Startup-Dachfonds Österreichs soll Anfang 2027 operativ werden
Wer darauf gewettet hat, dass der schon lange diskutierte und angekündigte Dach-Fonds für eine bessere Finanzierung von Startups- und Scale-ups 2026 aktiv wird, der wird heute vermutlich enttäuscht – zumindest ein wenig. Denn aus der am Freitag von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP), Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ) und Staatssekretär Josef Schellhorn (Neos) präsentierten Industriestrategie geht hervor, dass der Dachfonds erst mit Anfang 2027 operativ tätig sein wird.
So heißt es in dem 112-seitigen Dokument:
„Für den Start-up & Scale-up-Dachfonds wird eine Fund-of-Funds-Struktur mit einem unabhängigen Management entsprechend internationalen Standards aufgesetzt. Der Fonds wird mit einem öffentlichen Ankerinvestment ausgestattet und bündelt zudem privates Kapital. Der Scale-up-Fonds zur Finanzierung von Spin-offs und Scale-ups wird mit Anfang 2027 operativ tätig.“
Der Dach-Fonds wird nicht direkt in Startups und Scale-ups investieren, sondern über eine Fund-of-Funds-Struktur das Kapital in weitere Fonds stecken; diese sind dann letztlich für die Investments und Rückflüsse in den Dach-Fonds zuständig.
Suche nach Management und Kapitalgebern
Dem Vernehmen nach ist aktuell ein Knackpunkt, das richtige Management für den Dach-Fonds zu finden, dieses soll ja international besetzt werden. Dieses Management ist letztendlich auch Voraussetzung dafür, dass privates Kapital in den Topf fließen kann, da etwa Banken oder Versicherungen natürlich wissen wollen, in welche Struktur mit welchen handelnden Personen sie das Kapital stecken.
Wie groß der Fonds letztendlich werden könnte, bleibt abzuwarten – wie berichtet könnte der Startup-Dachfonds kann locker 300 bis 500 Mio. Euro groß werden. Denn wenn nur 1% des Vermögens, das derzeit in heimischen Pensionskassen und Versicherungen steckt, in diesen Startup-Dachfonds stecken, käme man sehr schnell auf den stattlichen Betrag von 1,57 Milliarden Euro, wie Trending Topics bereits berechnet hat.
Spannend wird, wie groß das Anker-Investment der öffentlichen Hand sein wird – dieses ist letztlich auch entscheidend dafür, wie viel Kapital von institutionellen Investoren – eben Pensionsfonds, Versicherungen, Hedgefonds, Mutual Funds usw. – gehebelt werden kann.
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