Tiroler Mobility-Startup ummadum schlittert in den Konkurs
Sie wollten Fahrgemeinschaften per App etablieren, nun erfolgte aber leider der Weg zum Handelsgericht: Das österreichische Mobility-Startup ummadum ist insolvent. Über die ummadum Service GmbH wurde am 4. Dezember 2025 vom Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren eröffnet, nachdem das Unternehmen seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen konnte.
Das Verfahren wurde über Eigenantrag eröffnet, die Geschäftsführer René Schader und Thomas Angerer mussten damit den vorläufigen Schlussstrich unter ein einst vielversprechendes Projekt ziehen. Die Anmeldefrist für Gläubiger läuft bis zum 29. Januar 2026, die Berichtstagsatzung ist für den 12. Februar 2026 angesetzt. Die Webseite von ummadum ist bereits teilweise nicht mehr verfügbar, aufgrund von „Wartungsarbeiten“.
Innovative Mobilitätsplattform mit Anreizsystem
Ummadum hatte sich zum Ziel gesetzt, nachhaltige Mobilität neu zu denken. Die Echtzeit-Mobilitätsplattform zeigte Nutzern alle verfügbaren Verkehrsoptionen an – von Mitfahrgelegenheiten über Bus- bis hin zu Bahnverbindungen. Das Besondere war jedoch das Incentive-System: Für jeden gefahrenen Kilometer in einer Fahrgemeinschaft erhielten Nutzer zehn ummadum-Punkte. Diese Punkte konnten nicht nur für Mobilitätsleistungen, sondern auch in teilnehmenden Geschäften eingelöst werden – eine Verknüpfung von nachhaltiger Mobilität und regionalem Handel.
Der erste Pilotversuch im Jänner 2016 in den Tiroler Gemeinden Schwaz und Wattens zeigte vielversprechende Ergebnisse: 550 User meldeten sich innerhalb der ersten fünf Wochen an und legten in über 300 Fahrten gemeinsam mehr als 10.500 Kilometer zurück, was einer Einsparung von etwa 1,8 Tonnen CO2 entsprach. Das Konzept überzeugte auch große Arbeitgeber wie Swarovski in Wattens und das Bezirkskrankenhaus Schwaz, die Punkte-Pakete für ihre Mitarbeiter kauften. Die Vision war klar: Gemeinden, Unternehmen und Handel sollten gemeinsam an der Lösung des Mobilitätsproblems arbeiten.
Internationale Expansionspläne
In den Folgejahren konnte ummadum beachtliche Erfolge verbuchen. 2024 gewann das Startup den prestigeträchtigen SPOBIS Nachhaltigkeitspreis und setzte sich dabei gegen 100 Mitbewerber durch. Die Partnerschaften mit namhaften deutschen Fußballvereinen wie dem VfB Stuttgart, VfL Wolfsburg und 1. FC Köln zeigten die praktische Umsetzungskraft des Konzepts. Auch bei der FIA (Federation Internationale de l’Automobile) konnte ummadum als Gewinner der FIA Region 1 Start-Up Challenge überzeugen und präsentierte sich vor 240 Mobilitätsclubs mit weltweit über 80 Millionen Mitgliedern.
Die Muttergesellschaft AlphaHapp hatte ambitionierte Pläne und sammelte rund zwei Millionen Euro an Kapital und Förderungen ein. Die Strategie sah vor, ummadum in Österreich als Referenzmarkt zu etablieren und über ein Lizenzmodell international zu expandieren. Diese Pläne sind nun aber offenbar nicht aufgegangen. Die Mutterfirma AlphaHapp hat im Jahr 2024 einen Bilanzverlust von 3,4 Millionen Euro (dsvon 2,4 Mio. Euro als Verlustvortrag aus den Vorjahren) erlitten, bei der Tochter ummadum lag der Bilanzverlust 2024 bei 3,3 Mio. Euro (davon 3 Mio. Euro als Verlustvortrag).

