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Wiener Klimarisiko-Startup refinq sichert sich 2,2 Millionen Euro Seed-Finanzierung

refinq-Gründer Lukas Fischer, Franziska Walde, Markus Berger. © Niko Havranek
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Das Wiener Startup refinq hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 2,2 Millionen Euro abgeschlossen. Die Runde setzt sich aus 1,9 Millionen Euro Eigenkapital und einer Förderung der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) in Höhe von 300.000 Euro zusammen. Als Lead-Investor fungiert der aws Gründungsfonds, während Symbia VC die Rolle des Co-Leads übernimmt. Zusätzlich beteiligen sich Fund F sowie der Business Angel Olivier Schwab an der Finanzierung. Das Unternehmen entwickelt Softwarelösungen, die Firmen dabei unterstützen, physische Risiken aus Klima- und Naturveränderungen systematisch zu identifizieren, zu bewerten und zu steuern.

„Wir bauen eine neue Generation von Risiko- und Resilienzsoftware, die physische Klima- und Naturrisiken auf Asset-Ebene sichtbar macht und direkt in operative Entscheidungen übersetzt“, so Mitgründerin Franziska Walde. Wie berichtet, hat refinq bereits 2024 eine FFG-Förderung von 480.000 Euro erhalten.

Die Plattform unterscheidet sich von herkömmlichen Risikomodellen durch einen grundlegend anderen Ansatz: Während etablierte Systeme physische Risiken primär über aggregierte Wahrscheinlichkeiten und Szenarien abbilden, verknüpft refinq hochauflösende Geodaten mit proprietären Informationen zur strukturellen Verwundbarkeit spezifischer Standorte. Diese Methodik transformiert Umweltfaktoren in konkret quantifizierbare und priorisierbare Risiken, die unmittelbar in unternehmerische Entscheidungsprozesse integriert werden können. Die Software beantwortet damit die Frage, warum ein bestimmtes Asset an seinem konkreten Standort anfällig ist und welche operativen sowie finanziellen Konsequenzen daraus resultieren.

Namhafte Industriekunden validieren den Ansatz

Das Unternehmen verzeichnet bereits signifikante Umsätze mit etablierten Kunden aus unterschiedlichen Sektoren. Zu den Anwendern zählen die Wiener Stadtwerke, der Industriekonzern thyssenkrupp sowie der Verpackungshersteller Mayr-Melnhof. Besonders bei kritischer Infrastruktur, industriellen Produktionsstandorten und kapitalintensiven Anlagen liefert die Plattform Entscheidungsgrundlagen, die über klassische Gefahrenmodelle hinausreichen. Mehrere Kunden nutzen das System zur Analyse ihrer gesamten Wertschöpfungskette und überwachen dabei tausende Standorte parallel, um Risiken systematisch zu managen und die Resilienz entlang ihrer Liefer- und Produktionsnetzwerke zu stärken. Unternehmen erhalten dadurch nicht nur tiefere Einblicke in ihre Risikolandschaft, sondern können auch Investitionen, Schutzmaßnahmen und Versicherungsstrategien gezielt priorisieren.

Die Plattform setzt bewusst in der Präventionsphase an, bevor Schäden eintreten. Statt sich auf aggregierte Schadenserwartungen zu konzentrieren, analysiert das System Hydrologie, Landnutzung und den Zustand von Ökosystemen auf der Ebene einzelner Assets. Auf dieser Grundlage identifiziert refinq gezielte Anpassungs- und Schutzmaßnahmen, mit denen Unternehmen Risiken aktiv reduzieren können. Die Dimension Natur wird dadurch zu einem operativen Steuerungsfaktor und zu einem Hebel, um Standorte langfristig resilienter und betriebsfähiger zu gestalten.

Investoren sehen Potenzial in operativer Tiefe und Skalierbarkeit

Die Investoren begründen ihr Engagement mit der wachsenden Bedeutung von Klimaresilienz im modernen Risikomanagement. Der aws Gründungsfonds hebt die operative Tiefe der Lösung hervor, die Unternehmen für den strategischen Umgang mit Natur- und Klimarisiken benötigen. Das Team habe durch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit ersten Großkunden bewiesen, dass es sowohl komplexe technologische als auch regulatorische Herausforderungen meistern kann. Symbia VC betont das klare Marktbedürfnis, das refinq mit einer skalierbaren Lösung adressiert, sowie die konsequente Umsetzungsstärke des Teams. Die frische Finanzierung soll das Unternehmen bei den nächsten Skalierungsschritten unterstützen.

Das Gründerteam besteht aus Lukas Fischer, Franziska Walde und Markus Berger. Der aws Gründungsfonds verwaltet ein Fondsvolumen von rund 140 Millionen Euro und hat seit 2013 gemeinsam mit nationalen und internationalen Co-Investoren über 600 Millionen Euro in mehr als 45 Startups investiert. Symbia VC mit Sitz in Tirol konzentriert sich auf frühphasige Beteiligungen im DACH-Raum und den nordischen Ländern. Fund F unterstützt von Frauen geführte Startups in Europa mit Tickets von bis zu 600.000 Euro und verfügt über ein Portfolio von 23 Unternehmen sowie eine Community von über 85.000 Mitgliedern.

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