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IQM: Finnisches Quanten-Unicorn geht an die Börse; Bewertung bei 1,8 Mrd. Dollar

The IQM Founders. © IQM
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Das finnische Quantencomputer-Unternehmen IQM Quantum Computers wird als erstes europäisches Quantencomputing-Unternehmen an die Börse gehen. Mit einer Pre-Money-Bewertung von rund 1,8 Milliarden US-Dollar hat IQM eine Fusionsvereinbarung mit der Mantelgesellschaft Real Asset Acquisition Corp. (RAAQ) unterzeichnet.

Nach Abschluss der Transaktion sollen American Depositary Shares an einer der beiden führenden US-Börsen gelistet werden. Zusätzlich erwägt das in Espoo ansässige Unternehmen ein Dual-Listing an der Börse Helsinki.

Der SPAC-Prozess: Wie IQM an die Börse kommt

IQM wählt für den Börsengang den Weg über eine sogenannte SPAC-Fusion (Special Purpose Acquisition Company). Dieser Prozess unterscheidet sich grundlegend vom traditionellen IPO. Real Asset Acquisition Corp. ist eine bereits börsennotierte Mantelgesellschaft ohne operatives Geschäft, die ausschließlich zum Zweck gegründet wurde, ein Unternehmen zu übernehmen und an die Börse zu bringen.

Die Transaktion funktioniert wie folgt: IQM fusioniert mit RAAQ, wobei die bestehenden IQM-Aktionäre keine Anteile verkaufen und keine Barauszahlung erhalten. Stattdessen werden ihre Anteile in börsennotierte Aktien umgewandelt. RAAQ verfügt über ein Treuhandkonto mit etwa 175 Millionen US-Dollar (basierend auf dem aktuellen Kontostand und unter der Annahme, dass keine Rücknahmen erfolgen), das nach der Fusion IQM zur Verfügung steht.

Finanzierung: Über 450 Millionen US-Dollar Liquidität

Nach Abschluss der Transaktion wird IQM über eine Liquidität von mehr als 450 Millionen US-Dollar verfügen. Diese setzt sich aus mehreren Quellen zusammen:

  • Rund 175 Millionen US-Dollar aus dem Treuhandkonto von RAAQ
  • Etwa 134 Millionen US-Dollar aus einer PIPE-Finanzierung (Private Investment in Public Equity) zu 10,00 US-Dollar pro Aktie von führenden institutionellen Investoren
  • Erwartete 24 Millionen US-Dollar aus der Ausübung ausstehender IQM-Optionsscheine vor Abschluss
  • Bestehende Liquidität von 172 Millionen US-Dollar auf der IQM-Bilanz (ungeprüft, Stand Jahresende 2025)

Alle wesentlichen IQM-Aktionäre haben sich zu einer üblichen Lock-up-Vereinbarung verpflichtet, die den Verkauf ihrer Aktien für einen bestimmten Zeitraum nach Abschluss der Transaktion einschränkt.

Marktposition: Industrieführer mit 21 verkauften Systemen

IQM positioniert sich als globaler kommerzieller Marktführer im Quantencomputing. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben 21 Systeme an 13 Kunden verkauft, darunter vier der zehn größten Supercomputing-Zentren weltweit. Mit 15 ausgelieferten Systemen (die größte öffentlich bekannt gegebene Zahl unter ausgewählten Quantencomputer-Unternehmen) und über 30 gebauten Computern verfügt IQM über eine eigene Chip-Fabrik und ein Quantenrechenzentrum.

Das Geschäftsmodell ist vertikal integriert: Von eigenen Chip-Design-Tools und Software-Entwicklerplattformen über eine Quantenchip-Fertigung bis hin zu Montagelinien und Rechenzentren kontrolliert IQM die gesamte Wertschöpfungskette. Diese Infrastruktur ermöglicht schnellere Innovationszyklen und die Lieferung von Quantencomputern, die vor Ort installiert oder über die Cloud genutzt werden können.

Geschäftsentwicklung und technische Erfolge

IQM verzeichnet eine signifikante Geschäftsdynamik. Für 2025 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von mindestens 35 Millionen US-Dollar (ungeprüft) sowie Auftragseingänge und Sichtbarkeit von über 100 Millionen US-Dollar zum Jahresende 2025.

Technisch hat IQM wichtige Meilensteine erreicht: Die Prozessoren des Unternehmens erzielen eine Genauigkeit (Fidelity) von über 99,9 Prozent für Single-Qubit- und Two-Qubit-Gates sowie für Auslesevorgänge. Mit der Veröffentlichung des Systems der nächsten Generation, Halocene, soll die breite Kommerzialisierung vorangetrieben werden.

Strategische Partnerschaften im Quantum-AI-Ökosystem

IQM hat starke kommerzielle Integrationen mit führenden Unternehmen im High-Performance-Computing und Enterprise-Bereich aufgebaut. Zu den Partnern entlang der Quantum-AI-Wertschöpfungskette gehören NVIDIA, Hewlett Packard Enterprise, AWS, Toyo Corporation und Bechtle AG.

„Wir haben IQM von Anfang an für einen Zweck aufgebaut: funktionierende Quantencomputer in die Hände der Menschen zu legen, die sie zur Lösung realer Probleme einsetzen werden. Nicht irgendwann. Jetzt. Quantencomputing ist kein Wissenschaftsprojekt mehr. Es ist eine Industrie, in der Kunden fortschrittliche Quantencomputer besitzen, betreiben und darauf aufbauen. Das macht IQM möglich“, sagt Jan Goetz, Mitgründer und CEO von IQM.

Und weiter: „IQM hat mehr On-Premise-Quantensysteme gebaut und ausgeliefert als jeder andere Wettbewerber, und zwar an einige der anspruchsvollsten Forschungseinrichtungen der Welt. Diese Transaktion wird das Wachstum eines Unternehmens beschleunigen, das sich bereits seine Position im Markt erarbeitet hat, mit echten Kunden, die heute echte Quantensysteme betreiben“, heißt es seitens Peter Ort, CEO und Co-Chairman von Real Asset Acquisition Corp.

Nächste Schritte und Genehmigungsverfahren

Die Aufsichtsräte von IQM und RAAQ haben die geplante Fusion jeweils einstimmig genehmigt. Der Abschluss der Transaktion unterliegt noch der Zustimmung der Aktionäre beider Unternehmen sowie weiteren üblichen Abschlussbedingungen. Nach erfolgreicher Genehmigung wird IQM als erstes europäisches Quantencomputing-Unternehmen öffentlich gehandelt werden.

Das mögliche Dual-Listing an der Börse Helsinki würde voraussichtlich nach Abschluss der US-Transaktion erfolgen und IQM sowohl europäischen als auch amerikanischen Investoren zugänglich machen.

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