OpenAI verdreifacht Umsatz auf 20 Milliarden Dollar
OpenAI hat seinen Umsatz 2025 mehr als verdreifacht. Dieser erreichte letztes Jahr 20 Milliarden Dollar, wie Finanzchefin Sarah Friar in einem Blogbeitrag bekanntgab. Im Jahr 2024 lag der Umsatz des ChatGPT-Entwicklers noch bei sechs Milliarden Dollar. Die Rechenleistung stieg parallel von 0,6 Gigawatt im Vorjahr auf 1,9 Gigawatt – ebenfalls eine Verdreifachung. Seit 2023, als OpenAI noch 0,2 Gigawatt verfügbar hatte, entspricht das einem 9,5-fachen Anstieg.
„Investitionen in Rechenleistung ermöglichen Spitzenforschung und bahnbrechende Fortschritte bei der Modellkapazität. Leistungsfähigere Modelle ermöglichen bessere Produkte und eine breitere Akzeptanz der OpenAI-Plattform. Die Akzeptanz treibt den Umsatz an, und der Umsatz finanziert die nächste Welle von Rechenleistung und Innovation. Der Zyklus verstärkt sich“, so Friar.
Kursänderung: ChatGPT mit Werbung
Trotz der Wachstumszahlen vollzieht OpenAI eine strategische Kehrtwende. Ab dieser Woche testet das KI-Unternehmen Werbung in ChatGPT – zunächst beschränkt auf die USA. Die Entscheidung markiert einen deutlichen Kurswechsel: Noch im Oktober 2024 hatte CEO Sam Altman seine persönliche Ablehnung von Werbung bekräftigt.
Anfang Dezember 2025 rief Altman aufgrund des wachsenden Konkurrenzdrucks durch Google „Alarmstufe Rot“ aus. In diesem Zusammenhang sollten mehr Ressourcen für die Verbesserung von ChatGPT bereitgestellt werden – und geplante Werbeaktivitäten aufgeschoben.
Sarah Friar kündigte an, die nächste Entwicklungsstufe werde über Abonnements und Werbung hinausgehen. Mit dem Einzug von KI in wissenschaftliche Forschung, Arzneimittelentwicklung, Energiesysteme und Finanzmodellierung entstünden neue Wirtschaftsmodelle. „Lizenzierung, IP-basierte Vereinbarungen und ergebnisorientierte Preisgestaltung werden sich den geschaffenen Wert teilen“, erklärte die CFO.
Rechenleistung als Engpass
„Rechenleistung ist die knappste Ressource in der KI“, betonte Friar zudem. Der Zugang zu Rechenleistung entscheide darüber, wer skalieren kann. OpenAI bewältige dies durch eine schlanke Bilanz, Partnerschaften statt Käufen und flexible Verträge über Anbieter und Hardwaretypen hinweg.
Für 2026 kündigte Friar einen Fokus auf „praktische Anwendung“ an. „Die Priorität liegt darauf, die Lücke zwischen dem, was KI heute ermöglicht, und der Art und Weise, wie Menschen, Unternehmen und Länder sie täglich nutzen, zu schließen.“
Insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Wissenschaft und Wirtschaft sieht OpenAI Potenzial. „Die nächste Phase umfasst Agenten und Workflow-Automatisierung, die kontinuierlich laufen, den Kontext über einen längeren Zeitraum hinweg übertragen und toolübergreifend Maßnahmen ergreifen“, so die Finanzchefin.
