Waymo holt 16 Milliarden Dollar, Bewertung steigt auf 126 Milliarden Dollar
Die zu Alphabet gehörende Tochtergesellschaft Waymo hat eine Finanzierungsrunde über 16 Milliarden Dollar abgeschlossen und erreicht damit eine Unternehmensbewertung von 126 Milliarden Dollar nach Berücksichtigung des zugeführten Kapitals. Die Investorengruppe wird von Dragoneer Investment Group, DST Global und Sequoia Capital angeführt, während Alphabet als Mehrheitsaktionär weiterhin engagiert bleibt und nach früheren Berichten rund 13 Milliarden Dollar beisteuert.
Zu den weiteren Beteiligten zählen Andreessen Horowitz, Mubadala Capital, Bessemer Venture Partners, Silver Lake, Tiger Global, T. Rowe Price sowie mehrere etablierte Technologieinvestoren. Das Unternehmen nutzt die Mittel zur Beschleunigung seiner globalen Expansion und zum Ausbau der Fahrzeugflotte in bestehenden und neuen Märkten.
Sicherheitsbilanz und operativer Umfang
Waymo verweist auf eine Sicherheitsbilanz, die nach eigenen Angaben statistisch überlegen sei: Über 127 Millionen autonom gefahrene Meilen hinweg habe das Unternehmen eine Reduktion schwerer Verletzungsunfälle um 90 Prozent im Vergleich zu menschlichen Fahrern erzielt. Diese Leistung führt das Unternehmen auf ein System zurück, das nicht von Ablenkung, Beeinträchtigung oder Ermüdung betroffen ist. Die Technologie basiert auf jahrelanger Entwicklungsarbeit und kontinuierlicher Datensammlung aus dem realen Verkehr.
Anzumerken ist, das ein Waymo-Robotaxi kürzlich ein Kind in Kalifornien angefahren hat, das dabei leicht verletzt wurde. Das Unternehmen kommunizierte aber, dass die Software den Wagen stärker abbremste als ein Mensch in der Lage gewesen wäre. Das Kind war von einem anderen Auto verdeckt, bevor es auf die Straße lief.
Im Jahr 2025 verzeichnete Waymo nach Unternehmensangaben 15 Millionen Fahrten und verdreifachte damit sein Jahresvolumen gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt hat der Dienst mittlerweile mehr als 20 Millionen Fahrten absolviert. Aktuell erbringt das Unternehmen über 400.000 Fahrten wöchentlich in sechs großen US-Metropolregionen. Der Dienst läuft in Städten wie San Francisco und Los Angeles über eine eigene Anwendung, während in Austin und Atlanta eine Partnerschaft mit Uber Technologies die Grundlage bildet.
Globale Expansion und Marktposition
Das Unternehmen plant für 2026 eine Ausweitung auf mehr als 20 zusätzliche Städte, darunter internationale Märkte wie Tokyo und London. Nach dem kürzlich erfolgten Start in Miami soll die Flotte sowohl in den Vereinigten Staaten als auch im Vereinigten Königreich deutlich wachsen. Die Expansionsstrategie zielt darauf ab, die Technologie in unterschiedlichen urbanen Umgebungen und Verkehrssituationen zu etablieren.
Im Wettbewerbsumfeld nimmt Waymo derzeit eine Führungsposition ein. Tesla betreibt begrenzte fahrerlose Fahrzeuge in Austin, während Zoox, eine Tochtergesellschaft von Amazon, eine kleine Robotaxi-Flotte am Las Vegas Strip einsetzt und an weiteren Standorten testet. Andere Konkurrenten befinden sich noch in engeren Testphasen, während Waymo bereits vollständig fahrerlose, gebührenpflichtige Dienste kommerziell anbietet.
Analysten weisen jedoch auf wirtschaftliche Herausforderungen hin. Bloomberg Intelligence schätzt, dass die Kosten pro Fahrzeug bei Waymo etwa zwei- bis dreimal höher liegen als bei Tesla, was die Flottengröße derzeit begrenzt. Trotz der beeindruckenden Fahrtenzahlen wird das Ausmaß der Operationen als noch bescheiden eingestuft. Beobachter gehen davon aus, dass das frisch zugeführte Kapital unter anderem dazu dient, Partnerschaften mit Automobilherstellern zu vertiefen, die die Robotaxis produzieren. Die Wirtschaftlichkeit des Geschäftsmodells muss sich in den kommenden Jahren erst noch vollständig beweisen, während das Unternehmen seine Skalierung vorantreibt.

