Google-Sperre frustriert so manchen OpenClaw-Nutzer
Google hat Berichten zufolge damit begonnen, zahlende Abonnenten seines AI-Dienstes zu sperren, die das Drittanbieter-Tool OpenClaw für den Zugriff auf Gemini-Modelle nutzen. Die Maßnahmen betreffen offenbar Nutzer des Google AI Ultra-Abonnements, das bis zu 249,99 US-Dollar monatlich kostet. Viele Betroffene berichten von abrupten Sperrungen ohne vorherige Warnung.
Auch der Schöpfer des Open-Source-KI-Agenten, der in den letzten Wochen für Furore sorgte, hat die Sperrungen bereits mitbekommen. „Ziemlich streng von Google. Seien Sie vorsichtig, wenn Sie Antigravity verwenden. Ich denke, ich werde den Support einstellen“, kommentiert OpenClaw-Macher Peter Steinberger die Angelegenheit. „Selbst Anthropic kontaktiert mich und geht freundlich mit Problemen um. Google hingegen … sperrt einfach?“
Grundsätzlich ist OpenClaw so gebaut, dass User KI-Modelle ihrer Wahl damit nutzen können; auch wenn Steinberger wie berichtet zu OpenAI wechselte, ist der KI-Agent nicht an einen einzigen LLM-Provider gebunden.
Hintergründe der Sperrungen
Nach Angaben aus verschiedenen Quellen begründet Google die Maßnahmen mit mehreren Faktoren. Im Zentrum steht der Vorwurf, dass die Nutzung von OpenClaw gegen die Nutzungsbedingungen verstößt. Die sogenannten Google Antigravity OAuth-Tokens seien ausschließlich für die offizielle Nutzung auf der Google-Plattform vorgesehen.
Darüber hinaus soll OpenClaw kontinuierliche, automatisierte Aufrufe generieren, die von Googles Systemen als ungewöhnliche Nutzungsmuster erkannt werden. Solche Automatisierungsschleifen könnten als böswillige Aktivität interpretiert werden und die Servicequalität beeinträchtigen, so die Argumentation.
Sicherheitsbedenken und Branchentrend
Google verweist offenbar auch auf Sicherheitsbedenken. Die rasche Verbreitung von OpenClaw habe Fragen hinsichtlich potenzieller Sicherheitslücken, Datenlecks und der Unvorhersehbarkeit der Software aufgeworfen. Es gibt Berichte über exponierte OpenClaw-Instanzen und mögliche Informationsdiebe, insbesondere in Unternehmensumgebungen.
Interessanterweise scheint Google damit einem Branchentrend zu folgen. Kurz zuvor hatte bereits Anthropic, ein anderer großer KI-Anbieter, seine Nutzungsbedingungen überarbeitet und die Verwendung von OAuth-Tokens in Drittanbieter-Tools explizit untersagt. Als Gründe wurden ungewöhnliche Traffic-Muster und Schwierigkeiten beim Debugging genannt.
Auswirkungen für betroffene Nutzer
Die Konsequenzen für gesperrte Nutzer gehen teilweise über den Verlust des Zugangs zu Gemini 2.5 Pro hinaus. In einigen Fällen wurden offenbar auch andere verknüpfte Google-Dienste wie Gmail und Google Workspace blockiert. Besonders problematisch: Die Abonnements werden Berichten zufolge weiterhin in Rechnung gestellt, während der Zugang gesperrt bleibt.
Nutzer in einem Google-eigenen Forum wie auch auf Hacker News oder Reddit äußerten Frustration über die mangelnde Kommunikation seitens Google, die abrupten Sperrungen und die Schwierigkeiten, Unterstützung zu erhalten. Die fehlende Vorwarnung und unklare Kommunikation haben offenbar zu erheblichem Unmut geführt.
Googles Reaktion und Alternativen
Google hat angedeutet, dass ein Teil der Nutzer möglicherweise nicht über den Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen informiert war. Das Unternehmen prüft offenbar Möglichkeiten, diesen Nutzern den Zugang wieder zu ermöglichen, verfügt jedoch derzeit über begrenzte Kapazitäten dafür.
Als empfohlene Alternative nennt Google die Nutzung offizieller API-Schlüssel über Google AI Studio oder Google Cloud API-Schlüssel. Diese würden einen kostenpflichtigen, aber verfolgbaren und skalierbaren Zugang ermöglichen, der den Nutzungsbedingungen entspricht.
Offene Fragen
Unklar bleibt bislang, wie viele Nutzer insgesamt von den Sperrungen betroffen sind und wie Google mit bereits gezahlten Abonnementgebühren umgehen wird. Auch die genauen Kriterien, nach denen Google zwischen wissentlichen und unwissentlichen Verstößen unterscheidet, sind nicht öffentlich bekannt.
Die Entwicklung wirft grundsätzliche Fragen zum Umgang mit Drittanbieter-Tools im KI-Bereich auf und könnte einen Präzedenzfall für andere Anbieter darstellen.

