Bitcoin eilt auf 97.000 Dollar, bringt die magische Marke von 100k in greifbare Nähe
Die größte Kryptowährung hat am Mittwoch während der US-Handelszeiten die Marke von 97.000 US-Dollar überschritten und damit ein neues Zweiwochenhoch erreicht. Die Aufwärtsbewegung erfolgt, obwohl die US-Erzeugerpreise im November deutlich über den Erwartungen lagen und gleichzeitig politische Unsicherheit durch eine Kriminaluntersuchung gegen Fed-Chef Jerome Powell die traditionellen Aktienmärkte belastet. Der neuerliche Anstieg bedeutet ein Plus von knapp 7 Prozent innerhalb einer Woche.
Während Technologieaktien unter Druck stehen, entwickelt sich Bitcoin zunehmend als bevorzugte Anlage für Investoren, die Schutz vor geopolitischen und wirtschaftspolitischen Risiken suchen. Das ist zwar immer auch Grundgedanke von Bitcoin, bewahrheitet sich aber auch nur phasenweise. So war Ende 2025 etwa zu sehen, dass Gold auf neue Rekordhöhen stieg, BTC aber von seinem ATH hinunter unter 90.000 Dollar krachte.
Diese Woche könnte für den Krypto-Sektor in den USA, dem größten Markt für Krypto-Assets, sehr wichtig werden. Denn der US-Senat beschäftigt sich derzeit intensiv mit dem CLARITY Act, der Kryptowährungen und Unternehmen, die damit zu tun haben, neu regeln soll. Vor allem geht es darum, welche Zuständigkeiten es künftig für SEC und CFTC geben soll – und welche Assets als Wertpapiere, und welche als Rohstoffe behandelt werden sollen.
Erzeugerpreisindex übertrifft Prognosen deutlich
Das Bureau of Labor Statistics hat für November einen Anstieg des US-Erzeugerpreisindex auf 3,0 Prozent gemeldet, während Analysten lediglich 2,7 Prozent erwartet hatten. Auch der Kern-PPI erreichte 3,0 Prozent und markiert damit den höchsten Stand seit Juli 2025. Die Behörde führt den Anstieg auf einen Preissprung bei Endverbrauchsgütern um 0,9 Prozent zurück, während die Preise für Dienstleistungen unverändert blieben.
Die höheren Inflationszahlen verstärken die Erwartung, dass die Federal Reserve bei ihrer Sitzung Ende Januar eine Pause bei weiteren Zinssenkungen einlegen wird. Marktdaten zeigen, dass Investoren eine Beibehaltung des aktuellen Leitzinses bereits weitgehend eingepreist haben.
Parallel zu den Inflationssorgen hat die am Freitag bekannt gewordene Kriminaluntersuchung gegen Jerome Powell die Märkte zusätzlich verunsichert. Die Ermittlungen, die von Präsident Donald Trump initiiert wurden, haben Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Zentralbank geweckt.
Marktbeobachter sehen darin einen wesentlichen Grund für die zunehmende Vorsicht bei Aktieninvestoren. Während traditionelle Risikoanlagen unter dieser Gemengelage leiden, profitieren Bitcoin und Edelmetalle von der Suche nach alternativen Wertspeichern. Die erwartete Entscheidung des Supreme Court zu internationalen Handelszöllen blieb am Mittwoch aus, da das Gericht keine Termine für Urteilsverkündungen im Voraus bekannt gibt.
Kryptowährung und Edelmetalle glänzen als Zufluchtsanlagen
Die Bitcoin-Rallye hat auch die Aktien von Unternehmen mit bedeutenden Bitcoin-Beständen – so genannte Treasury-Unternehmen – angetrieben. Strategy, das größte Bitcoin-Treasury-Unternehmen, verzeichnete einen Kursanstieg von mehr als 8 Prozent, während KindlyMD um 10 Prozent zulegte. In Asien stieg Metaplanet, das führende Bitcoin-Unternehmen der Region, im Tokioter Handel um 15 Prozent. Strive gewann 7 Prozent, nachdem die Aktionäre von Semler Scientific der Übernahme zugestimmt hatten. Diese Entwicklung steht im deutlichen Kontrast zur Schwäche bei Technologiewerten, wo der Invesco QQQ Trust, der den Nasdaq 100 Index abbildet, um mehr als 1 Prozent nachgab.
Gold handelt mittlerweile nahe 4.600 US-Dollar pro Unze, während Silber die Marke von 91 US-Dollar überschritten hat. Analysten halten Ziele von 5.000 US-Dollar für Gold und 100 US-Dollar für Silber zunehmend für erreichbar. Die Divergenz zwischen Anlageklassen wird immer ausgeprägter: Während der QQQ-ETF seit Jahresbeginn nahezu unverändert notiert, hat Bitcoin im gleichen Zeitraum rund 10 Prozent zugelegt. Marktexperten führen diese Verschiebung auf wachsende Sorgen über innenpolitische Maßnahmen und die zunehmende internationale Verwicklung der USA zurück. Die Märkte werden in mehrere Richtungen gezogen, wobei geopolitische Spannungen, handelspolitische Unsicherheiten und Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Zentralbank die Stimmung dominieren.

