Linzer Startup Ohana bietet technische Lösung als Alternative zu Social-Media-Verbot
Während in Österreich über gesetzliche Social-Media-Verbote für Kinder diskutiert wird, bietet das Startup Ohana aus Linz bereits eine technische Lösung an. Die Kinderschutz-App ermöglicht es Eltern, den Zugang zu sozialen Medien und anderen Apps für ihre Kinder altersgerecht zu steuern und einzuschränken.
Die App setzt auf elterliche Begleitung statt pauschale Verbote. Eltern können damit Social-Media-Plattformen, Apps und Bildschirmzeiten individuell einstellen, problematische Inhalte filtern und die Gerätenutzung sowohl auf privaten als auch auf Schulgeräten strukturieren. Das System adressiert dabei ein praktisches Problem: Während Schutzfunktionen auf Schulgeräten oft nur im Schulnetzwerk aktiv sind, ermöglicht Ohana eine durchgängige Kontrolle auch im häuslichen Umfeld.
Ohana rund um CEO Christian Orgler ist aktuell gut unterwegs. Zuletzt ist das Linzer Startup ins Finale der #glaubandich Challenge 2026 eingezogen, nachdem man sich den Sieg im City Pitch in St. Pölten in der Kategorie „Social Business, Learning & Knowledge“ sicherte (mehr dazu hier).
Verfügbarkeit über Marktplatz Lernapps
Seit kurzem ist Ohana über den Marktplatz Lernapps verfügbar. Schulen können das sogenannte Kombipaket für 4 Euro pro Schülerin oder Schüler aus dem 13 Euro Förderbudget des Bundesministeriums für Bildung beziehen. Für Familien bedeutet dies Zugang zur Kinderschutz-App ohne zusätzliche Kosten.
Das Paket umfasst neben der App sechs modulare Lernkurse zu Themen wie Social Media, Künstliche Intelligenz, Daten und Privatsphäre. Die Inhalte sind mit dem Gütesiegel Lern-Apps zertifiziert und orientieren sich am Lehrplan der digitalen Grundbildung.
Eine Befragung von rund 20.000 Eltern durch Ohana zeigt den Bedarf für solche Lösungen. Mehr als 60 Prozent der Kinder verbringen täglich drei Stunden oder mehr an digitalen Geräten, jedes dritte Kind sogar über fünf Stunden. 85 Prozent der Eltern gehen davon aus oder können nicht ausschließen, dass ihr Kind bereits mit problematischen Inhalten konfrontiert war. Über 60 Prozent geben an, nicht genau zu wissen, was ihr Kind online sieht.
Positionierung des Unternehmens
Christian Orgler, Mitgründer und Geschäftsführer von Ohana, sieht in der technischen Lösung eine Alternative zu gesetzlichen Verboten. Viele Social-Media-Plattformen setzen Altersgrenzen bei rund 13 Jahren an. Die App unterstütze Eltern dabei, diese Grenzen durchzusetzen und den späteren Einstieg in soziale Medien zu begleiten.
Stefanie Parth, Expertin für Cyberpsychologie bei Ohana, betont die Bedeutung der elterlichen Begleitung: Kinder benötigten beim Einstieg in Social Media Raum zum Lernen, aber mit klaren, altersgerechten Leitplanken.

