenunabhängiges Framework
Universal Commerce Protocol (UCP):
- Umfassenderes Protokoll für den gesamten E-Commerce-Prozess
- Deckt nicht nur Zahlungen ab, sondern auch Produktsuche, Bestellung, Lieferung und Kundenservice
- Zielt auf die Standardisierung der Kommunikation zwischen verschiedenen Commerce-Plattformen ab
- Ermöglicht KI-Assistenten den Zugriff auf verschiedene Händlersysteme über eine einheitliche Schnittstelle
- Breiterer Scope mit Fokus auf End-to-End-Handelsprozesse
Vereinfacht ausgedrückt: AP2 ist spezialisiert auf das „Wie bezahle ich?“, während UCP die gesamte Frage „Wie kaufe ich ein?“ adressiert – von der Produktauswahl bis zur Lieferung.

