UnternehmerTUM ist führender Startup-Hub; Österreich nicht unter Top 100
Die Financial Times hat in Zusammenarbeit mit dem internationalen Daten- und Forschungsunternehmen Statista sowie der Medienmarke Sifted zum zweiten Mal ein Ranking der führenden Startup-Hubs in Europa erstellt. Insgesamt wurden 150 Zentren ausgezeichnet, die Gründerinnen und Gründern Inkubator- und Accelerator-Programme anbieten. Voraussetzung für die Aufnahme in das Ranking war mindestens ein physischer Standort in Europa.
Auf Platz liegt UnternehmerTUM aus München, vor der Station F in Paris und der Start2 Group wiederum aus der bayrischen Hauptstadt. Bitter aus österreichischer Sicht: Es gibt keine Platzierung für einen österreichischen Standort unter dem Top 100; immerhin kommt das WU Entrepreneurship Center auf Platz 143 von insgesamt 150 gelisteten Standorten vor.
100 Tech-Gründungen pro Jahr bei UnternehmerTUM
Die UnternehmerTUM GmbH wurde 2002 von der Unternehmerin Susanne Klatten als gemeinnützige Organisation gegründet und hat sich zum führenden Zentrum für Gründung und Innovation in Europa entwickelt. Mit mehr als 500 Mitarbeitenden unterstützt die Organisation jährlich über 100 wachstumsstarke Technologie-Gründungen durch ein umfassendes Angebot: von der Ideenentwicklung über die Produktgestaltung bis hin zur Unternehmensfinanzierung. Dabei dient die UnternehmerTUM als Schnittstelle zwischen Startups, etablierter Industrie und Wirtschaft. Der MakerSpace an zwei Standorten mit insgesamt 2.700 Quadratmetern ermöglicht es Unternehmen, Startups und Kreativen, Prototypen und Kleinserien zu fertigen.
Die enge Verbindung zur Technischen Universität München bildet eine zentrale Grundlage für die Arbeit der UnternehmerTUM. Durch die räumliche Nähe zum Campus und die institutionelle Anbindung profitieren Gründende von der wissenschaftlichen Expertise und den technologischen Ressourcen der TU München. Diese Zusammenarbeit schafft ein Ökosystem, in dem akademische Forschung und unternehmerische Praxis ineinandergreifen. Studierende, Forschende und Alumni der TU München finden bei UnternehmerTUM die Infrastruktur und Beratung, um ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse in marktfähige Innovationen zu überführen und damit zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen wie Klimawandel, Energiewende und Ressourcenknappheit beizutragen.
Zweiphasiger Bewertungsprozess
Die Identifizierung der führenden Startup-Hubs erfolgte im Ranking der FT durch einen mehrstufigen Anwendungs- und Bewertungsprozess. Zunächst wurden rund 3.000 potenzielle Kandidaten identifiziert und aktiv zur Registrierung eingeladen. Die Online-Registrierungsphase lief vom 3. Juni bis zum 14. September 2024.
Um für eine Berücksichtigung infrage zu kommen, mussten die Start-Up-Hubs folgende Kriterien erfüllen:
- Physischer Standort in Europa
- Angebot mindestens eines Inkubations- oder Accelerator-Programms
- Betrieb seit mindestens 2020
Bewertungskriterien und Alumni-Befragung
Nach der Registrierung wurden Alumni befragt, die zwischen 2018 und 2023 an Programmen der jeweiligen Hubs teilgenommen hatten. Die Teilnehmer bewerteten ihre Erfahrungen in verschiedenen Dimensionen, darunter Mentoring und Training, Infrastruktur, rechtliche Unterstützung, Beratung zur Geschäftsentwicklung, Networking-Möglichkeiten sowie Finanzierungschancen. Zusätzlich gaben sie auf einer Skala von 0 bis 10 an, inwieweit sie ihren Hub weiterempfehlen würden.
Der Gesamtscore für jeden Startup-Hub setzte sich aus drei Komponenten zusammen. Der Alumni-Score basierte auf den Bewertungen ehemaliger Teilnehmer. Der Expert-Score stammte von Investoren und erfahrenen Unternehmern, die Hubs auf einer Skala von 0 bis 10 bewerteten. Der Track-Record-Score berücksichtigte die erfolgreichsten Start-Ups, die aus den Programmen eines Hubs hervorgegangen sind. Diese drei Scores wurden zu einem gewichteten Durchschnitt zusammengefasst.
Alle Umfragedaten wurden von Statista verarbeitet und überprüft. Um fehlende Informationen zu ergänzen, kontaktierte Statista einige der Start-Up-Hubs direkt. Bei Hubs, die zum zweiten Mal teilnahmen, wurden auch frühere Alumni-Bewertungen nach Durchführung von Berechtigungs- und Duplikatsprüfungen berücksichtigt.

