X: Razzia in Paris – Musks SpaceX nun indirekt involviert
Die französischen Büros von Elon Musks Social-Media-Plattform X (ehemals Twitter) wurden von der Pariser Staatsanwaltschaft durchsucht. Die Ermittlungen erfolgten durch die Cybercrime-Einheit der Behörde sowie Europol und die französischen Polizei. Im Raum stehen Vorwürfe der Holocaustleugnung und sexualisierte Deepkfakes.
Die Staatsanwaltschaft gab bekannt, die Untersuchung habe bereits vor einem Jahr begonnen. Zunächst wurden Inhalte analysiert, die der Algorithmus der Plattform empfahl. Später wurde der Fokus auf den umstrittenen KI-Chatbot Grok ausgeweitet.
Musk wird vorgeladen
Sowohl Musk als auch die ehemalige X-CEO Linda Yaccarino wurden zu Anhörungen am 20. April vorgeladen, wie die Staatsanwaltschaft in einer Stellungnahme mitteilte. X hat sich bisher nicht zu der Razzia geäußert, hatte die Ermittlungen zuvor jedoch als Angriff auf die Meinungsfreiheit interpretiert. Als die Untersuchung im Juli 2025 ausgeweitet wurde, bezeichnete X dies in einem Post als „politisch motiviert“ und bestritt Vorwürfe der Algorithmus-Manipulation.
Vorwürfe reichen von Datenextraktion bis zu sexuellen Deepfakes
Die Staatsanwaltschaft untersucht nun, ob X in mehreren Bereichen gegen Gesetze verstoßen hat. Zu den Vorwürfen zählen Beihilfe zum Besitz oder zur organisierten Verbreitung pornografischer Bilder von Kindern, Verletzung von Bildrechten durch sexuelle Deepfakes sowie betrügerische Datenextraktion und Holocaustleugnung.
Musks Plattform steht zuletzt unter intensiver Beobachtung wegen sexualisierter Bilder, die mit dem KI-Tool Grok auf der Seite generiert und bearbeitet wurden. Die Bilder – oft unter Verwendung echter Fotos von Frauen ohne deren Zustimmung erstellt – lösten eine Welle der Kritik von Betroffenen, Aktivist:innen und Politiker:innen aus.
xAI-Übernahme und geplanter SpaceX-IPO
Die Razzia kommt zu einem brisanten Zeitpunkt. Gerade hat Elon Musks SpaceX sein KI-Unternehmen xAI übernommen – und leitet den größten größten Börsengang der Geschichte ein. Dieser Zusammenschluss bringt den Satelliten-Internetdienst Starlink und SpaceX-Raketen mit den stark krisierten xAI-Produkten Grok und X zusammen.
X fällt nun rechtlich und organisatorisch unter den Konzern, der langfristig Raumfahrt, Satellitennetzwerk, KI‑Forschung und digitale Kommunikation vereinen will. Das bedeutet, dass SpaceX – obwohl ursprünglich ein Raumfahrtunternehmen – künftig auch indirekt für Geschäftsbereiche wie das soziale Netzwerk X mitverantwortlich ist. Rechtliche Probleme bei X könnten das mehr als angekratzte Image weiter belasten – und auf SpaceX als Mutterkonzern überspringen lassen.
EU und UK ermitteln ebenfalls
Ende Jänner hatte auch die Europäische Kommission eine Untersuchung gegen xAI wegen Bedenken bezüglich der Deepfake-Bilder eingeleitet. Die österreichische Medienbehörde KommAustria unterstützt das Verfahren. Eine ähnliche Untersuchung wurde bereits zuvor von der britischen Regulierungsbehörde Ofcom gestartet.
Grok-Skandal: EU prüft Musks xAI wegen sexualisierten Deepfakes
