Weltmärkte

Ölpreis steigt über 110 Dollar – das erste Mal seit 2022, als Russland die Ukraine angriff

Oil tanker from above. © Venti Views auf Unsplash
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Der globale Ölpreis ist am Montag auf über 110 Dollar pro Barrel gestiegen und erreichte damit den höchsten Stand seit fast vier Jahren. Die Sorte Brent, der internationale Benchmark für Rohöl, kletterte zeitweise auf bis zu 120 Dollar, bevor die Preise nach Berichten über mögliche Freigaben strategischer Ölreserven der G7-Staaten wieder unter 110 Dollar fielen. Zuletzt hatte der Ölpreis während der COVID-19-Pandemie im Jahr 2022 die 100-Dollar-Marke überschritten, kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine.

Kriegshandlungen im Nahen Osten treiben Preise in die Höhe

Der drastische Preisanstieg ist eine direkte Folge der eskalierenden Kriegshandlungen im Nahen Osten. Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar ist Öl etwa 50 Prozent teurer geworden. Die Straße von Hormus, durch die normalerweise ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion und erhebliche Mengen an Erdgas transportiert werden, ist seit mehr als einer Woche praktisch geschlossen. Dies hat die Befürchtungen der Händler verstärkt, dass der Zugang zu Öl und Gas aus der Golfregion erheblich eingeschränkt bleiben könnte.

„Die Welt hat heute keinen Mangel an Öl oder Erdgas“, erklärte US-Energieminister Chris Wright gegenüber CNN und versuchte damit, die Sorgen über langfristig hohe Energiepreise zu dämpfen.

Massive Auswirkungen auf die globalen Märkte

Die Finanzmärkte reagierten mit deutlichen Kursverlusten auf die Ölpreis-Explosion. In Asien, wo die Volkswirtschaften stark von Ölimporten aus dem Nahen Osten abhängig sind, brachen die Aktienmärkte ein:

  • Der japanische Nikkei-Index fiel um bis zu 8 Prozent im Tagesverlauf und notierte am Nachmittag noch mit Verlusten von 5,8 Prozent bei 52.380 Punkten
  • Der südkoreanische Markt verlor 6 Prozent
  • Auch in Japan gaben die Kurse um 4 bis 5 Prozent nach
  • Der breiter gefasste Topix-Index büßte mehr als 5 Prozent ein

Spürbare Folgen für Verbraucher weltweit

Die steigenden Ölpreise schlagen bereits auf die Verbraucher durch. In den USA kletterte der durchschnittliche Preis für eine Gallone Benzin bis Sonntag um etwa 16 Prozent auf 3,45 Dollar, verglichen mit dem Zeitpunkt vor Kriegsbeginn. Diesel verteuerte sich noch stärker um rund 22 Prozent. Auch Erdgas, das zum Heizen von Häusern und zur Stromerzeugung verwendet wird, ist deutlich teurer geworden, besonders in Europa und Asien. In Europa stiegen die Erdgaspreise um 64 Prozent im Vergleich zum Zeitpunkt vor dem Krieg.

An den Tankstellen merken Österreicher die Preisanstiege deutlich. Erstmals seit langem kostet ein Liter Benzin wieder 2 Euro oder mehr.

Inflationssorgen und geldpolitische Herausforderungen

Der plötzliche Anstieg der Öl- und Gaspreise hat die Inflationssorgen neu entfacht. Die Inflationserwartungen der Investoren sind deutlich gestiegen: Sie rechnen nun mit einer Inflation von etwa 4,5 Prozent in den nächsten zwölf Monaten, verglichen mit einer Prognose von 2,3 Prozent zu Jahresbeginn. Dies stellt die US-Notenbank Federal Reserve vor ein Dilemma, da sie normalerweise mit hohen Zinssätzen gegen steigende Preise vorgeht, schwache Arbeitsmarktdaten vom Freitag jedoch für eine Zinssenkung sprechen.

Die Renditen von Staatsanleihen, die die Kreditkosten für Unternehmen und Verbraucher beeinflussen, sind seit Kriegsbeginn gestiegen. Die zweijährige US-Staatsanleihe legte um etwa 0,2 Prozentpunkte auf 3,56 Prozent zu.

Politische Reaktionen und Ausblick

US-Präsident Donald Trump, der im Wahlkampf teilweise mit dem Versprechen niedrigerer Energiekosten angetreten war, bezeichnete die höheren Ölpreise in einem Beitrag auf Truth Social als „kurzfristig“ und als „einen sehr kleinen Preis für die Sicherheit und den Frieden der USA und der Welt“. Die G7-Finanzminister planten laut Financial Times ein Telefonat für Montag, um über eine Freigabe von Ölreserven zu diskutieren. US-Energieminister Wright äußerte die Erwartung, dass die Störungen der Schifffahrt durch die Straße von Hormus im schlimmsten Fall Wochen, nicht Monate andauern würden.

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