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Wie Perpetuals.com Krypto-Assets bereits heute vor Quanten-Computern schützt

Patrick Gruhn, CEO von Perpetuals.com. © Perpetuals.com
Patrick Gruhn, CEO von Perpetuals.com. © Perpetuals.com

Seit kurzem ist Perpetuals.com an der Nasdaq gelistet. Patrick Gruhn ist damit der erste deutsche CEO an der US-Technologiebörse seit BioNTech-Gründer Ugur Sahin 2019. Im Interview spricht er über das Nasdaq-Listing, Kryptoderivate und wie sich Liquidationskaskaden verhindern lassen.

Herr Gruhn, seit drei Wochen ist Perpetuals.com an der Nasdaq gelistet. Welche Vorteile ergeben sich daraus?

Der größte Vorteil ist der einfachere Zugang zum Kapitalmarkt zu deutlich besseren Konditionen als bei VCs. Wir können jetzt für unser Wachstum und neue Produkte flexibel Kapital aufnehmen. Ich habe bisher bewusst kein VC-Geld genommen, weil ich die Vertragsbedingungen und Liquidationspräferenzen kritisch sehe.

Wie lief die Fusion mit Early Works ab?

Early Works war bereits am Nasdaq gelistet und hatte Technologie entwickelt, die perfekt zu unserer internen Blockchain passt. Durch die Fusion wurde Perpetual Markets geboren – ihre Technologie geht in uns auf und wir bekommen direkten Zugang zum Nasdaq.

Worum geht es bei Perpetuals.com im Kern?

Wir haben zwei Kernbereiche: Erstens betreiben wir voll regulierte Finanzmarktinfrastruktur – eine Börse mit MTF-Lizenz in Zypern, Rechenzentrum in Frankfurt, auf der wir Kryptoderivate und tokenisierte Aktien listen. Das Besondere: Wir arbeiten ohne Clearinghouse, indem wir unsere eigene Blockchain nutzen.

Zweitens haben wir ein KI-System mit über 22 Milliarden Datensätzen trainiert, das vorhersagen kann, ob ein Trade erfolgreich wird. Damit haben wir Barrier Futures entwickelt – ein sichereres Derivat mit fixem Stop-Loss ohne Slippage. Kunden können nie mehr verlieren als geplant.

Woher stammen diese 22 Milliarden Datensätze?

Von der Digital Assets AG, meiner Firma, die ich an FTX verkauft und später zurückgekauft habe. Das entspricht über 20 Milliarden Trades – vermutlich der größte jemals analysierte Datensatz dieser Art weltweit.

Wie schützen Barrier Futures vor Liquidationskaskaden?

Der entscheidende Unterschied: Bei normalen Perpetual Futures muss beim Stop-Loss eine Verkaufsorder an die Börse – das erzeugt zusätzlichen Verkaufsdruck und verstärkt den Crash.

Bei unseren Barrier Futures verfällt das Produkt einfach wertlos, wie eine Option. Der Stop-Loss und Hebel sind ins Produkt eingebaut, es gibt keine Liquidationsorders. Damit fallen Liquidationskaskaden komplett weg.

Warum sollten etablierte Börsen umsteigen?

Ich bezweifle sogar, dass Börsen an Perpetual Futures noch gut verdienen. Durch den Preiskampf – Binance etwa bietet Zero Fees – sind die Margen minimal, aber die IT-Kosten für Margin-Management sind exorbitant. Man muss in Echtzeit Margin-Werte berechnen, und wenn das System ausfällt, entstehen negative Balances.

Mit Barrier Futures sparen Börsen massiv IT-Kosten, reduzieren ihr eigenes Risiko und bieten Kunden ein sicheres Produkt. Ein echtes Win-Win.

Was ist Ihre These zum aktuellen Krypto-Crash?

Zu viel Hebel im Markt plus Ängste wegen Quantencomputing. Aber der wahre Grund ist ein Fehler in der Marktinfrastruktur: Margin Accounts, die Liquidationsorders brauchen. Das war eine komplette Fehlentwicklung.

Ursprünglich wollte man mit Perpetual Futures nur die CFD-Regulierung umgehen und Volumen pushen. Heute findet die Preisfindung am Perpetuals-Markt statt, nicht mehr im Spot-Markt. Wenn es zu Liquidationskaskaden kommt, leidet der Bitcoin-Spotpreis – obwohl sich die Fundamentals nicht geändert haben.

Sie sind der erste deutsche Nasdaq-CEO seit Ugur Sahin. Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Ehrlich gesagt: Man muss es brauchen. Viele CEOs wollen nicht an den Nasdaq, weil es mit viel Regulierung kommt. Für uns macht es Sinn, weil wir bereits eine MTF-Lizenz haben – die höchste Regulierungsstufe für Börsen in Europa. Der Schritt war für uns nicht so groß.

Wichtiger Tipp für Gründer: Prüft genau die VC-Konditionen, besonders Liquidationspräferenzen. Bei überhöhten Bewertungen und 2-3x Liquidationspräferenzen bleibt für Gründer am Ende oft nichts. Der Kapitalmarkt kann eine bessere Alternative sein – viele haben das gar nicht mehr auf dem Schirm.

Wie nutzen Sie KI, um CFDs zu ersetzen?

Unsere KI berechnet die Gewinnwahrscheinlichkeit und ermöglicht Market Makern optimales Hedging und Pricing. Wir nutzen Nvidia-Maschinen und haben über 20 Milliarden Trades analysiert – das gibt unserem Modell einen enormen Vorsprung in der Genauigkeit.

Wie groß ist die Gefahr durch Quantencomputer für Bitcoin?

Die Gefahr ist real. Die Frage ist nur wann – vermutlich vor 2030. Deshalb muss man sich jetzt vorbereiten, nicht warten. Wir haben unsere Self-Custody-Wallet mit „Quantum-Resilient Crypto Vaults“ bereits quantenresistent gemacht.

Das Wichtigste: Keys schützen. Das Problem ist, dass normale Computer keine echte Entropie haben, sondern nur simulierte Zufallszahlen. Wir nutzen Hardware in Frankfurt, die echte Entropie generieren – damit sind die Keys nicht mehr deterministisch rückrechenbar.

Immer öfter fällt das Kürzel HNDL. Was bedeutet „Harvest Now, Decrypt Later“?

Hacker stehlen heute verschlüsselte Daten, die sie noch nicht entschlüsseln können, und warten auf Quantencomputer. Viele Unternehmen schützen verschlüsselte Daten nicht ausreichend – sie liegen auf Cloud-Speichern oder gelöschten Festplatten.

Aktuell merken Opfer das Problem nicht. Aber sobald Quantencomputer verfügbar sind, können alle gesammelten Daten entschlüsselt werden. Davor schützt unsere quantensichere Verschlüsselung – jetzt handeln, nicht später.

Wie macht Ihr System Betrugsfälle wie bei FTX unmöglich?

Ganz einfach: Self-Custody. Wir haben keinen Zugriff auf Kunden-Wallets. Jeder hat seine eigenen Keys und kann jederzeit auf der Blockchain sehen, dass sein Bitcoin da ist.

Bei FTX landete alles in einer Omnibus-Wallet – niemand wusste, was wirklich da war. Wir können zwar Gelder für Trades blocken, aber nie aktiv zugreifen. Der Kunde behält die volle Kontrolle und Transparenz.

Damit brauchen wir auch keine Proof of Reserves. Das Problem dort: Auditoren prüfen nur, ob die angegebenen Zahlen stimmen – aber woher weiß man, dass die Zahlen selbst korrekt sind? Mit unserem System sieht jeder Kunde selbst, was er hat. Problem gelöst.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Gruhn.

Sehr gerne.

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