Startup Heizma übernimmt Soly-Kunden nach Insolvenz in Österreich
Das österreichische Energieunternehmen Heizma integriert mehrere hundert Photovoltaikanlagen sowie laufende Projekte des insolventen niederländischen Anbieters Soly in seine Plattform. Die Übernahme umfasst die vollständige Betreuung der österreichischen Kundschaft und stärkt Heizmas Position im Bereich dezentraler Energielösungen. Das Wiener Scale-up positioniert sich damit als Stabilitätsanker in einem Marktumfeld, das zuletzt durch Unternehmenszusammenbrüche erschüttert wurde.
Soly hatte sich in den vergangenen Jahren als europaweit aktiver Photovoltaikanbieter etabliert und expandierte vom niederländischen Heimatmarkt in mehrere Länder. Im Jänner 2024 sicherte sich das Unternehmen eine Finanzierungsrunde über 30 Millionen Euro, angeführt von ArcTern Ventures und Fifth Wall, mit Beteiligung bestehender Investoren wie Shell Ventures und der niederländischen Pensionskasse ABP.
Die Mittel sollten die Expansion in neue Märkte vorantreiben, darunter Österreich, wo Soly innerhalb kurzer Zeit zu einem der größeren Anbieter aufstieg. Ende November 2025 meldeten jedoch mehrere zentrale Gesellschaften der Soly-Gruppe in den Niederlanden Insolvenz an, darunter die Soly Holding B.V. Anfang Dezember folgte das Konkursverfahren für die österreichische Tochtergesellschaft. Das Unternehmen führte das Scheitern auf das herausfordernde europäische Marktumfeld und eine geplatzte Finanzierungsrunde zurück.
Strukturierte Abwicklung für Bestandskunden
Heizma fungiert nun als zentraler Ansprechpartner für Service, Prüfungen, Garantiefragen und die Fertigstellung offener Projekte. Das Unternehmen setzt dabei auf Optima, ein in Österreich entwickeltes KI-basiertes Energiemanagementsystem. Die Software ermöglicht eine verbesserte Anbindung an österreichische Energiegemeinschaften und optimiert die Steuerung von Photovoltaikanlagen, Stromspeichern und Verbrauchern. Die technische Integration soll betroffenen Haushalten operative Kontinuität und digitale Verwaltung ihrer Anlagen sichern.
Für noch nicht realisierte Photovoltaikprojekte bietet Heizma eine geordnete Projektübernahme an. Der Prozess umfasst technische Neubewertungen, transparente Neukalkulationen und Umsetzung mit fixen Zeitplänen. Das Unternehmen strebt an, Projekte zügig abzuschließen und Planungssicherheit zu gewährleisten. Mitgründer Alexander Valtingojer sagt, dass die Energiewende belastbare Strukturen benötige, die Heizma nun für betroffene Haushalte bereitstellen würde.
Im Konkursverfahren der Soly Austria Operations GmbH können Forderungen laut KSV1870 bis zum 26. Jänner 2026 angemeldet werden. Heizma hat für Soly-Kunden eine zentrale Servicestelle unter der Adresse soly@heizma.at eingerichtet. Die Übernahme erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der österreichische Photovoltaikmarkt trotz politischer Förderprogramme mit Konsolidierungsdruck konfrontiert ist.

