Amazon verliert 450 Milliarden Dollar in neun Tagen nach KI-Investitionsankündigung
Amazon hat in diesem Monat eine historische Verlustserie an der Börse erlebt, berichtet t3n. Die Aktie des E-Commerce-Riesen fiel neun Handelstage in Folge und radierte dabei 450 Milliarden Dollar an Börsenwert aus. Auslöser war die Ankündigung, 2026 rund 200 Milliarden US-Dollar in KI-Projekte, Chips, Robotik und Satelliten zu investieren. Diese Summe macht die Investoren nervös.
Amazon-Papiere erlebten Negativserie
Am 5. Februar 2026 präsentierte Amazon seine Q4-Zahlen und verkündete gleichzeitig die massiven Investitionspläne. Die Investitionen in Höhe von 200 Milliarden Dollar bedeuten einen Anstieg um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Außerdem lagen sie über 50 Milliarden Dollar über den Erwartungen der Wall Street. In Kombination mit einem etwas schwächer als erwartet ausgefallenen Umsatz- und Gewinnplus reagierte die Börse prompt: Die Amazon-Aktie sackte um acht Prozent ab (wir berichteten).
Doch das war erst der Anfang. Insgesamt neun Tage in Folge verbuchten die Amazon-Papiere an der Nasdaq ein Minus. Das war die längste Negativserie seit 2006. Der Kursrückgang belief sich auf 18,2 Prozent, die Marktkapitalisierung steht aktuell bei 2,1 Billionen Dollar.
Investoren sind besorgt über Ausgaben
Was die Investoren verunsichert, ist der hohe Kapitalbedarf, der die Liquidität des Konzerns belasten könnte. Im schlimmsten Fall müsse Amazon neue Schulden aufnehmen. Zudem könnten die teuren Chips und Server schneller als erwartet an Wert verlieren, was in den kommenden Jahren zu hohen Abschreibungen führen könnte.
Entsprechend fraglich bleibt, wann sich die milliardenschweren Ausgaben auszahlen werden. Die Befürchtungen sind nicht unbegründet, doch ein Blick in die Vergangenheit zeigt auch Erfolgspotenzial.
Amazon: Aktiensturz nach enttäuschenden Zahlen – 200 Mrd. Dollar für AI-Investments
Letzte Absturzserie wegen heutiger Goldgrube AWS
Die letzte vergleichbare Negativserie erlebte Amazon 2006. Grund dafür waren ebenfalls hohe Ausgaben, die damals in den Ausbau der Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS) flossen. Mittlerweile gilt AWS als Goldgrube innerhalb des Konzerns. 2025 kletterte der Umsatz der Cloud-Sparte um 20 Prozent auf knapp 129 Milliarden Dollar. Die Geschichte könnte sich wiederholen, wenn die KI-Investitionen ähnlich aufgehen.
Amazon steht mit seiner KI-Wette nicht allein da. Die für 2026 geplanten Ausgaben in KI-Infrastruktur von Alphabet, Microsoft, Meta und Amazon summieren sich auf rund 700 Milliarden Dollar. Am 17. Februar 2026 endete Amazons Negativserie mit einem Kursplus von rund einem Prozent. Zuvor hatten auch Microsoft und Alphabet mehrtägige Verlustserien hinnehmen müssen.

