Grazer Audio-Brillen Fauna sind Geschichte – Scoop
Es war eines der ambitioniertesten Hardware-Projekte eines österreichischen Scale-ups bisher: Als 2019 die Grazer Usound mit einer eigenen Tochterfirma namens Fauna starteten, um smarte Brillen mit integrierten Mini-Lautsprechern auf den Markt zu bringen, staunten viele nicht schlecht. Die Brillen mit den integrierten MEMS-Lautsprechern von Usound konnte man mit per Bluetooth mit dem Smartphone koppeln und von dort nicht nur Musik abspielen, sondern damit auch Freisprech-Telefonate durchführen.
Spätestens mit Anfang 2026, wo das Thema Smart Glasses wieder ordentlich Fahrt aufgenommen hat, muss man aber festhalten: Das Fauna-Experiment von Usound hat nicht gefruchtet. Denn die Audio-Brillen wurden nun auf der Auktions-Plattform Aurena versteigert, und zwar um deutlich weniger Geld als jene 250 Euro, für die sie anfangs angeboten wurden. Bei Aurena landen oft Produkte von Unternehmen, die keinen Erfolg hatten; der Großteil der Waren stammt aus Insolvenzen und Betriebsauflösungen.
Fauna Audio GmbH bereits gelöscht
Auf der Webseite von Fauna wurde zuletzt kommuniziert, dass die Brillen ausverkauft seien, Restbestände würde es eben noch bei Aurena geben. Ein Blick ins Firmenbuch verrät, dass die für die Audio-Brillen eigens gegründete Usound-Tochter Fauna Audio GmbH nicht mehr existiert und gelöscht wurde – konkret wurde sie wieder mit der Mutter Usound verschmolzen, und zwar bereits Ende 2024.
Der Ausflug von Usound ins B2C-Geschäft, das über die Jahre mit mehr als 90 Millionen Euro an Risikokapital ausgestattet wurde, ist damit zu. B2B-seitig geht es aber munter weiter. So wurden die winzigen MEMS-Speaker zuletzt etwa in die Smart Glasses von iSEE integriert, die blinde und sehbehinderte Menschen mit Echtzeit-Navigation und Umgebungswahrnehmung unterstützen.
