„Unverfälscht“: Google will keine Werbung in Gemini
Googles KI-Assistent Gemini bleibt ohne Werbung. Das bestätigte Google DeepMind-CEO Demis Hassabis in einem Interview mit Alex Heath in Davos. „Das Unternehmen hat keinerlei Pläne, Anzeigen in Gemini zu bringen.“ Die Aussage kommt zum strategisch günstigen Zeitpunkt – denn Konkurrent OpenAI will in Kürze Werbung bei ChatGPT einführen.
Hassabis begründet die Entscheidung laut heise mit dem Vertrauensfaktor: „Wenn Sie einen wirklich universellen Assistenten wollen, dem Sie vertrauen können, der auf Sie persönlich zugeschnitten ist und viel über Sie weiß, dann möchten Sie sicher sein, dass die Empfehlungen, die er Ihnen gibt, wirklich gut für Sie sind, unvoreingenommen und unverfälscht.“ Google konzentriere sich darauf, den besten Assistenten auf allen Ebenen zu entwickeln – ohne kommerzielle Verzerrung durch Anzeigen.
OpenAI startet Werbung ab Februar
Der Kontrast zu OpenAI könnte kaum deutlicher sein. Ab Februar sind Anzeigen in der kostenlosen ChatGPT-Version und im günstigen Abomodell ChatGPT Go für die USA vorgesehen (Trending Topics berichtete). Hassabis kommentiert den Schritt des Konkurrenten: „Vielleicht haben sie das Gefühl, mehr Einnahmen erzielen zu müssen.“
Für Google ist die Position keine völlig neue. Das Unternehmen hatte bereits zuvor erklärt, Gemini werbefrei zu halten. Allerdings kursierten zuletzt Gerüchte, Google habe den Plan geändert. Hassabis räumt diese Spekulationen nun vom Tisch.
Quersubvention durch etabliertes Werbegeschäft
Google genießt einen entscheidenden Vorteil: Das Unternehmen verdient sein Geld vornehmlich mit Werbung aus der Suchfunktion und anderen Diensten. Die KI-Entwicklung wird quasi quersubventioniert – Gemini muss nicht selbst Einnahmen generieren. Werbung bleibt dort, wo sie schon lange war, während der hauseigene Chatbot davon freigehalten werden kann.
Meta verfolgt eine ähnliche Strategie. Mark Zuckerberg kann die KI-Abteilung dank der Werbeeinnahmen aus Facebook und Instagram finanzieren. Ob Meta AI und Gemini langfristig tatsächlich werbefrei bleiben oder ob die Versuchung doch irgendwann zu groß wird, bleibt offen. Vorerst aber ziehen Google wie auch Meta eine klare Trennlinie zwischen ihren etablierten Werbeplattformen und den neuen AI-Assistenten.
OpenAI startet Werbung in ChatGPT, wertet dazu Chat-Inhalte aus
