TikTok kämpft mit Upload-Problemen und Zensurvorwürfen nach US-Umstrukturierung
TikTok steht in der Kritik: Sowohl technische Ausfälle als auch Zensurvorwürfe setzen der Social-Media-Plattform zu. Seit das Unternehmen letzte Woche ein neues Joint Venture für den US-Markt angekündigt hat, deinstallieren deutlich mehr Nutzer:innen die App. Laut Marktforschungsunternehmen Sensor Tower ist die tägliche Löschrate in den USA in den vergangenen fünf Tagen um fast 150 Prozent gestiegen.
Das Joint Venture soll das US-Gewschäft von TikTok unter neuer amerikanischer Führung am Laufen halten, nachdem monatelang politischer Druck aufgrund der chinesischen Eigentümerschaft herrschte (wir berichteten). Adam Presser, zuvor TikToks Head of Operations, wurde als CEO des Joint Ventures TikTok USDS eingesetzt. Doch statt Beruhigung folgte nun eine Welle von Skepsis, hervorgerufen durch technische Probleme sowie Zensurvorwürfe, wie CNBC berichtet.
Influencer:innen üben Kritik
Content Creator:innen zeigen sich derzeit verunsichert. Nadya Okamoto, die über 4 Millionen Follower auf TikTok hat, berichtet von massiven Upload-Problemen – rund 24 Stunden lang konnte sie keine Videos hochladen. Anderen Creator:innen ging es ebenso. TikTok begründet die Störungen mit einem Stromausfall eines ihrer Rechenzentren.
Dre Ronayne, die knapp 400.000 Follower hatte, löschte ihren Account am Sonntag komplett und postete im Anschluss auf Threads: „Wenn ich meine größte Plattform löschen kann, weil deren Nutzungsbedingungen und Zensur außer Kontrolle geraten sind, dann könnt ihr das auch.“
Zensurvorwürfe rund um Epstein und ICE
Denn parallel zu den technischen Problemen häufen sich Vorwürfe hinsichtlich politischer Zensur. Nutzer:innen berichten, dass bestimmte Inhalte – etwa kritische Posts zu US-Präsident Trump oder zur Einwanderungsbehörde ICE – nicht mehr empfohlen oder blockiert würden.
CNBC konnte bestätigen, dass Direktnachrichten mit dem Wort „Epstein“ eine Fehlermeldung auslösten. Die Sensibilität rund um den Namen bezieht sich auf Jeffrey Epstein, den verstorbenen Finanzier und verurteilten Sexualstraftäter, dessen Akten das US-Justizministerium seit Dezember schrittweise veröffentlicht.
Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom schaltete sich ein und kündigte eine Untersuchung an. „Unser Büro hat Berichte erhalten – und unabhängig Fälle bestätigt – von unterdrückten Inhalten, die Präsident Trump kritisieren“, heißt es. Newsom fordert das kalifornische Justizministerium auf zu prüfen, ob dies gegen kalifornisches Recht verstößt.
Konkret geht es um Videos zu ICE-Einsätzen in Minneapolis, bei denen zwei US-Bürger erschossen wurden. TikTok betont, dass Videos zu dem Vorfall auf der Plattform verfügbar seien. Auch die Blockade des Namens „Epstein“ in Direktnachrichten untersuche man – die Plattform verbiete die Verwendung des Namens nicht.
